Tabellenletzter mit Hoffnung
25.01.2012 | 14:32 Uhr 2012-01-25T14:32:00+0100
Hattingen.Die Vorrunde in der Handball-Kreisliga ist beendet. Die DJK Märkisch Hattingen steht auf dem letzten Tabellenplatz – mit nur einem Punkt. Das ist enttäuschend – auch für Trainer Matthias Katzenmeier. Denn der hatte vor der Saison sein Amt mit völlig anderen Erwartungen angetreten.
Katzenmeier, ein erfahrener Handballer mit Landesliga- und Bezirksligaerfahrung als Spieler und Trainer im Wuppertaler und Essener Raum, hat bei der DJK die Nachfolge von Andreas Bittcher angetreten. Der hatte Märkisch 2009 in die Kreisliga geführt und die erste Saison auf einem guten achten Tabellenplatz beendet. Im zweiten Jahr wurde es Rang elf. Katzenmeier beobachtete sein zukünftiges Team im Laufe dieser Saison ausgiebig. Doch dann kam alles anders. „Matthias trat sein neues Amt mit der festen Absicht an, uns in der Kreisliga weiter nach vorne zu bringen. Doch dann traf er einen ganz anderen Kader an, als den, den er beobachtet hatte“, sagt Märkisch Handball-Chef Volker Schmuck. Mit Sascha Wimmers, Manuel Weber (beide Laufbahn beendet), Julian Rothacker (beruflich im Ausland), Roberto Westerwelle (hat sich als Koch selbstständig gemacht), den Torhütern Jens Riedel (Kreuzbandriss) und Tobias Neumann (hat bis Oktober nicht gespielt, da er Knieprobleme hatte) sowie Hermann Geier (wollte kürzer treten, half aber zweimal aus) und Heiko Herfurth (Knorpelschaden, spielt aber jetzt wieder) war plötzlich eine komplette Mannschaft weg. Schmuck zollt Katzenmeier deshalb Respekt, dass er nicht gleich das Handtuch warf. „Im Trainingslager war ich aber kurz davor“, sagt der Trainer und fügt dann schmunzelnd leicht überspitzt hinzu. „Wir bereiteten uns ohne Torhüter und mit nur fünf bis acht Spielern vor und haben in dieser Trainingsphase anstatt vier- bis fünfhundert lediglich fünfmal mal aufs Tor geworfen.“
Aber es kam noch schlimmer. „Von dem kleinen Kader, standen nicht immer alle Spieler zur Verfügung. Manchmal war es schwierig, überhaupt mit sieben Akteuren anzutreten“, so der 48-Jährige. „Bis heute sind wir nicht wirklich in dieser Saison angekommen“, sagt auch Volker Schmuck und zieht dann einen Schlussstrich unter eine verkorkste Hinrunde.
Doch seit Mitte Oktober gibt es neue Hoffnung: Mit Moritz van Dinther, Dennis Ostroga, Florian Schulz, Tristan van Dinther, Fritz Schäffer, Philipp van Dinther, Alexander Stevens, Mirko Kleinjohann und Arne Biskupski meldeten sich neun neue Spieler an. Alle kamen vom Nachbarn VfL Winz-Baak. Positiv für die DJK, ein Debakel für die Baaker. Die Nordstädter mussten eine ihrer zwei in der 4. Kreisklasse spielenden Mannschaften abmelden.
„Ich möchte ausdrücklich festhalten, dass wir keinen dieser Spieler angesprochen haben. Alle sind von sich aus auf uns zugekommen. Das ist natürlich für Winz-Baak ganz schlimm. Für uns ist es aber gut so, denn wir können damit nun den beim Saisonwechsel erlittenen riesigen personellen Aderlass wieder kompensieren“, sagt Volker Schmuck.
Und was sagen die Spieler? „Wir wissen natürlich, dass wir uns zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt zum Wechsel entschlossen haben“, so Mirko Kleinjohann stellvertretend für die ehemaligen Winz-Baaker. „Nach dem schlechten Start fehlte uns die Motivation. Wir wollten aber zusammen bleiben und leistungsorientierter unserem Sport nachgehen. Das werden wir nun bei der DJK versuchen.“
Welcher der ehemaligen VfLer es in die Kreisligamannschaft der DJK schafft, ist noch offen. „Ich habe natürlich schon meine Überlegungen angestellt. Doch erst am zweiten Rückrundenspieltag sind alle Neuen spielberechtigt. Dann werden wir es sehen“, sagt Trainer Katzenmeier. Und dann bleibt abzuwarten, ob die DJK die Klasse doch noch halten kann. Noch einmal Volker Schmuck: „Das ist unser Ziel. Doch wenn es nicht gelingen sollte, müssen wir das sportlich akzeptieren. Dann haben wir aber eine prima Perspektive für die nächste Spielzeit.“
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