Westfalia Welper überrascht sich selbst

Raphael Willeke.
Raphael Willeke.
Foto: Fischer

Hattingen..  Mit einer in großen Teilen veränderten Mannschaft hat sich die DJK Westfalia Welper in der gerade abgeschlossenen Handball-Landesliga-Saison prächtig geschlagen. Die Welperaner landeten in der Abschlusstabelle mit 25:27-Punkten auf einem überaus erfreulichen sechsten Tabellenplatz. Das ständig als Bedrohung angesehene Abstiegsgespenst hatte sich schon sechs Spieltage vor dem Saisonende nach dem 34:22-Heimsieg gegen den HC TuRa Bergkamen II verflüchtigt. Und damit hatte in Welper niemand ernsthaft gerechnet.

Mit großen Sorgen waren die Welperaner in die Vorbereitung gestartet. Jens Berger, Kris Jasinski, Marc Schulz und Andreas Moog wollten aus beruflichen Gründen ganz aufhören oder kürzer treten und Sören Baumann drohte mit einer schweren Knieverletzung eine monatelange Pause. Plötzlich blieben aus der Stammsieben des Vorjahres mit Tobias Lask, Björn Trompeter und Manuel Maerz nur noch drei Spieler übrig. „Da haben wir uns schon reiflich überlegt, ob wir uns die Landesliga antun oder gleich mit der ersten Mannschaft freiwillig in die Bezirksliga und mit der zweiten Mannschaft in die Kreisliga runter gehen sollen“, so Welpers Trainer Michael Wolf.

Welper nimmt Herausforderung an

„Nach gründlicher Abwägung haben wir uns dann entschieden, die große Herausforderung Landesliga trotz aller Unwägbarkeiten anzunehmen“, blickt Welpers Trainer Michael Wolf noch einmal zurück. Wolf installierte Dominik Braunheim als Co-Trainer, überzeugte den Vorsitzenden Fabian Andreas zu einem Comeback als „spielender Präsident“ und schaffte ein von Teamgeist geprägtes Klima. So war dann auch Andreas Moog viel öfter mit dabei als zuvor gedacht, Marc Schulz stellte sich sporadisch zur Verfügung und der viel schneller als erwartet genesene Sören Baumann entwickelte sich im Saisonverlauf zu einem Eckpfeiler im Mannschaftsgefüge.

Trotz herber Rückschläge mit den schweren Knieverletzungen von Leistungsträgern wie Björn Trompeter und Fabian Andreas ließ sich das DJK-Team nicht herunterziehen. Die aus unterklassigen Mannschaften zur DJK gestoßenen Spieler wie Toni Zimmermann, Janosch Sproedt und Torwart Jan-Niklas Jülicher entwickelten sich ganz hervorragend und bildeten mit den „Ur-Welperanern Tobias Lask, Manuel Maerz und Sergej Schott sowie dem überragenden Jonas Grimm-Windeler und den Nachwuchsspielern Nils Pradtke, Raphael Willeke, Philipp Zaghow und auch Robin Soliga eine verschworene Einheit, die gerade in den Heimspielen Bäume versetzte. Die Mannschaft setzte die angedachte 5:1-Deckung hervorragend um. Michael Wolf: „Das war im Endeffekt neben unserer konditionellen Stärke die Grundlage für den Verbleib in der Landesliga, weil sie uns ein Konterspiel über Jonas Grimm-Windeler ermöglichte“

So schaffte die DJK also den Ligaerhalt und bastelt nun an einer erfolgreichen nächsten Saison. Fabian Andreas, Sergej Schott (beide 2. Mannschaft) und auch Jonas Grimm-Windeler (HSG Vest Recklinghausen) werden ebenso wie das bisherige Trainergespann Michael Wolf und Dominik Braunheim nicht mehr aktiv dabei sein. Mit dem ehemaligen Zweitligaspieler Thomas Zeller, dem Nachwuchsspieler Emanuel Jess und Björn Trompeter (lange Pause wegen Kreuzbandriss), der seinen Wechsel zum Oberligaaufsteiger TuS Bommern rückgängig gemacht hat, stoßen aber auch einige Zugänge in den Kader des neuen Trainers Andreas Kuno, der ja auch selbst noch mit einspringen kann, hinzu.