Vom Pech verfolgt
27.09.2010 | 17:13 Uhr 2010-09-27T17:13:00+0200
VC Allbau Essen -
SG FdG Herne
3:1
Wenn es schon nicht gut läuft, kommt oft noch Pech dazu. Nach Jenny Heisel trug sich mit Isabelle Zwingmann eine weitere Mittelangreiferin längerfristig in die Krankenliste ein. Diagnose: Innenbandriss. Also musste der neue FdG-Trainer Knut Powilleit mit gerade mal sieben Feldspielerinnen und jeder Menge Sorgen im Gepäck nach Borbeck reisen, um gegen ein Team anzutreten, das am ersten Spieltag den amtierenden Vizemeister FCJ Köln in dessen Halle mit 3:1 bezwungen hatte. Wahrlich kein Spaziergang.
Der Not gehorchend, wechselte Jana Kruska in die Mitte und Gianna Castiglione nach außen. Doch die Probleme fingen diesmal bereits bei der Annahme an. Zu unkonzentriert, zu unpräzise wurden die ersten Pässe gespielt, Zuspielerin Julia Röchner musste sich viele Bälle erlaufen. Aber nicht nur die Abwehr agierte halbherzig, auch der Angriff blieb hinter den Erwartungen zurück. Kein Biss, keine Durchschlagskraft, kein Erfolg.
Bis Mitte des ersten Satzes konnte Herne noch irgendwie mithalten, dann aber setzte sich Essen praktisch mühelos ab, um im zweiten Durchgang einen Start-Ziel-Sieg hinzulegen. Herne zeigte kaum Gegenwehr, dafür aber wieder jede Menge unforced errors. Wenn zum wiederholten Male ein Aufstellungsfehler gegen Herne gepfiffen wird, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass dem Team das neue System noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist.
Coach Powilleit musste reagieren und wechselte Libero Nadja Peters nunmehr gegen Außenangreiferin Alex Friedrich aus, wodurch die annahmesichere Jana Kruska die Abwehr verstärken konnte. Dass er damit fast wieder beim alten Spielsystem angelangt war, beflügelte die Mädels geradewegs, denn das beherrschen sie im Schlaf und drehten mächtig auf. 24:14 hieß es kurze Zeit später, bevor Borbeck nochmals gefährlich nahe kam.
Euphorisiert von der Aufholjagd gingen die Essenerinnen im vierten Durchgang auch zunächst in Führung, doch Herne blieb dran, glich bei acht Zählern aus. Beim 10:10 setzte Trainer Powilleit auf die Aufschlagstärke von Sarah Polfuß, und die bedankte sich für das Vertrauen mit sechs Punkten in Folge. Doch der Vorsprung sollte nicht reichen. Punkt für Punkt holte Essen in der mittlerweile sehenswerten Begegnung auf, wehrte drei Satzbälle ab und glich zum 25:25 aus, bevor dann dass Schiedsgericht für die Entscheidung sorgte. Beim nächsten Spielzug hätte aus mindestens zwei Gründen gegen Allbau gepfiffen werden müssen. Der Pfiff kam zwar, doch der Punkt ging zum Entsetzen der mitgereisten Fans an Essen. Wie gesagt: Wenn es schon nicht gut läuft, …
Ein derartiger Schiedsrichter-Blackout, zudem beim Stande von 25:25, ist zwar mehr als ärgerlich, darf aber nicht über eigene Unzulänglichkeiten hinwegtäuschen. Einen 16:10-Vorsprung muss man über die Ziellinie bringen, und das haben die FdG-Damen diesmal einfach nicht geschafft. Daran wird zu arbeiten sein.
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