Abschiedsgala für Jana und Julia

Julia Röchner (Mitte) bejubelt in ihrem Abschiedsspiel ihren verwandelten Satzball zum 2:2-Ausgleich, dem die FdG-Damen dann noch einen gewonnenen Tiebreak folgen ließen.
Julia Röchner (Mitte) bejubelt in ihrem Abschiedsspiel ihren verwandelten Satzball zum 2:2-Ausgleich, dem die FdG-Damen dann noch einen gewonnenen Tiebreak folgen ließen.
Foto: SG FdG Herne
Was wir bereits wissen
Einen so erfolgreichen wie emotionalen Abschluss dieser Saison feierten Hernes Regionalliga-Volleyballerinnen mit dem 3:2-Sieg in Detmold.

Detmolder TV -
SG FdG Herne 2:3

Sätze: 23:25, 25:23, 25:23, 22:25, 11:25.

FdG: Bendikowski, Heynck, Kruska, Pietsch, Pommer, Pospiech, Röchner, Schäfer, Thewes.

Das letzte Spiel dieser Regionalligasaison markierte zugleich so etwas wie das Ende einer Ära im Herner Volleyballsport. Mit Jana Kruska und Julia Röchner verabschiedeten sich zwei der letzten Spielerinnen jenes Teams, das die SG Friedrich der Große Herne mit fünf Aufstiegen in Folge bis in die damals dritthöchste Liga geschmettert hat. Als zwölf-, 13-jährige Schülerinnen starteten die FdG-Girls damals ihren Siegeszug durch die Spielklassen und erreichten in ihrem „Abi-Jahr“ die Regionalliga, der die FdG seitdem angehört. Studium und Beruf rissen das Erfolgsteam danach Stück für Stück auseinander, jetzt zieht es auch zwei der letzten Gründungsmitglieder in die Ferne.

Hoch motiviert, die Serie von 0:9 Punkten aus den letzten drei Spielen zu beenden und Jana und Julia einen Sieg als Abschiedsgeschenk mitzugeben, fuhren die Hernerinnen nach Ostwestfalen. Da auch die Gastgeberinnen gewinnen mussten, um ganz sicher der Abstiegsrelegation zu entgehen, ließ schon die Ausgangslage auf eine eine heiß umkämpfte Begegnung hoffen.

Das Problem war nur, dass sich Detmold in der Rückrunde enorm gesteigert und sogar die Titelaspiranten aus Senden und Gladbeck geschlagen hatte. Demgegenüber entpuppte sich die Ankündigung von Uli Walkenhorst, endlich wieder in Mannschaftsstärke antreten zu können, als verfrüht. Neun Akteure wurden auf dem Spielberichtsbogen notiert, dreiviertel Stärke sozusagen. Keine guten Voraussetzungen also, um in der ehemaligen Residenzstadt zu bestehen.

Doch der Gast aus Herne hatte sich viel vorgenommen und legte durch Kira Schäfer ein 8:0 vor – bis die Heimmannschaft endlich ins Spiel fand und beweisen konnte, warum sie zu den besten Teams der Rückrunde zählt. Denkbar knapp hatte die FdG das glücklichere Ende für sich und lag auch im zweiten Durchgang bis zum Ausgleich bei 13 Zählern immer vorn, bevor Detmold sich den entscheidenden Vorteil erspielte und ebenso knapp ins Ziel brachte.

Und es blieb so eng. Es entwickelte sich ein Spiel, in dem bis kurz vor Schluss kein Favorit erkennbar war. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, die Herner Mädels wollten alle möglichen Spielminuten inklusive Tiebreak genießen, um die Abschiedsvorstellung ihrer Gründungsmitglieder so lang wie möglich auszudehnen, und die wirkten an der Inszenierung tatkräftig mit. Der vierte Satz endete mit einer Vorlage von Libero Jana Kruska, die von Spielmacherin Julia Röchner direkt zum Satzausgleich verwandelt wurde. Die schnappte sich sodann das Spielgerät zum Aufschlag im Tiebreak und legte mit sehenswerten Spielzügen auf 6:0 vor. Detmold konnte zwar noch verkürzen, aber das Blatt nicht mehr wenden. Dieser Abend und diese Gala gehörten Herne und sonst niemandem.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ging’s also im Mannschaftsbus zurück. In den weinerlichen Teil wurde auch Lena Thewes einbezogen, die ebenfalls ausbildungsbedingt aufhören wird.

Insbesondere am Zuspiel wird Trainer Uli Walkenhorst bis zum Beginn der neuen Saison zu knacken haben. Julia Röchners 15 Jahre auf der Spielmacherposition lassen sich nicht einfach ersetzen, und auch die Erfahrung einer Jana Kruska wird der FdG fehlen.