Der Pokal ist nur noch Nebensache

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Was wir bereits wissen
In der Landesliga kassieren die Ruhrpott Baskets Herne die ersteMeisterschafts-Niederlage nach eineinhalb Jahren. Am Donnerstag geht es im Pokal weiter.

Kann es für so eine Niederlage keinen besseren oder keinen schlechteren Zeitpunkt geben? Nachdem die Landesliga-Damen der Ruhrpott Baskets Herne am Wochenende die erste Meisterschafts-Niederlage seit rund eineinhalb Jahren hinnehmen mussten, geht die Mannschaft ausgerechnet ins WBV-Pokalviertelfinale mit einem lange nicht gekannten Negativerlebnis. Andererseits hat das Team von Heiko Dittinger die Chance, sich möglichst schnell zu rehabilitieren, wenn am Donnerstagabend die Spielgemeinschaft aus BG Bonn und Meckenheimer TuS zu Gast ist (20.30 Uhr, Hiberniaschule, Holsterhauser Str.70). Der Oberligafünfte vom Rhein kommt allerdings auch nicht mit großem Selbstbewusstsein ins Ruhrgebiet, am Wochenende kam die SG in Opladen mit 33:71 unter die Räder. Und dass Herne auch mit höherklassigen Gegnern mithalten kann, hat schon das Achtelfinale gezeigt, als die Ruhrpott Baskets den Regionalligisten Rhöndorfer TV aus dem Pokal warfen.

Für RBH-Trainer Heiko Dittinger ist das Viertelfinale allerdings nur Nebensache, nachdem die Mannschaft am vergangenen Wochenende die erste Niederlage in der Meisterschaft hinnehmen musste: „Das WBV-Pokal-Viertelfinale sehe ich jetzt eher als Trainingseinheit für die anstehenden Aufgaben“, so Heiko Dittinger.

Kurz zuvor hatte seine Mannschaft das Landesliga-Spitzenspiel bei der BG Hagen II mit 33:39 verloren – Herne blieb nur aufgrund des knapp gewonnenen direkten Vergleichs (+2 Punkte) Spitzenreiter. Dittinger: „Glückwunsch an Hagen, die Mannschaft hat absolut verdient gewonnen.“

Schwaches Schlussviertel kostet Sieg

Besonders Dittingers Offensive hatte einen schlechten Tag erwischt. Anfangs konnte die Mannschaft die fehlenden Körbe vorne noch in der Defensive wettmachen, nach dem ersten Viertel führte Herne 5:3. Jeden Punkt mussten sich die Spielerinnen hart erarbeiten. In den zweiten 10 Minuten schaffte das auf Herner Seite vor allem Mareike Muny, die acht der zwölf Herner Punkte in dieser Phase erzielte, so dass Herne zur Halbzeit mit 17:10 führte. Im dritten Viertel bauten die Hernerinnen den Vorsprung noch auf 28:20 leicht aus.

Doch es folgte ein ganz schwaches Schlussviertel, in dem bei den Hernerinnen im Angriff wirklich nichts mehr zusammenlief, ein einziger Feldkorb gelang noch. Insbesondere gegenüber den Würfen von außen agierte die Herner Verteidigung viel zu nachlässig, die Hagenerinnen erzielten im Schlussabschnitt drei Dreier. Hagen übernahm in der 35. Minute die Führung (31:30) und gab diese nicht mehr ab. Immerhin retteten die Hernerinnen die neun Punkte Vorsprung aus dem Hinspiel für den direkten Vergleich ins Ziel.

Passend zum gebrauchten Tag verletzte sich Lea Günther am Sprunggelenk, vermutlich wird die Leistungsträgerein auch im Pokal-Viertelfinale fehlen. Da können sich die Hernerinnen Selbstvertrauen holen, der Fokus liegt aber auf der Liga. Dittinger: „Wir müssen in jedes weitere Spiel gehen, als ob es ein Endspiel ist“