Abstiegskampf spitzt sich zu

Wer am Boden ist, muss wieder aufstehen: Christian Luvuezo und der SC Westfalia wollen in Gütersloh ihre Serie von fünf Niederlagen beenden.
Wer am Boden ist, muss wieder aufstehen: Christian Luvuezo und der SC Westfalia wollen in Gütersloh ihre Serie von fünf Niederlagen beenden.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services

450 Spielminuten bleiben dem SC Westfalia Herne noch Zeit, sein Bleiberecht in der Fußball-Oberliga durchzuboxen.

Dazu muss sich die Wortmann-Elf den SV Zweckel vom Hals halten, der im Schneckenrennen um den rettenden vorletzten Platz nur noch einen Zähler hinter den Hernern rangiert. Um diesen kleinen Vorteil nicht zu verspielen, wollen die Strünkeder alles dafür tun, am Sonntag Zählbares vom FC Gütersloh mitzunehmen (15 Uhr, Heidewaldstadion).

Rückkehr an alte Wirkungsstätte

Für SCW-Trainer Holger Wortmann ist es eine Rückkehr zu seinem alten Wirkungsort. Fast drei Jahre lang war er am Heidewald tätig, um nur wenige Tage nach seinem Ausstieg im letzten Herbst in Herne anzuheuern.

„Das ist für mich kein Thema mehr. Wir haben hier in Herne so viele Dinge, die uns beschäftigen, dass wir uns über Gütersloh nicht den Kopf zerbrechen“, spricht er für seinen spielenden Co-Trainer Manuel Bölstler mit, der schon im Heidewald sein verlängerter Arm auf dem Spielfeld war.

In erster Linie beschäftigt den Trainer natürlich die aktuelle sportliche Situation. Schien sein Team bereits die Kurve gekratzt zu haben, als es im März/April in sieben Spielen ohne Niederlage 15 Punkte sammelte, so ist es danach durch fünf Niederlage in Folge wieder in eine Abwärtsspirale geraten. Wortmann aber sieht die Talsohle jetzt durchschritten, hat schon beim 1:2 in Lippstadt eine stark verbesserte Herner Elf gesehen. „Am Ende des Tages sind wir aber mit leeren Händen nach Hause gefahren“, bedauert er – und will genau das am Sonntag ändern. „Zusätzlich zum spielerischen Aufschwung ist es wichtig, mal wieder zu punkten, um auch für die nächsten Spiele mehr Sicherheit zu bekommen.“

Auch Gütersloh spielte zuletzt keine guten Resultate ein, ging vielmehr viermal als Verlierer vom Platz und wartet seit sieben Halbzeiten auf ein eigenes Tor. „Trotzdem ist das eine gut besetzte Mannschaft, die viel Erfahrung mitbringt und sehr konstant gespielt hat“, so Wortmann, der in Abwehrspieler Simon Schubert, Janis Kraus, Lasse Fischer Riepe und Torjäger Vadim Thomas die Gütersloher Leistungsträger sieht. Geschenke seiner ehemaligen Schützlinge erwartet der SCW-Coach nicht. „Auch Gütersloh wird alles geben, die Negativserie zu beenden, sonst gibt’s nämlich vom Publikum was auf die Mütze.“

Also muss der SCW sein Schicksal in die eigene Hand nehmen. Größere Verletzungsprobleme gibt es nicht. Wahrscheinlich wird Martin Zakrzewski ausfallen, vielleicht auch Onur Özbicerler. „Alle anderen sind fit“, so Wortmann.

Sollte das nach dem Abschlusstraining am Samstag immer noch so sein, hat er genügend Optionen, um ein schlagkräftiges Team aufs Feld zu schicken.