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Keine Lösung in Sicht

23.10.2009 | 16:43 Uhr
Keine Lösung in Sicht

Drohende Insolvenz des SC Westfalia Herne schockt Trainer und Mannschaft. Frank Schulz gibt die Hoffnung aber nicht auf.

Natürlich sei auch er aus allen Wolken gefallen, als sich am Donnerstag die Horrormeldung von der drohenden Insolvenz des SC Westfalia wie ein Lauffeuer verbreitete. „Das hat mich genauso geschockt wie meine Spieler”, bekannte Trainer Frank Schulz. „Ich wusste, dass es finanzielle Probleme gibt, aber die gibt es seit sechs Jahren. Dass es aber so schlimm steht, hat uns alle sehr überrascht.”

Und es steht schlimm, keine Frage. Schlimmer als bei all' den Untergangsszenarien der jüngeren Vergangenheit. „Ja, es stimmt. Wenn sich binnen 14 Tagen nichts tut, ist die Insolvenz nicht zu vermeiden”, bestätigte Jürgen Stieneke, Geschäftsführer, Ehrenpräsident und Hauptsponsor in Personalunion, gestern noch einmal. „Uns fehlen im Moment rund 100 000 Euro und für den laufenden Haushalt noch einmal 15 000 pro Monat.” Einige der Gläubiger hielten nicht länger still. „Uns drücken vor allem die Berufsgenossenschaft und der Verband”, so Stieneke. Die drohende Insolvenz des Traditionsvereins habe zwar die Öffentlichkeit aufgeschreckt und ihm zahlreiche Anrufe eingebracht von Leuten, die helfen wollen. „Aber was wir brauchen, das war nicht dabei”, so Stieneke. „Wir haben im Augenblick noch keine Lösung.”

Schulz nimmt Kontakt zum VfL Bochum auf

Auf eine schnelle, möglichst auch nachhaltige Lösung aber hoffen viele. Nicht zuletzt Mannschaft und Trainer. „Ich persönlich gebe die Hoffnung nicht auf. Dass Westfalia Herne untergeht, darf einfach nicht sein”, sagt Frank Schulz. „Immer wieder hat der Verein sich aufgerappelt. Es kann doch nicht sein, dass jetzt alles auseinanderfällt.” Lange will sich Schulz aber nicht mit derlei Beschwörungsformeln aufhalten. „Jetzt hilft nur eins: Zusammenstehen. Schuldzuweisungen und gegenseitige Vorwürfe wären das Letzte. Was wir nicht brauchen, sind Besserwisser, deren Kritik oft genug unter die Gürtellinie geht. Jeder muss sehen, wie er dem Verein helfen kann.” Er selbst habe bereits Kontakt zu Thomas Ernst aufgenommen, dem Manager des VfL Bochum, und einen Termin für nächsten Freitag vereinbart. „Vielleicht kann ich auch noch andere alte Kontakte nutzen”, will sich Schulz aktiv in die Rettungsbemühungen einbringen.

Deshalb werde er trotz der prekären Lage auch das Tagesgeschäft nicht vernachlässigen. Nach einer ersten Aussprache in der Kabine habe er am Donnerstagabend ein ganz normales Training abgehalten. Schließlich steht am Sonntag die Partie beim Aufsteiger TSG Sprockhövel (15 Uhr, Stadion Im Baumhof) auf dem Plan, und hier will der SCW seinen sportlichen Aufwärtstrend bestätigen - auch auf die Gefahr hin, dass ein möglicher Erfolg schon in wenigen Wochen wertlos sein kann, wenn der Spielbetrieb in der NRW-Liga eingestellt werden sollte. „Noch ist es nicht so weit. Ich gehe vom Positiven aus und bin überzeugt, dass die Mannschaft voll mitzieht”, hofft Schulz auf ein 90-minütiges Stück Normalität. „Die Spieler werden jetzt nicht aufstecken.” Ob jeder einzelne die Situation ausblenden und seine Topleistung bringen kann, wird sich aber erst auf dem Platz zeigen.

Wolfgang Volmer

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Kommentare
30.10.2009
19:35
Keine Lösung in Sicht
von nzkiwi | #11

Hallo Herne-Fans! Ein BVB.Fan aus Hamburg drückt Euch die Daumen. 250 Euro für ne Aktie ist happig; Kleinvieh macht Mist! Machts wie einst St.Pauli: bedruckt T-Shirts, verkauft Retter-Schals etc. Alles Gute!

