Das letzte Derby am Westbahnhof?

Herne (hier Jiri Svejda) und Essen sind die alten Rivalen – das Traditionsduell könnte es bald nicht mehr geben.
Herne (hier Jiri Svejda) und Essen sind die alten Rivalen – das Traditionsduell könnte es bald nicht mehr geben.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Sonntag ist der HEV zum womöglich letzten Mal in Essen zu Gast. Vorher steht noch das Heimspiel gegen Halle an.

Nach dem letzten Wochenende mit zwei Auswärtsspielen tritt der HEV am heutigen Freitag wieder vor eigenem Publikum an.

Um 20 Uhr geht es gegen die Saale Bulls Halle, bevor am Sonntag um 18.30 Uhr der Klassiker bei den Essener Moskitos ansteht.

Vor dem Heimspiel gegen den Vizemeister der Oberliga Ost hat sich die personelle Situation der Gysenberger leicht entspannt. Einem Einsatz des in Neuwied geschonten Kapitäns Alexander Brinkmann steht nichts im Weg, auch Verteidiger Stephan Kreuzmann ist nach seiner Sperre wieder dabei. Bei Robin Loecke steht das Ergebnis der MRT-Untersuchung noch aus, so schwer wie zunächst befürchtet ist die Schulterverletzung aus dem Neuwied-Spiel aber anscheinend nicht.

Svejda wird wohl nicht zurückkehren

Mit Jiri Svejda ist auch einer der beiden Kontingentspieler ins Training zurückgekehrt. Da der Tscheche noch Beschwerden beim Führen des Stocks hat, könnte ein Einsatz an diesem Wochenende aber noch zu früh kommen.

Dass die Mannschaft durch ihre Geschlossenheit Ausfälle kompensieren kann, bewies sie auch in Neuwied. Während sich der Gegner durch Strafzeiten immer wieder selbst schwächte, blieben die Gäste diszipliniert, standen sicher in der Abwehr und nahmen verdient drei Punkte aus der gefürchteten Bärenhöhle mit. Zuvor war dieses Kunststück nur dem Aufstiegsanwärter EV Duisburg gelungen.

„Die Charakterstärke ist es, die diese Mannschaft ausmacht. Nur im Powerplay fehlt uns ohne Kontingentspieler oft die Kreativität“, brachte Frank Petrozza hinterher Plus und Minus auf einen Nenner. „Nach der 2:3-Hinspielniederlage wollen wir heute gegen Halle etwas gutmachen und uns Selbstvertrauen für das Derby am Sonntag holen“, so der HEV-Trainer weiter.

Am Westbahnhof sind unterdessen dunkle Wolken aufgezogen. Dem Essener Eishockey droht wieder einmal das Aus, nachdem sich eine Etatlücke von 90.000 Euro aufgetan hat. Ohne diese Summe kann das immer noch laufende Insolvenzverfahren nicht abgeschlossen werden, dem ESC bliebe nur noch die Abwicklung.

Ein Ende des Reviernachbarn hätte auch für den HEV gravierende finanzielle Auswirkungen. Ausgehend vom Besuch der drei Derbys in dieser Saison am Gysenberg befürchtet Geschäftsführer Jürgen Schubert Einnahmeverluste im kommenden Spieljahr in Höhe von 40.000 Euro, falls sich die Moskitos vom Spielbetrieb zurückziehen müssten – vom fehlenden sportlichen Reiz für die Fans mal ganz abgesehen.

Um einen kleinen Solidaritätsbeitrag zu leisten, wird der HEV am Sonntag auf seine Gästefreikarten verzichten und diese Tickets kaufen. „Es ist nur ein kleiner Beitrag, aber wir hoffen, dass sich andere Vereine anschließen“, sagt Jürgen Schubert. „Ich appelliere an alle Herner Fans, das Spiel in Essen zu besuchen, damit der Westbahnhof voller Eishockeyfans ist und den Moskitos geholfen wird“, ergänzt HEV-Vorsitzender Frank Schäfer.