Im Spaziergang zum Ziel
29.01.2012 | 14:55 Uhr 2012-01-29T14:55:00+0100
Herner TC -
Rist Scala Ladybaskets86:48
Viertel: 25:8, 15:5, 33:11, 13:24.
HTC: Karic (18/2 Dreier), Worms (18, 17 Rebounds), Terzic (16/1), Delmis (9/3), Davis (6), Kassack (6), Tews (5), Mücke (4), Bräuer (2), Schmidt (2), Egert.
Freiwurfquote: 67% (8 von 12).
Rebounds: 42 (27 defensiv/15 offensiv).
Ladybaskets: Ramcke (12/3), Wegner (10), Härm (9/1), Tullius (8), Rathjen (7), Frey (2).
Freiwurfquote: 50 % (10 von 20).
Rebounds: 21 (17 defensiv/4 offensiv).
Die HTC-Damen hatten sich eine Menge vorgenommen, wollten ihrem Publikum nach der Pleite von Berlin richtig was bieten. Doch obwohl sich der Zweitliga-Spitzenreiter redlich mühte, schmackhafte Basketballkost zu servieren, obwohl Hallensprecher Heiko Dittinger stimmlich alles gab, der Partie Würze zu geben, blieb das Gebotene eher fad. Zu einem attraktiven Spiel, so die nicht ganz neue Erkenntnis des Abends, gehören nämlich immer zwei Teams.
Das der Gäste aber trat erst gar nicht in der Absicht an, zu einem spannenden Spiel beizutragen. Nur zu Sechst angereist, wirkten die Ladybaskets schon beim Einlaufen wie ein verlorenes, auch etwas verlegenes Häuflein, das sich angesichts der Herner Übermacht schon vor dem Sprungball mit seiner Statistenrolle abgefunden hatte. Die aber interpretierten die Wedelerinnen dann durchaus sympathisch. Stets fair, nie aufsteckend, zeigten sie auch bei einem 52-Punkte-Rückstand (76:24/31.) keine übellaunigen oder gar zickigen Reaktionen und schafften es sogar, das Ergebnis mit einem 24:10-Run in den neun Schlussminuten noch kosmetisch aufzuhübschen.
Auch deshalb war Marek Piotrowski weit davon entfernt, ein Loblied auf seine souveränen Siegerinnen zu singen. „Das war eine leichte Steigerung gegenüber Berlin“, meinte der HTC-Trainer, um mit feiner Ironie einen zweiten Satz anzufügen: „Immerhin haben wir die Tabellenspitze erfolgreich verteidigt.“
Daran allerdings bestand nie der geringste Zweifel. Die HTC-Damen legten gleich ein hohes Tempo vor und provozierten durch aggressives Pressing zahlreiche Wedeler Ballverluste, die sie zu leichten Körben nutzten. Dank zweier Dreier von Astrid Ramcke blieb der Gast bis zum 7:6 (3.) auf Tuchfühlung, dann zog der HTC unaufhaltsam davon, wobei sich im ersten Abschnitt vor allem Emina Karic (11 Punkte) und Britta Worms (9) auszeichneten.
Nach einer Fehlwurf-Orgie zu Beginn des zweiten Viertels brachte Angela Delmis mit ihrem ersten Dreier den HTC wieder auf Kurs. Als nach der Pause auch Minja Terzic ernst machte, rückte sogar die 100-Punkte-Schallmauer in Reichweite. Sie fiel nicht, weil Piotrowski munter durchwechselte und seinen jungen Spielerinnen viel Einsatzzeit gönnte. Eine sinnvolle Entscheidung.
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