Böse Bauchlandung
25.01.2010 | 17:05 Uhr 2010-01-25T17:05:00+0100Herner Damen kassieren gegen abstiegsbedrohte Dülmenerinnen eine ernüchternde 0:3-Heimniederlage, bleiben aber an der Tabellenspitze.
SG FdG Herne - TV Dülmen 0:3
Sätze: 19:25, 29:31, 17:25.
FdG: Bartonitz, Castiglione, Friedrich, Heisel, Kruska, Peters, Röchner, Simanzik, Zwingmann.
Dass Sport nicht nur aus Gewinnen besteht, dieser Lernprozess blieb den FdG-Damen lange erspart. Vor ziemlich genau einem Jahr erst endete ihre unglaubliche Serie von 60 Siegen - damals war es fast eine Erleichterung, zumal der Aufstieg nie gefährdet war. Ein Jahr später sieht es anders aus. Gegen Dülmen, ein Team aus der Abstiegsregion, setzte es eine deftige Heimklatsche, und nach drei Niederlagen in den letzten fünf Spielen sieht es so aus, als wollten sich die reifer gewordenenen FdG-Girls ans Verlieren gewöhnen.
Vor einer Woche konnte das Zwingmann-Team eine Blamage beim Schlusslicht gerade noch verhindern. Die neuerliche Auseinandersetzung mit einem Kellerkind endete weniger glücklich. Völlig verdient setzte sich die an diesem Tage bessere Mannschaft durch.
Dabei begann es gar nicht so schlecht aus Herner Sicht. Der TV legte zwar druckvoll los, doch Herne konterte und verwandelte den Rückstand in eine 11:6-Führung, bevor Dülmen mit einer Angabenserie die ersten Schwächen in der Herner Feldabwehr aufdeckte. Dem Einstand bei 12 Zählern folgte bei zunächst wechselnder Führung die Erkenntnis, dass es nicht rund lief im FdG-Team. Der Block löchrig, der komplette Angriff mit Ladehemmung, da war der Satzverlust eine logische Folge.
Die Gäste dagegen spielten wie aus einem Guss und nach dem unverhofften Satzgewinn auch sehr selbstbewusst. So lief Herne im zweiten Satz ständig einem Rückstand hinterher – beim 15:21 ein fast aussichtsloses Unterfangen. Doch die Hernerinnen bewiesen Moral, kämpften sich heran und hatten bei 24:23 Satzball. Es sollte nicht der letzte bleiben. Dülmen wehrte ab, ging selbst in Führung, bevor Herne wieder am Zuge war. Beide Teams wussten, dass die Partie auf Messers Schneide stand, und kämpften bis zum Umfallen um jeden Ball. Was in dieser Phase auf dem Feld geboten wurde, war wirklich sehenswert und nichts für schwache Nerven. Nach erneutem Einstand bei 29 Punkten besiegelten ein Dülmener Ass und ein verschlagener Herner Angriff das Schicksal des Tabellenführers, der im dritten Durchgang keine nennenswerte Gegenwehr mehr leistete.
Woran es liegt, dass die Mannschaft ihr Potenzial zurzeit nicht abrufen kann, vermag auch Trainerin Zwingmann nicht zu erklären. „Darüber wird zu reden sein” , gab sie knapp zu Protokoll. wv
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