Ein Sieg ist nicht genug
27.01.2012 | 16:19 Uhr 2012-01-27T16:19:00+0100
Nein, dieser Gegner verbreitet nun wirklich weder Angst noch Schrecken. Wenn die Rist Scala Ladybaskets aus Wedel am Samstag um 18 Uhr in die Sporthalle der Mont-Cenis-Gesamtschule einlaufen, werden sie ahnen, was ihnen blüht: ihre zwölfte Saisonniederlage in der 2. Bundesliga. Und die dürfte vermutlich ziemlich deftig ausfallen.
Denn der gastgebende Spitzenreiter Herner TC kann sich kaum damit zufrieden geben, dem Schlusslicht zwei Punkte abzuknöpfen. Vielmehr haben die HTC-Damen allen Grund, eine kleine Basketball-Show zu inszenieren und mit einer starken Leistung nebst einigen spektakulären Aktionen die Gunst ihres Publikums zurück zu erobern.
Der arrogante Auftritt am letzten Wochenende in Berlin nämlich hat nicht nur Trainer Marek Piotrowski ziemlich gestunken. Auch die zahlreichen Herner Fans, die sich ein nettes Wochenende in der Hauptstadt gönnen wollten, waren wenig amüsiert. So hatten sie sich den Kurztrip an die Spree nicht vorgestellt.
Die Bereitschaft dürfte allerdings groß sein, diesen bislang einmaligen Ausrutscher in einer ansonsten makellosen Spielzeit zu verzeihen. Denn selbst für erfahrene Spielerinnen wie Minja Terzic, Angela Delmis oder Brittney Davis ist es keine Leichtigkeit, Woche für Woche gegen vermeintlich schwächere Gegner mental und physisch hundert Prozent zu geben. Und viel weniger darf es nicht sein, um keine unliebsame Überraschung zu erleben.
Dass die Ladybaskets ihren einzigen Sieg ausgerechnet vor 14 Tagen gegen Berlin feierten, wo der HTC eine Woche später Federn ließ, mutet fast wie eine Posse an. Zugleich dürfte es Mahnung genug sein, auch dem heutigen Gegner mit gebührendem Respekt zu begegnen. Die Namen allerdings dürften nur wirklich Eingeweihten etwas sagen: Kopf des jungen Teams von Trainer Alexander May ist die 32-jährige Centerin Daniela Koch, beste Werferin ist Astrid Ramcke, die es vor allem aus der Distanz versucht. Ausländische Profis sucht man im Wedeler Aufgebot vergebens. Aber das muss ja kein Nachteil sein, wie in Berlin zu sehen war.
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