Ausgleich in der 96. Minute

Entsetzen bei den SCW-Fans, die die Liveübertragung im Clubheim verfolgten.
Entsetzen bei den SCW-Fans, die die Liveübertragung im Clubheim verfolgten.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Erst in der sechsten Minute der Nachspielzeit kassierte der SC Westfalia Herne in Ahlen den Ausgleich – durch einen Elfmeter.

Rot Weiss Ahlen -
SC Westfalia Herne 1:1

Tore: 0:1 (42.) Luvuezo, 1:1 (90. +6) Ivancicevic (FE).

RWA: Stauder - Langesberg, Lindner (49. Meschede), Heermann, Dahlhoff - Schaffer, Backszat, Richter, Warweg (46. Yildirim) - Ivancicevic, Gültekin (72. Vasiliou).

SCW: Carpentier - Kosien, Zakrzewski, Luvuezo, Mützel - Bölstler, Zaskoku - Aktas (55. Schilling), Ferati (78 Karagülmez), Gumpert - Özbicerler (87. Kilic).

Schiedsrichter: Max Krämer (Münster).

Zuschauer: 1158.

Der SC Westfalia Herne hat in den letzten Wochen viel Lob eingeheimst, auch gestern wieder. Dennoch war die Stimmung in der Kabine der Strünkeder nach dem Schlusspfiff im Wersestadion eher gedämpft. In der 96. (!) Minute hatte der SCW beim haushohen Favoriten und designierten Regionalligaaufsteiger Ahlen das 1:1 kassiert – ein schmeichelhaftes Resultat für die Gastgeber, die sich durch diesen einen Punkt wieder an die Tabellenspitze setzten.

„Die Jungs waren natürlich niedergeschlagen. Aber inzwischen ist die Stimmung wieder besser“, gab SCW-Trainer Holger Wortmann anderthalb Stunden nach Spielenende zu Protokoll. Und: „Wenn mir am Samstag jemand gesagt hätte, dass wir dort ein Unentschieden holen, hätte ich sofort unterschrieben.“

Dass man den Elfmeter nach der Aktion von Christian Luvuezo pfeifen konnte, gaben auch Sebastian Mützel und Fatlum Zaskoku nach der Partie zu. Warum der 21-jährige Unparteiische Max Krämer aber die Uhr nach Ende der regulären Spielzeit satte sechs Minuten weiterlaufen ließ, dafür fehlte nicht nur Holger Wortmann die Erklärung.

Im SCW-Clubheim „Tilkowski“ wurde es bei der Liveübertragung, die gut 40 Fans verfolgten, mucksmäuschenstill, als der Elfmeterpfiff realisiert worden war. Bis dahin hatten die Westfalia-Anhänger gebannt bis euphorisch die Bilder und die Moderation ihres Pressesprechers Benny Backes, der live aus dem Wersestadion kommentierte, aufgesogen. Nach einer kurzen Phase der Fassungslosigkeit überwogen dann aber auch hier Freude und Stolz über einen „Bonuspunkt“, wie Holger Wortmann es später nannte.

Und den hatte sich die Westfalia auch redlich verdient. Die Strünkeder spielten von Beginn an couragiert wie in den letzten Wochen auf, hatten in den Zweikämpfen sogar ein Übergewicht und ließen Ahlen nie zur Entfaltung kommen. Die meisten Aktionen spielten sich allerdings zwischen den Strafräumen ab – bis zur 42. Minute. Nach einer Ecke von Fatmir Ferati scheiterte Luvuezo zunächst noch an Ahlens Schlussmann Stauder, im Nachsetzten bugsierte der aufgerückte Innenverteidiger den Ball aber zur Pausenführung über die Linie.

Mit Wiederbeginn erhöhten die Platzherren den Druck, aber die besseren Chancen hatte der SCW bei seinen Kontern. Zweimal liefen die Strünkeder – Dennis Gumpert in der 61. und Jean-Pierre Schilling in der 75. Minute – völlig unbedrängt auf das Ahlener Gehäuse zu, aber beide Male war der Abschluss kläglich. Das ärger Holger Wortmann, genau so wie die Tatsache, dass sein Team 30 Sekunden vor dem Elfmeter selbst einen Freistoß erhalten hatte, den Ballgewinn aber nicht sicher über die Zeit brachte.

„Trotzdem: Wir haben da eine gute Performance abgeliefert“, überwog bei Wortmann die Freude über eine gute Leistung seiner Mannschaft.