Eine doppelt ausgezeichente Idee
02.12.2009 | 16:10 Uhr 2009-12-02T16:10:00+0100Die Sportgemeinschaft Friedrich der Große freut sich über eine Finanzspritze von Landesregierung und Landessportbund: 1000 Euro bekommt die SG FdG – für ein Projekt, das helfen soll, Kinder aus Zuwandererfamilien einzubinden.
„Wir nehmen alle auf und versuchen, alle zu integrieren”, sagt Margot Willing (72). Sie leitet den Nichtschwimmerkurs für Mädchen, ihr Mann Theo (72) betreut die Jungen. Schon 2008 riefen sie solche Kurse ins Leben, doch damals „gab es Schwierigkeiten”, sagt Willing. Denn das Training im Lehrschwimmbecken der Erich-Kästner-Schule in Pantringshof wurde und wird vor allem von Kindern aus Horsthausen besucht, mehr als die Hälfte der Jungen und Mädchen haben einen „Migrationshintergrund”. Wenn Margot und Theo Willing diesen Kindern sagten, was sie tun sollten, sie langsam an das den Nichtschwimmern unbekannte Wasser heranzuführen suchten, dann kam es öfters vor, dass die Kleinen nicht wollten. „Sie waren verunsichert, haben uns nicht akzeptiert.” Den Willings war klar: „Wir müssen die Eltern mit einbinden.”
Das haben sie nun getan. Die Fünf- bis Neunjährigen gehen mittlerweile nicht mehr alleine zum Schwimmen, sondern gemeinsam mit einem Elternteil: Die Mädchen mit ihren Müttern, die Jungs mit ihren Vätern. Die Eltern nehmen die Rolle der Vermittler ein. Margot und Theo Willing geben Instruktionen, die Eltern erklären gegebenenfalls oder trösten ihr Kind, wenn es Angst bekommt. „Den Kindern fällt es schwer, uns als Fremden zu vertrauen”, sagt Willing. Die „Ur-Röhlinghausenerin”, die seit neun Jahren mit ihrem Mann in Erkenschwick wohnt, ist vom Erfolg des Konzepts überzeugt: „Wenn ihre Eltern dabei sind, fühlen sie sich wohler.”
Die 1000 Euro, die der Verein für diese aus Sicht der Förderer gelungene Integrationsarbeit erhält, möchte die SG FdG u. a. für den Kauf von speziellen Gürtel nutzen, die Anfängern die Gewöhnung ans Wasser erleichtern sollen.
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