Wenn der Vater mit dem Sohne
26.12.2011 | 16:09 Uhr 2011-12-26T16:09:00+0100
Sprockhövel. Die Kilfitts sind eine sportliche Familie. Mutter Uschi schwimmt gerne, Tochter Nadine taucht beim DUC Hattingen. Sohn Jonas spielt Handball. Das macht er bei der TSG Sprockhövel, der auch sein Bruder Dennis und sein Vater Uwe angeschlossen sind. Beide spielen Tischtennis. In einer Mannschaft.
Uwe Kilfitt (52) ist erst relativ spät zum Tischtennis gekommen. Mit 18 Jahren. Zuvor spielte er noch Handball beim TuS Hattingen und auch bei der DJK Westfalia Welper. Doch Handball kann man nicht ewig spielen, Tischtennis dagegen bis in hohe Alter. Davon ist Uwe Kilfitt zwar noch weit entfernt, doch in inzwischen konzentriert sich der Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik ganz auf Tischtennis. Etwas von seiner sportlichen Leidenschaft hat er offensichtlich auf seinen Sohn übertragen. Im heimischen Keller fing alles an, an einer ausrangierten Vereinsplatte der TSG Sprockhövel. Mit sieben Jahren habe er angefangen, Tischtennis zu spielen, erinnert sich Dennis Kilfitt. Auch er versuchte sich zunächst in anderen Sportarten. „Ich habe Fußball und Handball bei der TSG gespielt“, sagt der 21-Jährige, der an der FH Bochum Elektrotechnik studiert. Beim Tischtennis sei er dann aber geblieben.
Als Knirps ging Kilfitt junior dann bei seinem Vater in die Lehre. Eine Chance, den Senior zu schlagen, hatte er lange nicht. Doch langsam ändern sich die Kräfteverhältnisse. Zwei Jahre sei es her, da habe er seinen Vater erstmals bezwungen, sagt Dennis Kilfitt. „Ich war zuvor schon oft knapp davor, doch dann hat er immer die letzten Bälle gemacht. Er hat halt mehr Erfahrung“, sagt der Sohn, dem es nach seinem ersten Sieg natürlich richtig gut ging: „Das war schon ein richtig tolles Gefühl“, sagt er.
Doch endgültig vollzogen ist die Wende noch nicht. In der Meisterschaft ist Uwe Kilfitt immer noch erfolgreicher. Allerdings sieht er den familiären Konkurrenz-Kampf sehr gelassen. „Natürlich wird die Zeit kommen, in der Dennis mich regelmäßig schlägt“, sagt er. „Aber das ist doch auch schön. Ich freue mich wirklich darüber, wenn er besser wird. Das motiviert ihn.“
Einen anderen Fall habe er im eigenen Verein erlebt – da sei der Sohn nicht am Vater vorbeigekommen und habe wohl auch deshalb die Lust am Tischtennis verloren.
Die Kilfitts spielen nicht nur in einer Mannschaft, sondern gelegentlich auch an einer Platte. Im Doppel nämlich, was im Tischtennis eine recht sensible Angelegenheit ist. Denn zwei gute Einzelspieler machen noch lange kein gutes Doppel aus. Ein Doppel muss harmonieren, was bei Dennis und Uwe Kilfitt aber hervorragend klappt. „Mit meinem Vater kann man immer reden“, sagt Sohn Dennis. „Er gibt auch zu, wenn er mal einen Fehler gemacht hat. Und das ist ja nun keine Selbstverständlichkeit.“
Uwe und Dennis Kilfitt spielen für die TSG Sprockhövel in der Tischtennis-Bezirksklasse. Das sei genau die richtige Liga, sagen beide übereinstimmend. Zwar hat die TSG auch schon einmal in der Bezirksliga gespielt, doch da gab es mehr Niederlagen als Siege. Allerdings, so Dennis Kilfitt, sei sein erste Spiel in der Bezirksliga auch sein bestes gewesen. „Da war ich gerade aus der Jugend aufgerückt, und wir haben aus einem 3:7-Rückstand noch einen 9:7-Sieg gemacht. Das war schon klasse.“
Jetzt ist es also wieder die Bezirksklasse, in der die Sprockhöveler eine gute Rolle spielen – wegen ihrer Ausgeglichenheit. „Bei uns gibt es, im Gegensatz zu anderen Mannschaften, fast kein Leistungsgefälle“, sagt Uwe Kilfitt. Unser unteres Paarkreuz könnte auch oben spielen. Das wäre kein größeres Problem. Die ganze Mannschaft harmoniert gut.“
Wozu sicher auch die beiden Kilfitts beitragen.
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