TuS oder Welper: Einen wird es wohl erwischen
06.05.2010 | 14:51 Uhr 2010-05-06T14:51:00+0200
Ein Hattinger Urgestein feiert in Bochum Erfolge. Trainer Udo Menzel steht mit der SG Linden-Dahlhausen vor dem Aufstieg in die Kreisliga A. Mit dem 45-Jährigen sprach Sportredakteur Heiner Wilms.
Sie sind mit Linden-Dahlhausen noch ungeschlagen und stehen vor dem Aufstieg. Wie ist die Saison gelaufen?
So überragend war die Saison gar nicht. Sie war durchschnittlich. Wir haben zwar nicht verloren, aber wir haben auch achtmal unentschieden gespielt. Und wir waren ja auch gar nicht der Top-Favorit.
Wer war das denn?
Sicher Schwarz-Weiß Eppendorf II mit dem Überbau in der Landesliga. Wir haben auch gleich zu Saisonbeginn gegen Eppendorf gespielt. Und da habe ich mir gedacht, dass es sehr schwierig werden würde.
War der Aufstieg denn das erklärte Ziel von Linden-Dahlhausen?
Im Prinzip schon. Die Mannschaft ist zuvor zweimal Zweiter geworden und dann knapp in der Relegation gescheitert.
Gibt es in der Mannschaft der SG Linden-Dahlhausen auch Hattinger Fußballer?
Zwei. Zunächst einmal Michael Engel, der schon ein Jahr vor mir vom SC Oberstüter nach Linden-Dahlhausen gewechselt ist. Und ich habe dann Andreas Micke mitgenommen.
Haben Sie auch noch ein Auge auf den Hattinger Fußball?
Mehr als eines. Ich beschäftige mich mehr mit dem Hattinger als mit dem Bochumer Fußball.
Und was sagen Sie zur aktuellen Entwicklung? Dem TuS Hattingen und der SG Welper droht der Abstieg aus der Bezirksliga.
Das stimmt mich sehr traurig. Es mag da Menschen geben, die Schadenfreude empfinden. Aber ich gehöre nicht dazu.
Worauf ist denn die Entwicklung zurückzuführen? Immerhin waren beide Vereine vor einem Jahr fast schon in der Landesliga.
Das kann ich von außen nicht beurteilen. Klar ist aber, dass es ein Problem ist, wenn beim TuS ein Mann wie Dennis Weber fast komplett ausfällt. Man kann halt nicht alle Lücken mit A-Jugendlichen füllen.
Und Welper?
Ja, man mag von Peter Kursinski halten, was man will. Aber er war mit Sicherheit ein hervorragender Trainer. Er hat in Welper immer Erfolg gehabt.
Gibt es weitere Gründe für den Abschwung?
Der Hattinger Fußball verliert seine Konkurrenzfähigkeit. Das habe ich ja auch zuletzt als Trainer in Oberstüter erlebt. Ich habe damals zahlreiche Spieler angesprochen und gefragt, ob sie nicht zu uns kommen wollen. Damit hatte ich aber keinen Erfolg. Die Spieler gehen lieber nach Sprockhövel und spielen dann auf Kunstrasen. Zum Beispiel beim SC Obersprockhövel III oder der TSG Sprockhövel II – wie etwa Pierre Fagmeyer. Das ist ein großes Problem für Hattingen. Und dieses Problem wird in Zukunft mit Sicherheit noch größer.
Letzte Frage: Wie stehen die Chancen von TuS Hattingen und SG Welper, den Klassenerhalt zu schaffen?
Nicht allzu gut. Für mich ist klar, dass der FSV Witten kein Spiel mehr verlieren wird. Die Mannschaft hat sich enorm verstärkt. Ich fürchte, dass eine Hattinger Mannschaft absteigt. Und ich hoffe wirklich, dass es nicht beide erwischen wird.
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