Beherzte Aufholjagd bleibt ohne Lohn

HC Westfalia Herne -
TuRa Bergkamen 29:34

Halbzeit: 15:14.

HCW: Müller, Greger; Schumann, Bauer (6/2), Liedtke (1), Hettrich (5), Hodde (1), Dudenhausen, M. Scheunemann (1), F. Scheunemann (8), Barth (3), Rödiger (2), Schwitalski (2/2).

Die nach dem relativ klaren Ergebnis zu vermutende Überlegenheit des Tabellenvierten zeigte sich keinesfalls im gesamten Spiel. Bergkamen geriet mächtig ins Schwitzen, als die Herner nach dem 21:28-Rückstand mit offener Manndeckung auf Verfolgungsjagd gingen. Nach vier Serientreffern scheiterte der zuvor von der ungewohnten Rechtsaußenposition alle Chancen versenkende Fabian Scheunemann völlig freistehend, ließ sich aber nicht entmutigen und legte zwei Tore zum 27:29 nach. Als Jochen Müller nach vorangegangenen Paraden auch noch einen Strafwurf meisterte, wollte der HCW vier Minuten vor dem Abpfiff zu viel. Anstatt die Unsicherheit des Gastes weiter clever zu nutzen, sorgten hektische Aktionen für unerklärliche technische Fehler. Letztlich brach den Strünkedern nicht der physisch haushoch überlegene Gast das Genick, sondern eigene Unzulänglichkeiten.

Auch die im ersten Abschnitt ordentlich zupackende Abwehr wurde immer löchriger und leistete Jochen Müller zu wenig Unterstützung. Über die gesamte Distanz gesehen geht Bergkamens Sieg allerdings völlig in Ordnung. Diese Begegnung hat einmal mehr bestätigt, dass die Herner nur einen Anzug besitzen und die spielerischen Mittel bei einer Manndeckung für Tim Bauer sehr beschränkt sind.

Dabei waren es anfangs gerade Eins-zu-eins-Situationen, mit denen die Hünen im Gäste-Team ausgehebelt wurden. Einer besonderen Abwehrstärke hat Tura trotz körperlich robustem Einsatz den Sieg jedenfalls nicht zu verdanken. Auch rächte es sich für die Strünkeder, dass neben Julian Ihnen noch Robin Bartel (krank) und Philipp Sondermann (verletzt) fehlten.

Die Herner gaben auch nicht auf, als die Gäste nach einer Zeitstrafe für Bauer per Siebenmeter zum 19:19 ausglichen und sechs Tore nachlegten. Es wurde noch einmal richtig spannend, bis das bittere Ende kam. „Wir haben gekämpft und alles probiert. In der Manndeckung kamen wir zu vielen Ballgewinnen, die wir nicht konsequent genutzt haben. Eine starke Partie lieferte Fabian Scheunemann, auch Jerômé Barth zeigte sich formverbessert. Unsere personellen Möglichkeiten waren zu stark eingeschränkt“, war Trainer Jens Körner unglücklich.