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Ein Traum wird wahr

28.06.2012 | 16:10 Uhr
Ein Traum wird wahr
Ein starkes Gespann: Die deutschen Schiedsrichterinnen Marina Wozniak, Bibiana Steinhaus und Katrin Rafalski wurden von der Fifa auch für das olympische Frauenfußballturnier nominiert. Bei der WM 2011 leitete dieses Trio sogar das Endspiel. Foto: dapd

Neben Ruderin Constanze Siering hat Herne zumindest eine weitere Olympia-Teilnehmerin: Fußball-Schiedsrichterin Marina Wozniak wurde als Assistentin im Gespann von Bibiana Steinhaus für das olympische Frauenfußballturnier nominiert.

Für die deutsche Frauen-Fußballnationalmannschaft sollte die WM 2011 in Deutschland ein ganz eigenes Sommermärchen werden. Alle sprachen schon vom nächsten WM-Titel. Stattdessen das bittere Ergebnis: Aus im Viertelfinale gegen die späteren Weltmeisterinnen aus Japan. Selbst die Qualifikation für die Olympischen Spiele diesen Sommer in London schaffte das Team von Trainerin Sylvia Neid nicht. So wurde die WM im eigenen Land zur großen Bühne für drei andere Deutsche: Bibiana Steinhaus, Katrin Rafalski und Marina Wozniak. Sie leiteten als Schiedsrichtergespann das Finale in Frankfurt. „Das war der bis dahin größte Moment in meiner Karriere“, blickt die Hernerin Marina Wozniak noch heute gerne zurück.

In naher Zukunft werden weitere große Momente folgen. Denn auch bei der FIFA blieb die herausragende Leistung des deutschen Gespanns während der Weltmeisterschaft nicht unbemerkt. Sie wurden für die Olympischen Spiele nominiert. Einmal mehr haben sie dem DFB-Team etwas voraus. „Es ist dennoch schade, dass die deutsche Mannschaft nicht dabei ist“, wäre Wozniak auch gerne in größerer Begleitung auf die Insel geflogen. Die Freude über die Nominierung ist trotzdem groß. „Zunächst war ich etwas überrascht. Dann nur noch glücklich“, erinnert sich Wozniak an den Moment der frohen Botschaft. Insgeheim habe sie auf die Olympia-Teilnahme gehofft, aber dass Hoffnungen nicht immer wahr werden, weiß das DFB-Team der Frauen nur zu gut.

Der Charme von Old Trafford

Nervös ist Marina Wozniak nicht. „Angespannt vielleicht. Aber das ist ja völlig normal“, sagt sie selbst. Auch wenn sie schon um die 60 Frauen-Bundesligaspiele leitete, Einsätze bei drei Pokalendspielen hatte und nicht zuletzt bei Europa- sowie Weltmeisterschaften an der Linie stand. Die Olympischen Spiele in London liegen in einer noch völlig anderen Größenordnung. Das altehrwürdige Old-Trafford-Stadion von Manchester United gehört ebenso zu den Spielstätten wie das neue Wembley-Stadion mit einem Fassungsvermögen von rund 90 000 Zuschauern. Das Mutterland des Fußballs versprüht seinen ganz eigenen Charme.

Wie viele Spiele das deutsche Gespann leiten darf und in welche Stadien es geht, weiß Wozniak noch nicht. Insgesamt sind zwölf Schiedsrichterinnen und 24 Assistentinnen nominiert, die die 18 Gruppen- und acht Endrundenspiele leiten werden. Fest steht für Wozniak nur, dass es eine außergewöhnliche Erfahrung wird: „Es wird ja nicht nur Fußball gespielt. Bei Olympia kommen die besten Sportlerinnen und Sportler der Welt zusammen.“ Für die 32-Jährige sind die Olympischen Spiele das neue absolute Highlight in ihrer Karriere: „Nach der EM und WM habe ich mit Olympia jetzt alles erreicht, was man als Schiedsrichterassistentin erreichen kann.“

Als Grund zum Aufhören sieht sie es aber nicht: „Ich bin fußballverrückt und will noch ganz lange weiter machen.“ Nach Olympia dann auch wieder im deutschen Ligaalltag. Statt Wembley und Old-Trafford geht es dann neben der Frauen-Bundesliga auch wieder durch die Stadien der deutschen Oberligen im Herrenfußball.

Thimo Mallon


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