TuS Hattingen trotzt allen Widrigkeiten

Phillip Dobrodt (14) verlässt den TuS Hattingen und wechselt zum FC Schalke 04.
Phillip Dobrodt (14) verlässt den TuS Hattingen und wechselt zum FC Schalke 04.
Foto: FUNKE Foto Services

Hattingen..  „Wir haben eine überragende Saison gespielt und unser Ziel weit übertroffen. Dass wir so frühzeitig den Klassenerhalt gesichert haben und eine der besten Mannschaften der Rückrunde waren, damit konnte man beim besten Willen nicht rechnen. Wir sind natürlich äußerst zufrieden, das ist doch klar“, freute sich Franz Schäfer über eine für den TuS Hattingen hervorragend verlaufene Punkterunde.

Platz sechs, 30:22-Punkte, so lautet die eindrucksvolle Bilanz der Hattinger in der Abschlusstabelle der Staffel 2 der Handball-Verbandsliga. Besonders hervorzuheben ist auch noch, dass der TuS nach dem HTV Sundwig/Westig, der als Überflieger in der Staffel 1 879 Tore erzielte und dem SV Westerholt (817) mit 809 Treffern (bei 793 Gegentoren) die dritterfolgreichste Torausbeute der gesamten Liga aufweisen konnte. Im Vorjahr belegte der TuS am Ende den siebten Rang mit 25:27 Punkten und 779:775 Toren.

Dass der TuS nun besser abschneiden würde als in der Vorsaison, das war in der Tat nicht vorherzusehen. Denn neben Trainer Maik Düerkop, der zum Ligakonkurrenten HSG Vest Recklinghausen wechselte, verließen zahlreiche Spieler den Verein. Es begann mit Torhüter Hendrik Stecken, der sich schon mitten in der Saison zum damaligen Oberligisten SV Teutonia Riemke auf und davon machte. Während Steckens Torwartkollege Alexander Zok sich dem FC Schalke 04 anschloss und Max Schwarz mit Maik Düerkop zur HSG Vest Recklinghausen ging, entschied sich Marcel Tarlinski, beim Landesligisten TuS Bommern anzuheuern. Mit Julian van Kessel, Niklas Klinker und Jonas Jäger standen zudem weitere Spieler aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Trotz dieses Aderlasses gab es beim TuS keine Klagen.

Mit Frank Osterloh übernahm ein Ur-TuSler den Trainerjob. Osterloh kannte ja bereits fast alle Spieler aus gemeinsamen erfolgreichen A-Jugend-Zeiten. Der neue Coach scharte mit Torwarttrainer Achim Bieber und Rainer Knippert weitere so genannte „Altinternationale“ des TuS Hattingen um sich. „Das war natürlich eminent wichtig. Wir haben gemeinsam mit unserem Betreuer Dirk Kuhnhenn ein enges Vertrauensverhältnis entwickelt. Dazu kam, dass auch die Zusammenarbeit mit dem Trainer der zweiten Mannschaft, Bernd Vatter, prima geklappt hat“, nannte Osterloh wichtige Gründe.

Auf diesem Grundstein bastelten die Verantwortlichen eine neue Mannschaft zusammen und verzichtete mit Ausnahme von Torwart Sven Wulf (Wittener TV, Kreisliga) auf externe Neuzugänge. Mit Sven Schmitz, Mathias Sinnemann, Jonas Schäffer und später auch noch Jonas Kilfitt sowie Schlussmann Lennart Lük, der im Tor mit Sven Wulf und Sascha Monje rotierte, waren es ausschließlich Spieler aus der eigenen Landesligamannschaft, die zum Kader dazu stießen. „So ist nun mal unsere Struktur. Wir geben eben kein Geld für fremde Spieler aus“, sagt Osterloh. Dass dieses Unterfangen natürlich mit jeder Menge harter Arbeit einhergeht, ist bei dem impulsiven Trainer eine zwingende Notwendigkeit. „Wir haben sehr viel trainiert und unser Spiel auf totale Fitness, Laufbereitschaft und Schnelligkeit aufgebaut. Das war unser Markenzeichen“, freute sich Frank Osterloh.

Im Hinblick auf die neue Spielzeit tun sich allerdings schon wieder einige Probleme auf. Zwar verlässt mit Philipp Dobrodt (FC Schalke 04) nur ein Spieler den Verein. Neben Felix Osterloh, der wohl die gesamte Saison über ausfallen wird, gehen aber auch Luca Kuhnhenn und Jakob Jäger (jeweils 2 Monate) sowie Linus Grossmann (ab Februar bis Saisonende) für längere Zeiten ins Ausland.

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