Welper rechnet sich gute Chancen aus

Trainer Michael Wolf (rechts) schwört das Team ein: Der Mannschaftsgeist ist in Welper immer ein wichtiger Faktor.
Trainer Michael Wolf (rechts) schwört das Team ein: Der Mannschaftsgeist ist in Welper immer ein wichtiger Faktor.
Foto: WAZ FotoPool

Hattingen..  Handball-Landesligist DJK Westfalia Welper hat auf Tabellenplatz zehn überwintert. Trainer Michael Wolf hat gemischte Gefühle, wenn er an die vergangenen Spiele zurückdenkt. Einerseits sind neun Punkte mehr als erwartet, andererseits hätten es sogar noch ein paar mehr sein können.

Die Ausgangsposition

Die Welperaner sahen sich selbst im Sommer nach dem Abgang einiger Leistungsträger als einen „absoluten Abstiegskandidaten“ an. Mit Marc Schulz steht ein ganz wichtiger Akteur zumindest teilweise wieder zur Verfügung. Aber bereits vor den Einsätzen von Schulz sammelte die DJK mit ganz viel Einsatz und Leidenschaft Punkte: Die beiden Auftaktpartien gegen den VfL Gladbeck II (32:24) und bei der SG Handball Hamm III (25:24) gewann sie und schnupperte zwischenzeitlich an der Tabellenspitze.

Auch wenn das nicht anhielt: „Wenn mir jemand gesagt hätte, wir haben im Winter neun Punkte, hätte ich das sofort unterschrieben“, sagt Michael Wolf, der allerdings auch darauf hinweist, dass es neben den Siegen auch noch andere Spiele gegeben habe, in denen seine Mannschaft das Feld als Sieger hätte verlassen können oder sich unerwartet gut verkaufte.

Die Höhepunkte

Natürlich waren die Auftaktsiege ungemein wichtig. Als Zeichen: Wenn alles passt, kann die Westfalia mit einigen Teams mithalten. An richtig guten Tagen geht das auch gegen Spitzenteams, wie das 31:31-Unentschieden gegen den Tabellenfünften TuS Westfalia Hombruch belegt.

Und ganz sicher gehörte auch der Sieg im letzten Spiel des Jahres 2014 gegen die PSV Recklinghausen II dazu. Mit dem 31:23 hielt Welper den Gegner bei zwei Punkten, hinter Recklinghausen steht in der Tabelle noch Hamm mit bislang erst einem Zähler. Der Welperaner Vorsprung ist also nicht gerade klein.

Der Tiefpunkt

Einen ganz herben Tiefschlag gab es. Ganz klar: Das Derby gegen den TuS Hattingen II hatte sich die DJK ganz anders vorgestellt. Zumindest über weite Strecken offengestalten wollte man das Heimspiel, was allerdings nicht gelang. Beim 19:28 am 8. November fand Welper einfach nicht ins Spiel und musste sich gegen starke Hattinger am Ende auch in dieser Höhe völlig verdient geschlagen geben. „Das war natürlich ein emotionaler Tiefpunkt“, sagt der Coach.

Die Aussichten

Beim ersten Volksbank-Cup des TuS Hattingen am vergangenen Wochenende trat die DJK aus Personalmangel nicht an. „Wir hätten keine für dieses hochkarätige Teilnehmerfeld konkurrenzfähige Mannschaft zusammenbekommen“, sagt Michael Wolf, der selbst zu dieser Zeit noch im Urlaub war. Urlaube, Verletzungen und Krankheiten verhinderten eine Teilnahme.

Von solch extremen Personalproblemen sollte die DJK in der Meisterschaft besser verschont bleiben, dann ist der Klassenerhalt sehr gut möglich. „Ich glaube, die Liga ist nicht ganz so stark wie letztes Jahr“, sagt Welpers Trainer.

„Die beiden Letzten haben zwei und einen Punkt.“ Das kommt der Westfalia natürlich zugute. Es gibt aber auch einen Punkt, der sich als kleiner Nachteil erweisen könnte: War der Klassenerhalt vor wenigen Monaten noch ein recht weit entfernter Traum, so steht man nach dem Ausscheiden aus der Jugendspielgemeinschaft mit dem TuS Hattingen jetzt schon fast wieder ein wenig unter Druck.

Denn das neue Jugendkonzept wird wohl auf mehrere Jahre ausgelegt sein und zieht natürlich deutlich mehr, wenn man in der Landesliga bleibt. „Das ist eine der wichtigsten Spielzeiten der Welperaner Vereinsgeschichte, auch wenn das hochtrabend klingt“, sagt Michael Wolf.

Ein Abstieg wäre vor dem Hintergrund des Neuaufbaus im Jugendbereich „eine Katastrophe“.