Aufsteiger übernimmt die Spitze

Platz zwei in Steinbeck: Das HTT-Quartett mit (v.r.) Sven Abbing,
Platz zwei in Steinbeck: Das HTT-Quartett mit (v.r.) Sven Abbing,
Foto: Dietz/HTT 11

Das Herner Triathlon-Team 11 sorgt in der NRW-Liga weiter für Furore. Hatte der Aufsteiger in Harsewinkel schon mit Rang zwei überrascht, bestätigte er nun beim Kurzstrecken-Wettkampf im münsterländischen Steinbeck diese Platzierung und sprang in der Gesamtwertung sogar an die Spitze. Etwas getrübt wurde die Freude über dieses tolle Ergebnis durch die umstrittene Regelauslegung der Kampfrichter, die Maik Bernhard eine vierminütige Zeitstrafe aufbrummten. Ohne diese Strafe hätte das Herner Team sogar den ersten Tagessieg feiern dürfen.

Mit Maik Bernhardt, Kolja Milobinski, Tolger Arnold und Sven Abbing schickte der HTT 11 sein stärkstes Kurzstrecken-Quartett ins Rennen über die olympische Distanz. Dabei ging es gleich vom Start weg richtig zur Sache. Im Mittellandkanal lieferten sich die Athleten harte Positionskämpfe. Die Spezialisten im 72-köpfigen Feld drückten mächtig aufs Tempo, um sich ein möglichst dickes Zeitpolster zuzulegen. Als erster Herner hatte Tolger Arnold die 1,5 Kilometer bewältigt, er stieg nach 20:59 Minuten als 23. aus dem Wasser. Rund eine Minute später folgten ihm Bernhardt (32.), Milobinski (41.) und Abbing (45.).

Aufholjagd auf der Radstrecke

Schnell raus aus dem Neopren-Anzug, rein in die Radschuhe – und ab ging die wilde Hatz auf den aerodynamischen Carbonrädern. Dreimal musste eine 14 km lange Schleife umrundet werden. In ihrer besten Disziplin starteten die Herner zur Aufholjagd. Bernhardt, Milobinski und Abbing sackten einen Gegner nach dem anderen ein und schoben sich langsam, aber stetig nach vorne. Dabei überholten sie auch kleine Gruppen, die im Pulk fuhren, ohne dass es von den auf Motorrädern mitfahrenden Kampfrichtern moniert worden wäre.

Das erschwerte die Aufholjagd der Herner, die meinten, stets regelkonform zu fahren. Nur ein Kampfrichter war da anderer Ansicht. Als ein Konkurrent Maik Bernhardt überholte und direkt vor dem HTT-Kapitän wieder einscherte, wertete der Kontrolleur dies als unerlaubtes Windschattenfahren und zeigte Bernhardt die Zeitstrafenkarte.

„Dass es ausgerechnet mich in dieser blöden Situation traf, war Pech. Dabei hatte ich vorher unsere Jungs noch darauf aufmerksam gemacht, dass wir genau darauf aufpassen“, ärgerte sich Bernhardt über vier Extra-Minuten, die seiner Zeit hinzu addiert wurden. „Aber man hätte meine Situation auch anders auslegen können.“

Beim Wechsel auf die Laufstrecke aber waren die Herner weit vorne dabei, nur Tolger Arnold hatte etwas abreißen lassen müssen. Der Neuzugang aber kämpfte sich auf der abschließenden 10km-Strecke wieder heran und beendet seinen ersten Start im HTT-Team auf einem starken 22. Platz.

Weiter vorne aber kämpften seine drei Kameraden um jeden Platz. Kolja Milobinski hielt sein Tempo konstant hoch und erreichte als 13. das Ziel. Gut zwei Minuten hinter Sieger Diederik Scheltinga (Bayer Uerdingen) und 20 Sekunden hinter dem zweitplatzierten Christoph Bergmann (Netphen) lieferten sich Abbing und Bernhardt einen vereinsinternen Sprint um Rang drei. Den gewann zwar Bernhardt, doch wegen der Zeitstrafe fiel der HTT-Kapitän auf Rang 19 zurück – und sein Team musste den Traum vom ersten Mannschaftssieg begraben. „Die sportliche Leistung zeigt, dass wir in der NRW-Liga angekommen sind“, war HTT-Sprecher Kalle Dietz sehr zufrieden. „So wie ich die Jungs kenne, werden sie den ersten Platz in der Gesamtwertung freiwillig nicht mehr abgeben wollen.“