Der Gegner ist das kleinste Problem

Alex Nour traf im Hinspiel in heven, wird das kommende Duell mit seinem Ex-Club jetzt aber verpassen.
Alex Nour traf im Hinspiel in heven, wird das kommende Duell mit seinem Ex-Club jetzt aber verpassen.
Foto: WAZ FotoPool
Meisterschaft und Aufstieg hat der DSC Wanne-Eickel nach drei sieglosen Spielen abgehakt. Der Gegner am Sonntag ist auch angeschlagen.

Es ist alles nicht so leicht beim DSC Wanne-Eickel: Schirischelte, Disziplinlosigkeiten, Platzverweise, Trainerabschied, Personalprobleme. Die Schwarz-Gelben hatten im Meisterschaftsrennen mit einer zweistelligen Ausbeute aus den ersten vier Spielen nach dem Winter geplant, Gegner waren Hombruch, Hüls, Holzwickede, Horst. Es wurden nur vier, einzig in Hüls machte der DSC ein wirklich gutes Spiel.

Vom Titel ist nichts mehr zu hören, „der Blick auf die Tabelle ist mir vergangen, das ist abgehakt“, sagt Trainer Martin Stroetzel. Von Platz zwei, der womöglich zur Relegation berechtigt, kein Wort, obwohl der mit fünf Punkten nicht unrealistisch weit entfernt ist. Stroetzels Vertrauen ins Team hat zuletzt einige harte Schläge kassiert: „Die Grundlage für einen Sieg ist, dass wir mal wieder ein Spiel mit zehn Feldspielern beenden.“ Drei Platzverweise sahen seine Spieler schon im Jahr 2015, die Angreifer Lewejohann und Aydin flogen jeweils schon in der Anfangsphase aufgrund von Tätlichkeiten vom Platz. Der Trainer hadert: „Wir bringen uns selbst in Schwierigkeiten, haben unsere gute Ausgangsposition mit Füßen getreten. Wenn wir in Marl-Hüls zu elft zu Ende gespielt hätten, hätten wir gewonnen, da wäre Euphorie gewesen, dann hätten wir wohl Holzwickede geschlagen.“

Hätte, wäre, wenn – der Konjunktiv steht im krassen Gegensatz zur Realität. Nach drei sieglosen Spielen in Folge ist Ernüchterung eingekehrt, es gehe jetzt darum, einfach mal wieder ein Spiel zu gewinnen, so Stroetzel, um für Selbstvertrauen und Stabilität zu sorgen.

Die hat seine Mannschaft zwar wenig, der Gast am Sonntag (15 Uhr) allerdings garantiert noch weniger. Der TuS Heven, vergangene Saison aus der Oberliga abgestiegen, ist auf bestem Wege, durchgereicht zu werden, hat seit Oktober nicht gewonnen (seitdem drei Punkte aus zehn Spielen). Zwar zeigte die im Winter umgebaute Mannschaft beim 3:3 gegen Hordel und dem 1:2 in Iserlohn gute Leistungen, doch die Abwehr ist ein Problem: Drei oder vier Gegentore sind fast Standard, Wickede schoss acht, Marl-Hüls neun.

Beim DSC dagegen hapert es im Vorwärtsgang, ohne den gesperrten Aydin erst recht, außerdem fehlen Sebastian Greitemann (5. Gelbe), Marvin Rathmann (Gelb-Rot), Alex Nour (Urlaub). René Lewejohann kehrt zurück, von ihm und Mathias Tomaschewski erhofft Stroetzel sich die spielentscheidenden Aktionen, wobei Lewejohann keine Spielpraxis habe. Stroetzel: „Die jungen Spieler werden auch ihre Chancen kriegen, aber es nützt nichts, wahllos Offensivspieler aufzustellen.“

Auch wenn es nicht leicht ist, leichter wird es auch nicht. Ab nächstem Wochenende warten mit Kaan, Brünninghausen und Tabellenführer Wickede andere Kaliber auf den DSC als Holzwickede, Horst oder Heven.