Böhm und Peckelsen von der RSG Herne fahren Paris-Brest-Paris

Michael Peckelsen (l.) und Werner Böhm wagen sich auf die 1200 Kilometer lange Strecke Paris-Brest-Paris.
Michael Peckelsen (l.) und Werner Böhm wagen sich auf die 1200 Kilometer lange Strecke Paris-Brest-Paris.
Foto: Frahn/RSG

Es ist der prestigeträchtigste Fahrradmarathon der Welt: Paris-Brest-Paris, einmal von der französischen Hauptstadt durch die Bretagne zum Atlantik und wieder zurück. 1200 Kilometer. Alle vier Jahre findet das Rennen statt, in diesem Jahr fällt der Startschuss am 16. August – zwei der mehr als 6000 Starter kommen aus Herne: Michael Peckelsen und Werner Böhm.

Champagner unterm Eiffelturm

Die beiden Langstreckenspezialisten der Radsportgemeinschaft (RSG) Herne haben sich seit zwei Jahren auf das große Radsportereignis vorbereitet und mussten sich bereits im vergangenem Jahr mit Langstreckenfahrten über 200, 300, 400 und 600 vorqualifizieren. Damit aber nicht genug: Auch in diesem Jahr wurde die identische Qualifikation erneut von den beiden Sportlern verlangt und auch erreicht. Somit ist nun der Weg zum Start frei und beide RSGler dürfen auf die lange Strecke gehen. Persönliches Ziel der beiden: Eine Zeit um die 75 Stunden-Marke.

Viel wichtiger als die Zielzeit ist beiden allerdings das Erreichen der Ziellinie in Paris, um dann unter dem Eiffelturm die Teilnahme mit einer Flasche Champagner zu feiern.

Das Radrennen Paris-Brest-Paris hat eine spektakuläre Tradition, es ist das älteste, heute noch ausgetragene Radrennen der Welt. Vor der ersten Austragung im Jahre 1891 waren die Mediziner sich einig, dass diese Distanz nicht möglich wäre. Einer schrieb: „Das Fahrrad in einer solchen Überdosis wird den Fahrer so sicher umbringen wie eine Überdosis Arsen.“

Das haben inzwischen zwar mehrere Tausend Radsportler wiederlegt. Es ist aber nach wie vor eine unvorstellbare Herausforderung sich über etwa drei Tage ohne größere Unterbrechungen im Sattel zu halten und gegen Müdigkeit und Erschöpfung anzukämpfen.

Besonders freuen sich die beiden Herner auf die Atmosphäre, zu der die Unterstützung der Anwohner einen entscheidenden Teil beiträgt. In vielen Dörfern stehen die Bewohner Tag und Nacht mit Tischen, auf denen sie Wasser, Kaffee und Kekse anbieten – in der Bretagne auch gerne Crêpes. Immer wieder hört man »Bravo«-Rufe oder sieht Namen von Mitstreitern in großen Lettern auf der Straße geschrieben.

Die Veranstaltung hat in Frankreich einen extrem hohen Stellenwert und gilt als Krönung in der Karriere eines Radsportlers – auch für Peckelsen und Böhm.