Welpers zweite Reihe rückt in den Fokus

Nicht zu stoppen: Nils Pradtke bekamen die Bommeraner einfach nicht in den Griff. Weil zahlreiche Leistungsträger fehlten, bekamen andere mehr Einsatzzeit und zahlten das Vertrauen zurück.
Nicht zu stoppen: Nils Pradtke bekamen die Bommeraner einfach nicht in den Griff. Weil zahlreiche Leistungsträger fehlten, bekamen andere mehr Einsatzzeit und zahlten das Vertrauen zurück.
Foto: Fischer / Funke Foto Services

Hattingen..  Mit einem Paukenschlag beendete die DJK Westfalia Welper die Hinrunde. Sie schlug im hochdramatischen Nachbarschaftsduell völlig unerwartet Spitzenreiter TuS Bommern mit 26:25 und schnappte sich im Kampf um den Ligaerhalt zwei wichtige Bonuspunkte. Fast schon unglaublich aber doch wahr: Welpers ehemaliger Trainer Ingo Brebach und die beiden früheren DJK-Torhüter André Bauer und Mathias Kilfitt verließen mit leeren Händen die Halle.

Personell arg gebeutelte Welperaner

Mit diesem Resultat konnte niemand ernsthaft rechnen. Zu unterschiedlich waren die Vorzeichen. Hier der ungeschlagene Tabellenführer, der sich erst eine Woche zuvor im Spitzenspiel gegen den HC Heeren-Werve souverän mit 24:20 durchgesetzt hatte. Und auf der anderen Seite die vom Saisonstart an gegen den Abstieg kämpfende und personell arg gebeutelte DJK, die neben ihrem Spielmacher Björn Trompeter (Kreuzbandriss) und dem torgefährlichen Linkshänder Marc Schulz auch noch auf Stammkeeper Andreas Moog und Trainer Michael Wolf (beide beruflich verhindert) verzichten musste.

Vielleicht waren es aber gerade diese unterschiedlichen Voraussetzungen, die den Welperanern in die Karten spielten. Da konnte Ingo Brebach seine Jungs noch so sehr vor der Heimstärke der Welperaner warnen. Im Unterbewusstsein hatte sich wohl ein wenig Überheblichkeit eingeschlichen; der vermeintlich viel schwächere Gegner wurde womöglich unterschätzt. Und als es in der entscheidenden Phase drauf ankam, konnten die Bommeraner den Hebel nicht mehr umlegen.

Vielmehr lähmte dann ganz offensichtlich trotz einer 24:22-Führung nach 56 Minuten eine immer mehr um sich greifende Verunsicherung die Aktionen. Die Ängstlichkeit führte dazu, dass Welper das Spiel in der Schlussminute mit allerletzter Kraft und riesiger Nervenstärke trotz Unterzahl noch für sich entscheiden konnte.

Und dieser Sieg war verdient, denn trotz aller Widrigkeiten sahen die DJK-Spieler von Beginn an ihre Chance. Sie sprühten vor Ehrgeiz und legten mit viel Spaß alles was sie hatten in die Waagschale. Und das war wahrlich nicht wenig. Denn schon nach wenigen Minuten reagierte der amtierende Trainer Dominik Braunheim auf die sich auftuende Überlegenheit des Spitzenreiters mit der taktischen Maßgabe zunächst einen und später zwei TuS-Akteure offen zu attackieren. Diese Veränderung brachte der DJK sichtliche Vorteile und lange Zeit sogar ein Übergewicht.

Das lag aber auch in hohem Maße daran, dass gerade die Spieler, auf die Dominik Braunheim in dieser Partie vertraute und denen er bei nur acht eingesetzten Feldspielern enorm viel abverlangte, alle Erwartungen übertrafen. Vom überragenden Jan-Niklas Jülicher im Tor angefangen über Sergej Schott (1) als intelligenten Spielgestalter und den treffsicheren Nils Pradtke (9) und Sören Baumann (5) aus dem Rückraum sowie den nicht zu bändigenden Toni Zimmermann (6) von der linken Außenposition waren es allesamt Spieler, die zuletzt nicht so sehr im Rampenlicht gestanden hatten. Diese konnten so glänzen, weil ihnen die eigentlichen Leistungsträger wie Tobias Lask und Fabian Andreas (gingen beide leer aus), Manuel Maerz (2) und Jonas Grimm-Windeler (3) in Sachen Leidenschaft und Einsatzbereitschaft – gerade in der Deckung- in nichts nachstanden.

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