Auch das war großer Sport

Mit einer netten Geste verabschiedeten sich die HTC-Basketballerinnen nach ihrem bislang erfolgreichsten Jahr in die kurze Weihnachtspause.
Mit einer netten Geste verabschiedeten sich die HTC-Basketballerinnen nach ihrem bislang erfolgreichsten Jahr in die kurze Weihnachtspause.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services

Was bleibt vom Sportjahr 2014 in Herne? Nachdem dem Rückblick auf das Fußballjahr lassen wir in dieser Ausgabe herausragende Ereignisse und wichtige Entwicklungen in anderen Sportarten Revue passieren, und das in einer – zugegeben – subjektiven Auswahl.

Basketballerinnen des Herner TC setzen sich in der absoluten deutschen Spitze fest.

Hatten sie 2013 nur wegen des Wolfenbütteler Rückzugs die Erstligazugehörigkeit halten können, haben die HTC-Damen in diesem Jahr den nächsten Schritt gemacht und sich in der absoluten deutschen Spitze etabliert. Ihre bislang stärkste Hauptrunde beendeten sie im Frühjahr als Vierte, schalteten in den Play-Offs die favorisierten Halle Lions aus und scheiterten erst im Halbfinale am TSV Wasserburg. Immerhin konnten sie dem Serienmeister als einziges Team ein Spiel in den Play-Offs abknöpfen. Mit zwei Siegen über Chemnitz sicherte sich der HTC abschließend DM-Bronze. Im Herbst knüpfte das Team um Trainer Marek Piotrowski nahtlos an die tolle Saison an, startete mit sechs Siegen und liegt nach dem ersten Rückrundenspiel hinter Wasserburg und Saarlouis auf dem dritten Platz. Auch im Pokal ist der HTC noch vertreten und hat am kommenden Sonntag die Chance, sich erstmals das Top-4-Turnier zu qualifizieren.

Tennis-Asse des TC Parkhaus verpassen haarscharf den DM-Titel.

Im Sommer 2014 schrieben die Herren 30 des TC Parkhaus Wanne-Eickel die dicksten Schlagzeilen. In München schnupperten sie bereits am DM-Titel, mussten sich dann aber im Endspiel dem Favoriten aus Ratingen noch mit 4:5 geschlagen geben. Auch ohne Benjamin Kohlloeffel, der sich beim 5:4-Sieg im Halbfinale verletzt hatte, führten die Eickeler Tennsicracks um den zähen Verteidigungskünstler Mariusz Zielinski im Finale mit 3:1. Den möglichen Sieg hatte Gorka Fraile auf dem Schläger, als er im Spitzendoppel beim Matchball einen Volley verschlug. So blieb den TCP-Assen die Krönung einer großartigen Saison verwehrt, und es gab Frust und Tränen, bevor sich doch der Stolz auf das Erreichte einstellte. Mit der DM-Endrunde in München endete auch ein langer Weg. Dieter Davidsen, die treibende Kraft hinter den Erfolgen, ist mit seiner Tennisschule ein paar Kilometer weiter nach Bochum gezogen. Trotzdem hat der TCP auch für die nächste Bundesligasaison gemeldet, will aber mit einem deutlich billigeren Kader und weniger hohen Ambitionen antreten.

Eishockey-Oberligist Herner EV überzeugt mit seriöser Arbeit und bleibt größter Publikumsmagnet.

Sie sind zwar „nur“ drittklassig, ziehen aber mit Abstand die meisten Besucher an: So knubbelten sich fast 2500 Eishockey-Fans in der Gysenbergalle, als der Herner EV im Oktober die Moskitos aus Essen empfing. Sportlich blickt der HEV auf ein starkes Jahr zurück. Als Aufsteiger erreichte er in der letzten Saison die Oberliga-Endrunde und wurde schließlich hinter Kassel, Duisburg und Hannover Vierter, auch in dieser Spielzeit liegen die Gysenberger als aktueller Tabellenzweiter voll auf Kurs. Grundlage für Erfolge auf dem Eis ist die seriöse Arbeit im Hintergrund, die sich auch in einer riesigen Investition niederschlug: Für 200 000 Euro wurden neue Verdichter für die Eisanlage angeschafft – wichtige Voraussetzung dafür, dass der HEV auch künftig viele Menschen mit seinem rasanten Sport unterhalten kann.

Westfalias Handballer feiern Aufstieg in die Verbandsliga.

Endlich geht’s im Handball wieder aufwärts. Nach etlichen vergeblichen Anläufen schaffte der HC Westfalia den Sprung zurück in die Verbandsliga, der er auch früher lange angehörte. Zwar tut sich das junge Team in dieser Liga mitunter schwer, hat aber durchaus schon gezeigt, dass es auf diesem Niveau mithalten kann. Vier Spiele konnte der HCW bereits für sich entscheiden. Damit ist die Basis für den Klassenerhalt gelegt, und dank der intensivierten Jugendarbeit sieht es auch für die Zukunft recht gut aus.

TTC Ruhrstadt qualifiziert sich für die eingleisige 2. Bundesliga im Tischtennis.

Auch Tischtennis wird in Herne weiter auf höchstem Niveau geboten. Nach dem Ausschluss aus der TTBL vor zwei Jahren hat der TTC Ruhrstadt sich auf das Abenteuer 2. Liga eingelassen. Mit Erfolg. In der Nordgruppe spielten die Herner oben mit und qualifizierten sich frühzeitig für die jetzt eingleisige 2.Bundesliga, in der sie auf Platz sieben überwintern.