24.10.2009
13:46
Keine Lösung in Sicht
von HarryHerne | #10

100.000 Euro fehlen und 15.000 Tausend kommen monatlich dazu...

Ich weiss nicht, welche Gelder Sponsoren so auf den Tisch legen, aber bei den Summen kann die Gegenwart die Fehler der Vergangenheit nicht gerade rücken. Und ich weiss auch nicht, ob man mit solchen Summen auf dieser Ebene um sich werfen muss.

24.10.2009
12:53
Keine Lösung in Sicht
von Jan_Cux | #9

Ein großer Akt der Solidarität wäre doch die Unterstützung unserer 3 Großen im Revier: Schalke, Dortmund und Bochum. Soll die Westfalia an den kommenden Sonntagen doch jeweils einmal in jedem Stadion vor dem angesetzten Bundesligaspiel ihr Spiel durchführen können und vom erhöhten Eintrittsgeld geht dann dieser symbolische 1 Euro an die Truppe aus Herne. Damit wäre doch die erste große Not gelindert bzw. getilgt.

Das wäre eine wirklich attraktive Form der Demonstration und wichtiges (weil richtiges) Signal des sportlichen Schulterschlusses der Traditionsmannschaften hier in unserm Revier. - Würde sicherlich auch die not-wendige mediale Aufmerksamkeit bringen!

Blau-weisse Grüße aus Bochum, tief im Westen...

24.10.2009
11:18
Keine Lösung in Sicht
von Rentner4rr | #8

Wenn man die Fussball spielen sieht und dafür noch eintritt bezahlen soll ist das schon eine Frechheit sollen sie in der Kreisklasse wieder anfangen da gehören sie auch hin

24.10.2009
11:13
Keine Lösung in Sicht
von wanber | #7

Das ist die beste Nachricht seit zwei Tagen. So einen Verein braucht kein Mensch. Erst auf große Hose machen und jetzt sind wieder alle anderen Schuld. Hofftentlich hat sich das Thema Westfalia Herne bald wirklich erledigt

24.10.2009
10:11
Keine Lösung in Sicht
von etushexer | #6

Hallo! Jetzt ist das Geschrei gross. Wo ward ihr , als der Kreis Gelsenkirchen gegen die DFL((Sonntagsspiele) protestiert hat.
Wir sind alle Fans von Schalke, Bochum oder Dortmund, aber Samstag. Der Sonntag gehört uns Amateuren! Basta!!!!

24.10.2009
07:40
Keine Lösung in Sicht
von Pörschke Elke aus Herne | #5

Als arg gebeutelter Eishockey-Fan kann ich gut nachvollziehen, was jetzt in dem einen oder er anderen Fußballbegeisterten los ist. Eins ist mal klar, die Stadt hat keine Knete und dem Stadtmarketing sind die Herner Einwohner und deren Traditionen schnuppe. Die setzen auf einmalige Events, wie den bekloppten Weihnachtskörl, damit sich mal ein Bochumer oder Essener hierhin verirrt und eine Bratwurst isst. Ob die ansässigen Firmen das Geld für ein Sponsoring haben oder nicht (es gibt immer was abzusetzen!!) kann ich nicht beurteilen. Aber es gibt wohl immer mehr studierte Manager, die irgendwas managen und kaum noch den Patriarchen, der vor Ort lebt und dessen Kinder und Neffen/ Nichten im Sportverein sind. Da müssen wie Fans ganz schön viele Bratwürste essen, um den Sport in Herne zu halten. Trotzdem viel Erfolg, super Idee mit der Mahnwache . Bleibt stark.

24.10.2009
01:12
Keine Lösung in Sicht
von A.Kowalsky | #4

siehe unter anderem STV Horst Emscher..

24.10.2009
01:10
Keine Lösung in Sicht
von A.Kowalsky | #3

Glückauf aus Wattenscheid,
es macht keinen Sinn mehr über den Sinn und Zweck dieser Liga und den damit verbundenen Kosten für die Vereine zu diskuttieren,Licht aus
Tradition in die Schublade und im Herzen und
fleißig RB Leipzig und TSG Hoppenheim zujubeln.So ist es gewollt-familienfreundlich und medienwirksam,fussball als event-da bleibt für den bier und bratwurst fan kein platz mehr

23.10.2009
22:39
Keine Lösung in Sicht
von Röhlinghausen | #2

Jörg, komm endlich zu uns! Wir werden immer zweiter, da kann nix passieren.

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