Das kleine und das große Revierderby

Wiederholung erwünscht: Anfang Januar bejubelte der Herner EV den 4:3-Heimsieg über die Moskitos Essen.
Wiederholung erwünscht: Anfang Januar bejubelte der Herner EV den 4:3-Heimsieg über die Moskitos Essen.
Foto: FUNKE Foto Services

Chaotische Zustände wie bei der Fahrt nach Halle am letzten Freitag hat der HEV an diesem Wochenende nicht zu erwarten. Gespielt wird diesmal gegen die unmittelbare Nachbarschaft mit dem kleinen und dem großen Revierderby. Nach der heutigen Partie in Duisburg (19.30 Uhr) steigt am Sonntag um 18.30 Uhr am Gysenberg der Klassiker gegen Essen.

Die Erinnerung an den letzten Vergleich mit den Moskitos dürfte bei den Fans noch nicht verblasst sein. Vor fünf Wochen erst lieferten sich die beiden Mannschaften vor fast 2500 Zuschauern einen atemberaubenden Schlagabtausch, den der HEV nach dreimaligem Rückstand mit 4:3 gewann.

Die Transferliste ist geschlossen

Den entscheidenden Unterschied machte seinerzeit Jakub Rumpel, doch auf ihren Topstürmer müssen die Grün-Weiß-Roten bis auf weiteres verzichten. Zwar zog sich der gerade erst von einer Schleimbeutelentzündung genesene Slowake in Halle nicht den zunächst befürchteten Schlüsselbeinbruch zu, doch das ärztliche Gutachten vom Montag war kaum weniger niederschmetternd: Sprengung des Schultereckgelenks, dazu zwei in Mitleidenschaft gezogene Bänder – höchst fraglich, ob der 28-jährige in dieser Saison noch einmal auflaufen kann. Zwar hoffen die HEV-Verantwortlichen optimistisch nur auf einen Ausfall bis Ende Februar, doch der Heilungsprozess zieht sich bei einer solchen Blessur erfahrungsgemäß meist länger hin.

Auf dem Spielermarkt kann der Herner EV jedenfalls nicht mehr aktiv werden. Die Transferliste ist seit Ende Januar geschlossen, was auch die Duisburger Füchse eine fest eingeplante Neuverpflichtung kostete. US-Verteidiger Jack McNamara hatte bereits unterschrieben, doch die nötigen Dokumente trafen nicht mehr fristgerecht ein.

Dafür machte der EVD in Sachen sportliche Leitung Nägel mit Köpfen. Trainer und Sportdirektor Matthias Roos wurde nach dem 2:5 beim Endrundenauftakt in Halle kurzerhand freigestellt, die Aufgaben des ehemaligen HEV-Geschäftsführers übernahm mit Lance Nethery als Teamchef und Ex-Nationalspieler Uli Egen als Coach ein Duo mit immenser Erfahrung im Profi-Eishockey. Auch Essen tat noch etwas fürs Personal und verpflichtete mit Verteidiger Marc Hemmerich und Angreifer Pierre Kracht zwei oberligaerfahrene Spieler.

Abgesehen vom Ausfall von Jakub Rumpel ist der Einsatz von zwei weiteren Hernern fraglich. Während Jiri Svejda über Schulterprobleme klagt, fehlte Torhüter Benjamin Voigt unter der Woche krankheitsbedingt beim Training. Dennoch vertraut HEV-Trainer Frank Petrozza auf sein Team. „Dann müssen wir eben“, sagt er, „als Kollektiv dagegenhalten.“