Herner Jugendstil
03.06.2011 | 14:14 Uhr 2011-06-03T14:14:00+0200
Nur eine Woche nach dem Abschluss der NRW-Liga-Saison hat der SC Westfalia 04 Herne seine Personalplanungen für die kommende Spielzeit bereits weitgehend unter Dach und Fach. Vereinsführung und Trainer Uli Reimann haben viele junge Spieler verpflichtet und den angekündigten Neuaufbau damit konsequent umgesetzt – konsequenter sogar, als es Reimann für wünschenswert gehalten hatte. Der Trainer hatte noch am Sonntag davon gesprochen, Spieler wie Ludwig Kofu-Asenso und Sebastian Freyni halten und eventuell auch den abwanderungswilligen Tim Kilian zum Bleiben bewegen zu können.
Allerdings nicht zu jedem Preis. Der Etat für den Spielerkader soll laut Geschäftsführer Jürgen Stieneke nämlich um etwa 50 Prozent reduziert werden. Unter diesen Bedingungen war offenbar keine Einigung mit den umworbenen Spielern zu erzielen.
So meldet der SCW gleich 15 Neuzugänge von anderen Vereinen, zudem steigen fünf Spieler aus der erfolgreichen A-Jugend des SCW in die erste Mannschaft auf. Nur fünf bis sechs Akteure der diesjährigen Mannschaft spielen auch in der kommenden Saison am Schloss, darunter Tino Westphal als erfahrener Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld. Unklar ist lediglich noch der Verbleib von Keeper Pascal Kurz. „Trainer Uli Reimann, Manager Ingo Finkenstein und ich haben in den letzten Wochen hinter den Kulissen mit Volldampf gearbeitet“, erklärt der Vereinsvorsitzende Horst Haneke. „Wir haben aber ganz bewusst keine einzelnen Verpflichtungen bekannt gegeben, um die Konzentration auf den Klassenerhalt nicht zu stören.“ Den neuen „Jugendstil“ am Schloss begrüßt Horst Haneke ausdrücklich: „Jeder weiß, dass wir unsere finanziellen Belastungen senken müssen. Mit der Verpflichtung vieler junger Spieler machen wir aus der Not eine Tugend. Wir bieten den Fans eine attraktive, hungrige Mannschaft, mit der sie sich voll identifizieren können.“
Einen besonderen Coup landete SCW-Manager Ingo Finkenstein mit der Verpflichtung von Nicolas Stevanovic. Der 23-jährige Franzose stammt aus der Jugend des mehrfachen Europapokal-Teilnehmers AJ Auxerre. Er wechselt von Sénart-Moissy aus der höchsten französischen Amateurliga CFA ans Schloss.
09:50
das mit dem Jugendstil ist so eine Sache. Kann sein, dass man durch hervorragende Scouts und Fussballsachverstand wirklich einzelne Juwelen herauspickt.
Kann aber auch sein, dass keine Mücken da sind, um auch nur annähernd geeignete Spieler zu holen.Dann streut man mit dem im Artikel näher beschriebene Vorgehen eigentlich den Leuten nur Sand in die Augen und belügt sich selbst.
Sehr schön auch die Beschreibung dieses Franzosen. Der ist jetzt 23; das mit der Jugend vom AJ Auxerre war also schon vor Jahren. Danach hat der Junge wohl nicht mehr den Dreh gekriegt und ist selbst in Frankreich bei den Amateuren gelandet. Aber selbst dann: was in aller Welt hat den Menschen zu dem Vereinsimitat am Schloss gezogen? Welches könnte ein Grund sein, sich in Kenntnis der Verhältnisse und der unglaublichen Eskapaden in den letzten Jahren dieser Vereinskarikatur anzuschließen?
Lasst euch keinen Sand in die Augen streuen. Mal sehen, was da wieder für Ausreden und schöne Sprüche kommen.