Welper steigt nicht ab, auf keinen Fall
04.02.2010 | 15:59 Uhr 2010-02-04T15:59:00+0100
Mit der Verpflichtung des 25-jährigen Andy Steinmann als Trainer hat Fußball-Bezirksligist SG Welper für eine Überraschung gesorgt. Den Kontakt zu Steinmann knüpfte Peter Kursinski. Mit Welpers Ex-Trainer sprach Sportredakteur Heiner Wilms.
Wie ist denn der Kontakt zu Andy Steinmann zustande gekommen?
Kursinski: Ich habe ihn angerufen.
Ja natürlich, aber kannten Sie ihn zuvor überhaupt persönlich?
Kursinski: Nein. Aber einige Spieler kannten ihn. Und die haben sich positiv geäußert. Und ich wollte ja schon vor Jahren einen Spielertrainer in Welper installieren. Ich habe mit Robert Wasilewski gesprochen und auch mit Marius Kundrotas, bevor er sich für den TuS Hattingen entschied. Und jetzt ist es also Andy Steinmann. Der wird übrigens von Michael Backhaus als Co-Trainer unterstützt. Das ist ja ganz lustig. Denn Andy Steinmann hat früher bei der DJK Märkisch gespielt, und da war Michael Backhaus sein Trainer.
Andy Steinmann wird aber wegen diverser schwerer Knieverletzungen nicht als Spielertrainer anfangen können.
Kursinski: Nein, das ist zunächst sicher kein Thema. Das wäre in der momentanen Situation auch nicht gut. Aber vielleicht ergibt sich das ja später einmal.
Andy Steinmann ist erst 25 Jahre alt und zudem kein ausgebildeter Trainer. . .
Kursinski: . . . aber er hat viel Ahnung in Sachen Fußball. Das merkt man sofort. Außerdem hat er über Jahre in hohen Ligen mit hochqualifizierten Trainern gearbeitet und sich eine Menge abschauen können. Und übrigens: Einen Trainerschein habe ich auch nicht.
Sie hatten sich ja nach der vergangenen Saison in Welper zurückziehen wollen. Jetzt haben Sie aber bei der Trainersuche geholfen. Wie würden Sie selbst Ihre Position bezeichnen.
Kursinski: So weit weg war ich ja nie. Ich war bei allen Heimspielen dabei und habe auch die Spieler noch regelmäßig gesehen. Ich habe viel im Hintergrund gemacht. In der Bundesliga würde man einen solchen Menschen vielleicht als Manager bezeichnen, in der Bezirksliga kann man das natürlich nicht tun.
Zur sportlichen Situation. Welper war in der vergangenen Saison noch Vizemeister und steht jetzt auf einem Abstiegsplatz. Wie konnte es dazu kommen?
Kursinski: Die vergangene Saison und auch die Spielzeiten davor waren für Welper überragend gut. Es war klar, dass es nicht so weitergehen würde. Und wir haben ja auch einige Spieler verloren: Selçuk Aydin, Remzi Aydin, Ümit Aydin, Yavuz Derin, Markus Blätter, Arton Mustafaj. . .
. . . wobei aber nur Selçuk Aydin und Yavuz Derin absolute Stammspieler waren.
Kursinski: Ja. Und andere sind verletzt. Aber man braucht halt mehr als elf Spieler. Ich konnte ja auch immer auf einen großen, qualitativ starken Kader zurückgreifen.
Warum ist es aus Ihrer Sicht zum Trainer-Wechsel gekommen?
Kursinski: Zunächst einmal: Egbert Bursian macht ein hervorragendes Training. Das hat er auch schon bei mir gemacht. Im letzten halben Jahr hat er im Prinzip allein das Training gestaltet. Aber man muss auch ein Verhältnis zu den Spielern entwickeln. Vielleicht hat es daran gefehlt. Und wenn es Richtung Abstieg geht, dann muss ein Verein reagieren. Die Alternative wäre, 15 Spieler auszutauschen. Aber das geht natürlich nicht. Fakt ist aber auch, dass auch die aktuelle Mannschaft noch erheblich stärker ist als 16 Punkte.
Steigt Welper ab?
Zur Winterpause stehen die Welperaner auf dem drittletzten Platz, also auf einem Abstiegsplatz.
16 Punkte haben die Grün-Weißen. Dahinter stehen TuS Hattingen (13) und FSV Witten (5). In Reichweite der Welperaner befinden sich aktuell SC Hennen (17 Punkte), Geisecker SV und FSV Gevelsberg (jeweils 18 Zähler) sowie SF Geweke und VfB Westhofen (jeweils 19 Punkte).
Kursinski: Nein, mit Sicherheit nicht. Das werden wir mit Andy Steinmann hinbekommen, und dann planen wir für die kommende Saison. Vielleicht kommen ja auch einige Spieler zurück. Die Aydins etwa. Ich hoffe auf jeden Fall, dass es in Hattingen keinen eigenen FC Aydin geben wird.
Aber wenn Welper dennoch absteigt?
Kursinski: Das wäre nicht zu reparieren. Dann kämen wir nie wieder hoch. Aber das weiß hier jeder. Doch es wird nicht so kommen. Ganz sicher nicht.
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