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Fußball, Westfalia Herne

Hiesfeld statt Windeck

12.02.2010 | 16:33 Uhr
Hiesfeld statt Windeck

NRW-Liga-Spiel fällt aus, dafür kommt Niederrheinligist zum Test. Horst Albert verliert seinen Job als Co-Trainer von Frank Schulz. Herner Zukunft liegt weiterhin im Dunkeln.

Wolfgang Volmer

Bis zum Donnerstagabend hatten sie gehofft, heute mit zweiwöchiger Verspätung in die Saison starten zu dürfen. Nach einer Besichtigung des Rasens am Schloss Strünkede aber waren sich Platzkommission und Akteure einig: Die NRW-Liga-Partie des SC Westfalia Herne gegen Spitzenreiter Germania Windeck kann nicht stattfinden.

„Schade, wir sind gut drauf und hätten gern gespielt. Aber für das Wetter kann keiner was”, schickte sich SCW-Trainer Frank Schulz ins Unvermeidliche. „Der Boden ist knochenhart gefroren, da ist die Verletzungsgefahr einfach zu groß.”

Sprach's – und hängte sich in die Leitung, um einen Testspielgegner zu finden. Eine halbe Stunde später konnte er Vollzug melden. Niederrheinligist TV Jahn Hiesfeld tritt am Samstag um 14.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz an der Forellstraße zum Freundschaftsspiel an.

Kritik am Vorstand

Gleichwohl bleibt die Situation in Herne unbefriedigend. In vielerlei Hinsicht. Wo die Nerven durch die Wetterlage ohnehin angespannt sind, wo sich Emotionen nicht auf dem Platz ausleben lassen, da entsteht ein Vakuum, das schnell negativ aufgeladen wird. Jetzt hat Horst Albert seinem Frust Luft gemacht und sein Ausscheiden als Co-Trainer zum Saisonende angekündigt. Der Verein werde amateurhaft geführt, begründete Albert diesen Schritt. Er bemängelte fehlende Rückendeckung durch den Vorstand bei Konflikten der jüngeren Vergangenheit wie dem Nichtantreten zur Hallenstadtmeisterschaft oder öffentlicher Kritik durch das vorherige Trainergespann.

Womit Albert eine Reaktion geradezu provozierte. „Das sind unglaubliche Vorwürfe, die ich als pure Unverschämtheit empfinde”, ärgerte sich Vorsitzender Horst Haneke. „Ein Mann, der noch nie einen Verein trainiert hat, erlaubt sich so etwas. Wenn Albert zu einem Bundesligisten will, soll er zu einem Bundesligisten gehen. Wir sind ein Amateurverein und haben kein Geld.”

Nach Erscheinen des Interviews setzte sich der engere Führungszirkel des SCW mit Haneke, Jürgen Stieneke, Georg Orthmann und Timur Camci zusammen und kam schnell zu dem Ergebnis, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht länger möglich sei. „Noch am Donnerstagabend haben wir uns dann getrennt”, so Haneke. „In gegenseitigem Einvernehmen.”

Schulz schweigt

Cheftrainer Frank Schulz bedauert diese Entwicklung. „Zweifellos war Hotte jemand, der unser Kollektiv befruchtet hat. Mehr möchte ich dazu aber im Moment nicht sagen.” Er selbst habe einen laufenden Vertrag, den er zu erfüllen gedenke. „Natürlich mache ich mir wie jeder einzelne Spieler auch Gedanken, wie es hier im nächsten Jahr weitergeht. Zu gegebener Zeit werde ich mich erklären.” Jetzt gelte es erst einmal, Ruhe reinzubringen. „Der Verein ist in einer schweren Situation. Das ist für alle momentan nicht so einfach.”

Was Horst Haneke bestätigt. Der Vorsitzende wurde sogar konkreter. „Wir haben noch keine Ahnung, wie es in der nächsten Saison weiter geht. Vieles hängt von einem möglichen großen Sponsor ab, mit dem wir seit vier, sechs Wochen verhandeln. Bis Ende Februar, Anfang März müsste sich das entscheiden.”

Da lugt es wieder durch die Tür, das Gespenst namens Insolvenz.

Wolfgang Volmer

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