18 Tore, beste Laune und ein paar Tränchen

Sechzig Jahre Fußballerfahrung in einem Bild: Für Pascal Sickel und Franko Pepe ist nun Schluss.
Sechzig Jahre Fußballerfahrung in einem Bild: Für Pascal Sickel und Franko Pepe ist nun Schluss.
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Zum Abschiedsspiel von Franko Pepe und Pascal Sickel kommen mehr als 50 Weggefährtenund zahlreiche Zuschauer zusammen – und eine vierstellige Summe für den guten Zweck.

Was für ein schöner Schlusspunkt unter zweimal dreißig Jahren aktivem Fußballerdasein: „Es hat alles gepasst, es waren viele Zuschauer da, wir haben viele alte Bekannte wieder gesehen, es hat richtig Spaß gemacht“, war Franko Pepe glücklich, nachdem er seine Spielerkarriere offiziell beendet hatte. Auch Pascal Sickel fand: „Eine richtig gute Sache, schön, dass so viele da waren, das Spiel war ja auch als Abschiedsspiel für alle gedacht.“

9:9 trennten sich Team Pepe und Team Sickel in einem ansehnlichen Sommerkick. Das teilweise mäßige Tempo – vermutlich der strahlenden Sonne zuzuschreiben – machten die mehr als 50 Aktiven durch Kombinationen und Tore wett.

Mehr als 1000 Euro für Benni & Co.

Den ersten Hingucker lieferte Pascal Sickel persönlich: Nach fünf Minuten traf er per direktem Freistoß zur Führung, trotz der imposanten Zehn-Mann-Mauer, die ihm die Gegner in die Schussbahn gestellt hatten. Mehr als ansehnlich war auch das 7:3 für Team Pepe durch Jörg Kostrzewa – beziehungsweise der Jubel, bei dem sich „Jogi“ im sodingen-grünen Borat-Badeanzug feiern ließ – dafür gab es die erste Verwarnung des Tages von Schiedsrichter Serkan Besli.

Für die umstrittenste Szene des Nachmittags sorgten dann Franko Pepe und Uwe Ptok – Pepe beteuerte nachher, er sei „voll umgehauen worden“, die Gegenspieler reklamierten. Der – von beiden Seiten mehrmals verbal hart angegangene – Besli zeigte auf den Punkt. Pepe trat selbst an, bewies gleich dreifache Nervenstärke. Obwohl mit Marcel Johns, David Menke und Mike Maceri gleich drei Keeper auf der Linie standen, drosch Pepe den Ball zum 8:4 humorlos in die Tormitte. Zumindest Johns war sich keiner Schuld bewusst: „Meine Ecke war dicht“, sagte er, als er zurück auf die Auswechselbank musste.

Trotz der zwischenzeitlich hohen Führung für Team Pepe steckte die Mannschaft von Pascal Sickel nicht auf. Alleine er traf fünf Mal, auch sein Bruder Kevin, der die Veranstaltung mitorganisiert hatte, trug sich in die Torschützenliste ein, so dass es 9:9 stand, als die sichtlich gerührten Pepe und Sickel unter stehenden Ovationen auf dem Feld und der Tribüne den Platz verließen.

In der Schlussminute vergab Marcel Johns, inzwischen als Mittelstürmer im Einsatz, die Riesenchance auf den Siegtreffer für Team Sickel – absichtlich, wie er nachher betonte: „Der Schiedsrichter hat gesagt, wir sollen 9:9 spielen.“

Nicht nur deshalb war Serkan Besli, der zusammen mit Kevin Sickel Hauptverantwortlicher war, vollauf zufrieden: „Es war ja nicht nur ein Abschiedsspiel, sondern auch wie ein Klassentreffen. Ich musste mir als Schiedsrichter zwar viele Sprüche anhören, aber das war eine super Veranstaltung.“ Fand auch Marcel Johns: „Super organisiert, toll alle Leute wiederzusehen und das Stadion war gut besucht.“

Kevin Sickel war zwar ein wenig traurig, dass mehrere Spieler abgesagt hatten – das habe aber auch organisatorische Probleme erspart: „Die Resonanz war riesig, alle waren begeistert – wir hätten bei so viel Zuspruch fast über eine dritte Mannschaft nachdenken müssen.“ Sebastian Geppert, ehemaliger Spieler von DSC und SVS, ließ es sich nicht nehmen, wenigstens ein Präsent zu senden: Pepe und Sickel bekamen je ein Paar Fußballschuhe, eingraviert drauf jeweils 85 - 15 für Anfang und Ende der Karriere sowie Name und Rückennummer.

Jörg Kostrzewa, der mit beiden in Sodingen und Wanne-Eickel zusammengespielt hat, war nachher ebenfalls glücklich: „Das war eine tolle Verabschiedung für die beiden, mit denen ich ja die größte Zeit meiner Senioren-Karriere verbracht habe. Und wenn dann auch noch Geld für den guten Zweck dabei herauskommt, ist das umso schöner.“

Eine vierstellige Summe für die Aktion Benni & Co, die sich für muskelkranke Kinder einsetzt, hatten die Organisatoren erhofft – dass das Ziel erreicht werde, konnte Kevin Sickel schon kurz nach Abpfiff verkünden.

Es werden noch ein paar Euro dazu gekommen sein, denn auch nach dem Ende des offiziellen Teils blieben alle Spieler und auch ein großer Teil der Zuschauer anlässlich des Wiedersehens noch auf dem Feld, den Tribünen oder an den Verpflegungsständen – und das, obwohl auch der Himmel über dem Stadion nach dem Abschied von Pepe und Sickel noch ein paar Regentränen verdrückte.