Der Gummimann vom Holzplatz

Seinen Enkelinnen Leonie und Laura erzählt „Gummimann“ Alfred Schmidt gern die Geschichten aus den großen Sodinger Fußballtagen in der alten Oberliga West.
Seinen Enkelinnen Leonie und Laura erzählt „Gummimann“ Alfred Schmidt gern die Geschichten aus den großen Sodinger Fußballtagen in der alten Oberliga West.
Foto: Uwe Schmidt

Eine Legende des Herner Fußballs feiert heute Geburtstag. Alfred Schmidt, der sich wegen seiner Gelenkigkeit und seiner spektakulären Paraden im Tor des SV Sodingen den Spitznamen „der Gummimann“ erwarb, wird an diesem Mittwoch stolze 86 Jahre alt.

Auch in den letzten Jahren hat sich Alfred Schmidt immer mal wieder am Holzplatz sehen lassen und als einer der letzten Zeitzeugen von der großen Zeit des SV Sodingen in den 1950’er Jahren erzählt. Zum Beispiel, dass er selbst als Schweißer Akkord gearbeitet und nach acht Stunden Arbeit das Torhütertraining in der „Sandkuhle“ absolviert hat. Trainiert wurde zum Teil in der Dunkelheit auf einem Ascheplatz, ehe die Zechenleitung einen Scheinwerfer spendiert hatte, mit dem wenigstens eine Ecke des Spielfeldes ausgeleuchtet werden konnte.

Schmidt war Anfang der Fünfziger einer der Besten seiner Zunft. Auch der damalige Bundestrainer Sepp Herberger setzte ihn am 4. Juni 1953 in einem Testspiel in Augsburg in einer DFB-Auswahl ein. Schmidt erlitt aber zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Jochbeinbruch mit Gehirnerschütterung, und aus war der Traum von der WM-Teilnahme in der Schweiz 1954. Schade, wie er immer wieder auch seinen beiden Enkelkindern Laura und Leonie erzählt.

Der Opa ist sich sicher, dass die Mädchen den sportlichen Ehrgeiz von ihm geerbt haben. Auch wenn sie beide dem falschen Verein angehören, ist er immer ganz stolz über die Erfolge der beiden Enkelkinder. Der SV Sodingen hat eben keine Schwimmabteilung, so bleibt es nicht aus, dass die beiden für den alten Rivalen SC Westfalia Herne an den Start gehen. Das wäre für den Ur-Sodinger damals wohl nie in Frage gekommen.

Kein Mann für große Partys

Alfred Schmidt erhielt 1962 die Ehrennadel des Westdeutschen Fußballverbandes und beendete ein Jahr später endgültig seine Spielerlaufbahn. Als Trainer war er im Amateurbereich dem Fußball noch Jahre verbunden und arbeitete 20 Jahre bei der Herner Sparkasse. Heute wird im kleinen Kreis gefeiert, für große Partys war der „Gummimann“ nie zu haben. Zu den ersten Gratulanten zählen sicherlich seine Ehefrau Helga und die beiden Enkelkinder, die sich wieder auf die sportlichen Erzählungen von Opa Alfred freuen.

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