Das nächste Abstiegs-Endspiel

Auf die  Schnelligkeit von Dennis Gumpert (Mitte) kann der SC Westfalia auch in Sprockhövel bauen.
Auf die Schnelligkeit von Dennis Gumpert (Mitte) kann der SC Westfalia auch in Sprockhövel bauen.
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Die Tabelle lügt nicht. Wenn am Sonntag um 15 Uhr auf dem Kunstrasen „Im Baumhof“ die TSG Sprockhövel (15. Platz/16 Punkte) und Westfalia Herne (18./6) aufeinander prallen, ist Abstiegskampf pur angesagt. Böswillige könnten das aus Sicht des abgeschlagenen Schlusslichts gar für einen Euphemismus halten und den Abstiegskampf bereits als verloren werten.

Nicht so Hernes Trainer Holger Wortmann. Der hat dem 1:2 gegen Hüls im ersten Abstiegsendspiel des Jahres viel Positives abgewonnen und formuliert Sätze, die so gar nicht wie Durchhalteparolen klingen. „Wir freuen uns schon die ganze Woche auf die schöne Platte, wo wir richtig Fußball spielen können“, sagt Wortmann zum Beispiel – und zeigt sich überzeugt, dass auch die TSG aus ihrem „sehr starken Auftritt“ beim 0:1 in Rheine eine Menge Selbstvertrauen bezogen habe. „Das wird absolut ein Spiel auf Augenhöhe.“

Und was ist, wenn die Westfalia auch dieses Spiel auf Augenhöhe vergeigt? Auch das wird Hernes Coach im Hinterstübchen durchdacht haben. Groß reden will er darüber nicht. „Wir wollen jetzt eben in Sprockhövel unsere Aufholjagd starten“, strahlt der 47-Jährige weiter Zuversicht aus. Muss ein Trainer wohl auch in dieser Situation.

Wortmann sieht viel Positives

Wortmann unterfüttert seinen Optimismus auch mit Erkenntnissen aus dem Hüls-Spiel: „Wir haben 87 Minuten in Unterzahl das Tempo hoch gehalten, keinen Ball verloren gegeben und uns leidenschaftlich in jeden Zweikampf geworfen.“ Auch die Grundordnung sei eingehalten worden. „Und unseren Spielplan, den Gegner über die schnellen Außen in Verdrückung zu bringen, konnte ich ebenfalls erkennen.“ Diese positiven Dinge aus der Spielanalyse gelte es mitzunehmen. „Aber wir haben auch klar angesprochen, was falsch gelaufen ist. Und das müssen wir abstellen“, fährt Wortmann fort und nennt als Beispiel die Stellungsfehler bei den Gegentoren.

Personell ist der SCW besser aufgestellt als letzten Sonntag. Martin Zakrzewski hat seine Achillessehnenverletzung auskuriert, Co-Trainer Manuel Bölstler will am Samstag testen, ob auch sein Einsatz Sinn macht. Zusammen mit Christian Luvuezo und Fatlum Zaskoku könnten diese beiden ein sehr stabiles und spielstarkes Zentrum bilden. Fehlen werden die verletzten Nils Horneffer und Stjepan Filipovic sowie der für drei Wochen gesperrte Jusuf Kilic. Bei der TSG ist Kapitän Raoul Meister die zentrale Figur. Einen Stammplatz auf der linken Seite hat sich der Ex-Herner „Jimmy“ Antwi-Adjej erkämpft.