Der Handball kommt in die Grundschulen

Ex-Profi Tim Bauer, jetzt Spieler des HC Westfalia Herne, bringt den Handball in die Grundschulen.
Ex-Profi Tim Bauer, jetzt Spieler des HC Westfalia Herne, bringt den Handball in die Grundschulen.
Foto: Michael Korte

Um den Handballnachwuchs von morgen muss man sich in Herne nicht unbedingt sorgen. Die „Tim-Bauer-Handballschule“ hat nach dem erfolgreichen Pilotprojekt zu Schuljahresbeginn in der Horstschule mit 25 Grundschulkindern inzwischen seit den Herbstferien weitere mehr als 275 Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse der Schulen Jürgens Hof, Europaschule Königstraße sowie der Vellwigschule die Sportart Handball näher gebracht.

Während das Fußballspiel meistens keiner besonderen Erläuterung bedarf, ist Handball für viele Kinder Neuland. Oftmals sind auch die Lehrkräfte vorher mit dem Handball wenig in Berührung gekommen und deshalb ebenso wie die Schulkinder für die spezielle „Nachhilfe“ dankbar. Mit großem Interesse wird das in einer Doppelstunde vom Team des Ex-Handballprofis Tim Bauer durchgeführte Sportangebot mit seinen dynamischen, koordinativ und kognitiv anspruchsvollen Elementen von allen Beteiligten angenommen. Im Pilotobjekt Horstschule hat sich daraus bereits ein dauerhaftes Angebot im Rahmen der Offenen Ganztagsschule entwickelt.

Einerseits erhalten von dem „Schnupperangebot“ der Tim-Bauer-Handballschule die Lehrkräfte vielfältige Anregungen zur Umsetzung im Sportunterricht, zum anderen haben die Kinder danach oftmals das Bedürfnis, sich auch außerhalb der Schule mit dem Handball zu beschäftigen. Von den Herner Vereinen war bisher allein der HC Westfalia Kooperationspartner des Schulprojektes. Zur nachhaltigen Fortsetzung sind nunmehr alle Herner Vereine gefordert, mit spezieller Ansprache und besonderem Angebot möglichst dauerhaft Nachwuchshandballer für sich zu gewinnen.

In den Schulen werden die Jungen und Mädchen der Klassen drei und vier im Klassenverband mit Ballgewöhnung, Passverhalten, Zielwerfen und Kleingruppenaktionen konfrontiert. Schon nach 90 Minuten sind deutliche Verbesserungen sichtbar, und das Erfolgserlebnis verfehlt seine Wirkung nicht. Höhepunkt einer Einheit ist immer eine einfache Version eines Handballspiels. Karin Böhlke, Lehrerin an der Vellwigschule, war von dem alternativen „Sportunterricht“ an ihrer Schule sehr angetan: „Die Doppelstunde lief unheimlich professionell ab. Ich konnte mich ganz zurücknehmen. Es war toll, mit welchem Spaß die Kinder auf das kindgemäße Spielangebot reagiert haben. Dass die Kinder von ihrer bisher besten Sportstunde schwärmten, konnte ich verkraften“.

Bis das anspruchsvolle Ziel erreicht ist, alle dritten und vierten Jahrgänge sämtlicher Herner Grundschulen an den Handballsport heranzuführen, steht noch ein langer Weg bevor. Ein weiterer Schritt hierzu wird die erstmals geplante Stadtmeisterschaft der Herner Grundschulen im kommenden Jahr sein. Als Beteiligte am Gesamtprojekt Schulhandball werden der Beauftragte für den Schulsport bei der städtischen Sportverwaltung, Rüdiger Döring, Schulsportberater Volker Gößling und das Team um Tim Bauer für die Organisation verantwortlich zeichnen. Die Zahl der teilnehmenden Schulen wird nicht zuletzt durch die bis dahin noch geleistete Projektarbeit im Unterricht beeinflusst, zu der sich weitere interessierte Grundschulen unter handballschule@tim-bauer.com oder 02323-1720051 anmelden können.

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