Wie eine Fahrt auf der Achterbahn

Lautstarke Unterstützung gab es im entscheidenden Spiel gegen Grün-Weiß Wuppertal.Foto: Sander
Lautstarke Unterstützung gab es im entscheidenden Spiel gegen Grün-Weiß Wuppertal.Foto: Sander
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Hattingen..  Eine emotionale Achterbahnfahrt haben die Sportfreunde Niederwenigern in der Spielzeit 2014/2015 absolviert. Aber es war auch eine Saison, die zu einem guten Ende gebracht wurde – gewissermaßen in der Nachspielzeit.

Zwei Relegationsspiele waren zu bewältigen, ehe die Landesliga für eine weitere Spielzeit gebucht war. Und diese beiden Spiele brachten das ganz Dorf auf die Beine. Zum Auswärtsspiel gegen die VSF Amern pilgerten 300 Wennische an den Niederrhein, und das Heimspiel gegen Grün-Weiß Wuppertal wollten gar mehr als 1 000 Anhänger der Sportfreunde sehen. Gerade dieses Partie, die mit 6:1 gewonnen wurde, wird wohl noch Jahre in Erinnerung bleiben. „Wenn man wüsste, dass es am Ende gut ausgeht, dann müsste man ein solches Spiel eigentlich in jedem Jahr machen“, sagt Niederwenigerns Fußball-Abteilungsleiter Bertold Pieper, der von der Unterstützung der Fans überwältigt war. „Das war großartig, einfach sensationell“, sagt Pieper. „Es gab eine unglaubliche Emotionalität, und wir können uns nur bedanken, dass uns das ganze Dorf unterstützt hat. Vielleicht zeigt das aber auch, dass wir hier in der Vergangenheit einige Dinge nicht ganz so falsch gemacht haben.“

Eine Klasse unter der Oberliga

Niederwenigern feierte den Klassenerhalt wie einen Aufstieg. Irgendwie war es ja auch einer, wie Trainer Jürgen Margref immer wieder betonte. Denn im Fußball-Verband Niederrhein wurde die Landesliga von drei auf zwei Staffeln reduziert, und weil es eine Niederrhein-Liga schon seit Jahren nicht mehr gibt, sind die Sportfreunde direkt unter der Oberliga angesiedelt.

Niederwenigerns Fußball-Abteilungsleiter gibt unumwunden zu, dass er zwischenzeitlich in großer Sorge gewesen sei. Vor allem nach den Niederlagen gegen Speldorf und Wesel-Lackhausen, also gegen unmittelbare Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg. Doch die Sportfreunde haben es am Ende noch umgebogen – auch durch ihre Willenskraft und sicher auch durch körperlicher Kraft. „Da muss ich Richard Jankowski loben“, sagt Pieper. „Er ist bei uns ja nicht nur Torwarttrainer, er kümmert sich auch um die Fitness der ganzen Mannschaft. Und als es im letzten Spiel darauf ankam, konnten wird noch zulegen. Die Wuppertaler waren dagegen nach einer Stunde platt.“

Mannschaft bleibt zusammen

Durch den Klassenerhalt sind auch die Planungen für die neue Saison leichter geworden. Bertold Pieper nennt in dieser Hinsicht ein Beispiel: „Marius Müller hat bei uns für ein weiteres Jahr zugesagt. Ich weiß nicht, wie das im Falle eines Abstiegs gewesen wäre. Und wenn ein so wichtiger Spieler geht, dann überlegen sich vielleicht auch andere, ob sie sich die Bezirksliga noch einmal antun wollen.“

Marius Müller gehört sicher zu den Aufsteigern der Saison. Ähnlich wie Sidney Rast, der in Niederwenigern die linke Seite bearbeitet. Anfangs offensiv, in der Rückrunde meist defensiv. Den Part in der Viererkette übernahm Rast von Christopher Weusthoff, dem Bertold Pieper ebenfalls eine enorme Wertschätzung entgegen bringt. „Menschlich ist er absolut herausragend. Solche Spieler sind ganz wichtig für eine Mannschaft, sie halten den Kader zusammen.“

Den Kader zusammenhalten wollen die Sportfreunde auch über die Saison hinaus. Und Bertold Pieper ist sich auch sicher, dass das gelingen wird, um dann mit voller Konzentration in die neue Saison zu gehen. Die wird angesichts der Zusammenstellung der Liga sicherlich nicht leicht, doch es wird eine halbwegs normale Spielzeit. Aus einer 18er-Liga steigen am Ende drei Mannschaften ab. Zum Vergleich. Aus der 14er-Liga der Saison 2014/2015 sind am Ende vier Mannschaften herausgefallen.