Spaziergang zum Titel
12.02.2012 | 15:13 Uhr 2012-02-12T15:13:00+0100
Nach gerade mal zweieinhalb Stunden wurde der Meister gekürt: Ohne Satzverlust gewannen die Herren 30 des TC Parkhaus Wanne-Eickel das Endspiel um die Westfalenmeisterschaft gegen ein ersatzgeschwächtes Quartett des RV Rauxel.
TC Parkhaus Wanne-Eickel -
Ruderverein Rauxel4:0
Das war eine klare Sache. Mit einem ungefährdeten 4:0-Endspielsieg über den RV Rauxel krönten sich die Herren 30 des Tennisclubs Parkhaus Wanne-Eickel zum Hallenwestfalenmeister 2011/12. Ihr sportliches Saisonziel haben die Eickeler damit souverän erreicht, ein anderer Wunsch aber blieb in Ansätzen stecken: Das Vorhaben, den Tennisfreunden der Stadt ein hochklassiges, spannendes, ja vielleicht sogar denkwürdiges Spektakel zu bieten.
Dazu war der Spielverlauf einfach zu einseitig, waren die Kräfte zu ungleich verteilt. Die meisten der gut 150 erwartungsfrohen Zuschauer ahnten es schon vor dem ersten Ballwechsel: Während die Hausherren mit ihren Ausnahmespielern Ferran Ventura, Benjamin Kohllöffel und Mariusz Zielinski antraten und auch für den kurzfristig ausfallenden Rainer Paschen mit Rodolfo Noriega einen starken Ersatzmann aufboten, mussten die Rauxeler auf zwei ihrer Topleute verzichten.
Ohnehin krasser Außenseiter, konnten sich die Gäste in dieser Konstellation ernsthaft keinerlei Hoffnungen auf eine Überraschung machen. Dennoch ließen sie sich nie hängen, kämpften unverdrossen um jeden Ball, verkauften sich so teuer wie möglich -- allein dafür gebührt ihnen Respekt. Mehr war einfach nicht drin.
Am ehesten noch hatte Nikola Merkovic die Chance, für die Gäste zu punkten. Rauxels Nummer vier lieferte sich mit Noriega lange Grundlinienduelle, schaffte nach einem Aufschlagverlust zum 2:3 gleich das Rebreak und wehrte beim 4:5 später auch die ersten Satzbälle ab, ehe er sich doch geschlagen geben musste. Mit dem Satzvorteil im Rücken wurde Noriega immer sicherer, zog gleich auf 4:0 davon und verwandelte wenig später seinen Matchball zur Eickeler 2:0-Führung.
Auf dem Nachbarplatz nämlich hatte Benjamin Kohllöffel sein Tagewerk schnell erledigt. Da konnte sich Rauxels Stefan Jaudschus noch so mühen, den präzise und druckvoll gespielten Bällen des Herner Ex-Profis konnte er oft nur staunend nachschauen. Mit seinem cleveren Winkelspiel, vor allem aber mit brillanten Volleys riss Kohllöffel die Zuschauer immer wieder zu Beifallsstürmen hin. Viele Tennisfreunde freuen sich nach diesem Feuerwerk schon auf den Sommer, wenn der Linkshänder bei den Bundesligaspielen des TCP auf Asche sein Können zeigt.
Absolut chancenlos waren die Gäste in der zweiten Runde. Im Spitzeneinzel gelangen zwar auch Timo Jogwer etliche spektakuläre Bälle, letztendlich aber machte der aus Spanien angereiste Ferran Ventura mit der Vorhand so viel Druck, dass der Rauxeler nicht dauerhaft standhalten konnte. Noch schlimmer erging es Colin Jost. So hart er die Filzkugel auch in die Ecken drosch, der flinke Mariusz Zielinski war schon da und spielte den Ball gnadenlos gut zurück. Nicht einmal ein Spiel gönnte Zielinski seinem Kontrahenten.
Nach gerade zweieinhalb Stunden war alles gelaufen, aufs Doppel wurde verzichtet. „Schade, dass Rauxel nur mit einem Rumpfteam kam und uns nie richtig fordern konnte. Wir haben jedenfalls alles getan, um den Zuschauern richtig was zu bieten“, so das Fazit von TCP-Sportwart Dieter Davidsen. Eines stand nach der Meisterparty aber dann doch noch auf seiner Positivliste: „Wir haben gezeigt, dass wir eine richtige Mannschaft sind. Toll, dass Ferran ohne Entgelt aus Barcelona gekommen ist, um uns zu helfen und im Kreise der Mannschaft zu sein.“
Einzel: Ferran Ventura - Timo Jogwer 6:1, 6:2; Benjamin Kohllöffel - Stefan Jaudschus 6:2, 6:0; Mariusz Zielinski - Colin Jost 6:0, 6:0; Rodolfo Noriega - Nikola Merkovic 6:4, 6:3.
Doppel: Nicht gespielt.
01:03
"„Schade, dass Rauxel nur mit einem Rumpfteam kam und uns nie richtig fordern konnte. Wir haben jedenfalls alles getan, um den Zuschauern richtig was zu bieten“, so das Fazit von TCP-Sportwart Dieter Davidsen."
Es tut uns sehr leid, dass wir Herrn Davidsen enttäuscht haben. Nur wird er sich wohl daran gewöhnen müssen, dass es auch in Zukunft in dieser Amateurliga keinen Verein geben wird, der sich ein Team leisten kann, welches gegen eine Mannschaft mit drei Ex-Profis mithalten kann.
Timo Jogwer