Bratwurst und Burger

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Was wir bereits wissen
Ein Besuch bei den Herne Lizards, die an der Forellstraße gegen den Abstieg aus der Landesliga kämpfen. Trotz starkem Beginn gibt es gegen die Lippstadt Ochmoneks eine deutliche Niederlage.

Klatsch. Klatsch. Klatsch. Klatsch. Samstagnachmittag an der Forellstraße. Ein paar Männer in schwarz-orange-weißen Sportanzügen werfen sich auf einer Wiese einen Ball zu. Klatsch. Klatsch. Klatsch.

Am Eingang zu der Wiese, steht ein Container. Darauf ist als Graffiti eine behelmte Echse mit einem Baseballschläger in der Hand gesprüht. Das hier ist das Revier der Herne Lizards (Echsen). Vor dem Container ist ein Verpflegungsstand, es gibt Hot Dogs und Hamburger, Cola natürlich, aber auch Bratwurst und Bier.

Ein Stück weiter auf der Wiese haben die Baseballer ihre Aufwärmeinheit beendet, inzwischen stehen die Gegner auf dem Feld, die Lippstadt Ochmoneks.

Schwaches zweites Inning

Lars Kahre steht am Rand, schaut den Ochmoneks beim Aufwärmen zu. Er ist Spieler der Lizards, gleichzeitig auch Vorsitzender. „Es geht uns zurzeit sportlich nicht so gut“, sagt er nachdenklich. In der vergangenen Saison sind die Baseballer der Lizards aus der Bezirks- in die Landesliga aufgestiegen, es sieht aber so aus, als wenn es nach dieser Saison zurück nach unten geht, von vier Spielen haben die Herner vier verloren. „Dabei sind wir eigentlich gut genug für die Liga“, meint Kahre, „eigentlich ist für uns kein Gegner unschlagbar. Aber es hapert hier und da am Zusammenspiel, vielleicht ist das ein Kopfproblem.“

Heute werde es schwer, Lippstadt hat erst einmal verloren, viermal gewonnen. Die Ochmoneks haben das Spiel verlassen, Kahre muss los. Der erste Vorsitzende schnappt sich den Kreidewagen, zieht noch einmal die Linien an der Stelle nach, wo nachher der Batter, also der Schläger stehen wird.

Ein paar Zuschauer sind schon da als es losgeht, sie tröpfeln nach und nach ein, gut zwanzig insgesamt.

Das Spiel beginnt, die Lizards fangen in der Defensive an. Sie verteilen sich in dem diamantförmigen Feld, um die geschlagenen Bälle der Lippstädter möglichst schnell zu fangen, den Ball vor dem gegnerischen Läufer zu einer der vier Bases zu bringen, um den Spieler auszumachen. Wenn drei Spieler aus sind, wechseln die Seiten.

Zwei Lippstädter schaffen es, das Spielfeld einmal zu umrunden, bevor der dritte Spieler aus ist, mit 0:2 übernimmt Herne den Angriff. Es läuft gut, die Lizards treffen die Bälle regelmäßig, die der Lippstädter Pitcher wirft. Dazu haben die Gäste Probleme mit der unebenen Wiese, viele Bälle verspringen nach dem Aufschlag auf dem Boden, sind kaum zu kontrollieren. Mit 5:2 führt Herne, als die Lippstädter den Lauf beenden, die Stimmung ist gut, eine Überraschung scheint möglich – allerdings erst nach dem ersten von insgesamt neun Innings.

Danach rückt Lippstadt die Verhältnisse schnell zurecht, die Schläger haben offenbar raus, wie der Herner Pitcher wirft, treffen fast immer. Die Bälle fliegen hoch und weit ungefähr in Richtung Schlosspark, die Herner können überhaupt nichts mehr verteidigen. Erst als der Lizards-Coach den Pitcher auswechselt, schaffen die Herner das dritte Aus, doch es ist zu spät, es steht 12:5 – das ist fast uneinholbar. Nach sechs Innings steht es 18:6, das Spiel wird beendet, da Lippstadt mit mehr als zehn Punkten führt – „Mercy Rule“ heißt das, die „Gnadenregel“.

Die Überraschung bleibt aus..Woran es gelegen hat? Lars Kahre sucht nach Gründen: „Vielleicht hätten wir eher den Pitcher wechseln sollen, aber hinterher ist man immer schlauer. Insgesamt hat sich unser Spiel heute besser angefühlt, wir haben über die meiste Zeit eine solide Verteidigung gespielt.“

Ein Hoffnungsschimmer. Den Klassenerhalt schreibt er noch nicht ab: „Nur der Letzte steigt ab. Wir spielen noch gegen Bochum und Münster, die liegen vor uns. Wenn wir beide schlagen, können wir es schaffen. Das sind Endspiele.“