Welper vor dem Meisterstück

112 Tore hat Welper in dieser Saison schon geschossen. Das Bild zeigt Tolga Dilek, Marvin Krischer und Thorsten Henke.Foto:Walter Fischer
112 Tore hat Welper in dieser Saison schon geschossen. Das Bild zeigt Tolga Dilek, Marvin Krischer und Thorsten Henke.Foto:Walter Fischer
Foto: Fischer

Hattingen..  Wenn alles normal läuft, wenn alles nur halbwegs nach Plan läuft, dann wollen sie am Sonntag um 16.45 Uhr ein Fass aufmachen. Gemeint sind die Fußballer der SG Welper, die vor dem Wiederaufstieg in die Kreisliga A stehen.

Zwei Spieltage vor Saisonschluss hat Welper vier Punkte Vorsprung auf den CSV SF Bochum-Linden II. Welper gastiert am Sonntag beim FC Sandzak und wäre im Falle eine Sieges durch. „Dann kann sich Linden von mir aus auf den Kopf stellen, aber dann kann Linden nichts mehr machen“, sagt Welpers Geschäftsführer Dino Carraffiello, der sich nur ungern an den Sommer des vergangenen Jahres erinnert. An den Tag, an dem Welper abstürzte.

Im letzten Saisonspiel handelten sich die Grün-Weißen nach einer desolaten Leistung eine 0:6-Niederlage gegen Germania Bochum ein, womit der Abstieg besiegelt war.

Der Absturz traf die Verantwortlichen völlig unvorbereitet. Gespräche mit den Spielern für die neue Saison waren zwar schon geführt worden, aber nur mit Blick auf die Kreisliga A. Also musste man sich erneut unterhalten, und letztlich war man auch erfolgreich. Routiniers wie Artur Grzona, Patrick Eilmes und Rui Ferreira verließen zwar den Verein, doch der Großteil der Mannschaft blieb. Zudem verstärkten sich die Grün-Weißen: So zum Beispiel mit Thorsten Henke (TuS Blankenstein), Tolga Dilek, Hasan Cenk (beide AC Hattingen) und Hasan Varol (Hedefspor). In der Winterpause kamen dann noch Mathias Lepczynski und Tim Hebestreit von Hedefspor sowie Sevder Akkan aus Niederwenigern.

Schwierige Zeiten

Welper hat sich also wieder berappelt. Doch die Zeit nach dem Abstieg war auch für Dino Carrafiello eine schwierige. „Wenn man in Welper über den Markt ging, dann musste man sich einiges anhören“, sagt er im Rückblick. „Natürlich waren auch wir enttäuscht, denn so tief hat Welper zuletzt in der Saison 1928/29 gespielt.“

Zu viele Chefs auf dem Platz

Doch die Situation beruhigte sich wieder, und schließlich kehrten auch die alten Welperaner zum Sportplatz zurück, um nach dem Rechten zu schauen. „Die, die am meisten geschimpft haben, standen dann beim ersten Saisonspiel wieder an der Bande“, erinnert sich Dino Carrafiello.

Doch zunächst lief es nicht richtig. Der Start war holprig, Welper spielte oft unentschieden und verlor sogar. Es musste also noch einmal nachjustiert werden. „Die Hierarchie in der Mannschaft stimmte nicht“, sagt Dino Carrafiello. „Da wollten zu viele Chef sein, und keiner wollte die Drecksarbeit machen. Doch das haben wir dann in den Griff bekommen.“

So kann man es sagen: In diesem Jahr haben die Grün-Weißen noch kein Spiel verloren. Zuletzt führte Wolfgang Westerkamp seine Mannschaft von Sieg zu Sieg – die meisten davon fielen zudem außergewöhnlich hoch aus. Zweifel am Trainer habe es auch nach dem Abstieg nicht gegeben“, sagt Dino Carrafiello. „Darüber haben wir uns überhaupt nicht unterhalten. Ich habe ja schon einige Trainer erlebt, und bei Wolfgang Westerkamp hat man sofort gesehen, was er drauf hat.“

Westerkamp wird die Grün-Weißen auch in er nächsten Saison trainieren – dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder in der Kreisliga A. Welper könnte sich sogar noch einen Ausrutscher leisten, doch daran denkt rund um die Marxstraße niemand. „Nein“, sagt Dino Carrafiello. „Wir wollen ganz schnell alles klarmachen. Am Sonntag um 16.45 Uhr wollen wir Meister sein.“