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Ungeliebte Asche

19.09.2008 | 15:45 Uhr

Hattingens Fußballspieler sorgen sich um ihre Gesundheit. Bei einigen ist es schon zu spät.Ein einhelliges Votum für Kunstrasenplätze

MITREDEN! WAZ LESEN KUNSTRASENAufgabe der Stadt, oder Spielwiese der Vereine - das ist die entscheidende Frage, die Stadt, Vereine und Spieler seit Jahren gleichermaßen beschäftigt. Die heimischen Fußballer sind sich jedoch einig: Kunstrasenplätze müssen her.

"Darauf spielt doch jeder lieber", sagt Hill-Torwart Maxim Albov. "Schließlich bricht man sich nicht ständig die Knochen. Außerdem sind die Ascheplätze im Winter unbespielbar und ständig gesperrt. Für jüngere Spieler wäre der Kunstrasen sicher ein Grund zum Fußballspielen. So lungern viele auf der Straße herum."

Dieser Meinung ist auch Thomas Raczkowski, Torhüter des B-Kreisligisten VfL Winz-Baak. Der 25-Jährige nimmt zudem die Stadt in die Pflicht: "Kunstrasenplätze rentieren sich schon nach wenigen Jahren, da die Pflege nicht so teuer wie die eines Ascheplatzes ist. Das müsste doch ein Anreiz sein. Zudem verlassen viele Spieler ihre Hattinger Vereine allein wegen der Möglichkeit, künftig auf Kunstrasen zu spielen."

Dennis Wübbelsmann von der SG Hill schlägt in die gleiche Kerbe: "Die Vereine bekommen ja keine Grundstücke, um selbst Kunstrasenplätze zu bauen. Also kann es nur die Stadt in die Hand nehmen." Wübbelsmann hat die ständigen, durch Asche verursachten Wunden satt. Zum Teil schwere Verletzungen seien eine weitere Folge der konservativen Spielfläche.

Mike Gleisenberger kann ein Lied davon singen. Das Urgestein der DJK Märkisch Hattingen spielte Zeit seines Lebens auf dem kleinen Platz an der Waldstraße. Ihm ist zwar bewusst, dass es äußerst schwierig wird, seinen Heimatplatz umzurüsten, aber seine Erfahrungen sind eindeutig: "Meine Knochen sind durch den Ascheplatz kaputt. Vor allem Kinder leiden unter den schlechten Bedingungen." Und wer soll zahlen? "Ich wäre für die Stadt, die Vereine können sich das nicht leisten."

Marc Petrick, der seit Saisonbeginn das Tor der SF Niederwenigern hütet, darf sich freuen: Am heutigen Samstag wird mit dem ersten Spatenstich zum Kunstrasenbau eine neue Ära auf seiner Heimspielstätte eingeläutet. "Das wird der positiven Entwicklung des Vereins nochmals einen Schub geben und sich positiv auf die Jugendabteilung auswirken. Wenn der Verein nicht die Initiative ergriffen hätte, wäre wohl nichts passiert." Der 35-jährige Ex-Profi fügt hinzu: "Spiele auf Kunstrasen sind gelenkschonender."

Niederbonsfelds Julian Berger gibt sich diplomatisch: "Das Geld könnten sich Stadt und Verein doch teilen. Ich bin zwar nicht direkt neidisch auf Vereine, die über einen Kunstrasenplatz verfügen, aber wenn mein Verein einen hätte, dann wäre das schon schön. Ich würde mich jedenfalls nicht dagegen wehren."

Von Oliver Bergmann

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