Sprockhövels Frauen völlig von der Rolle

Simone Weltzien war mit ihren vier Treffern noch die erfolgreichste Schützin in einer diesmal ganz schwachen Sprockhöveler Mannschaft.Foto:Joachim Haenisch
Simone Weltzien war mit ihren vier Treffern noch die erfolgreichste Schützin in einer diesmal ganz schwachen Sprockhöveler Mannschaft.Foto:Joachim Haenisch
Foto: Haenisch / waz fotopool

Sprockhövel.. TV Wanne -
TSG Sprockhövel 17:12

Der großen Kür folgte die Ernüchterung. Nach dem völlig überraschenden Unentschieden im Spiel gegen den zuvor noch verlustpunktfreien Tabellenführer Siegen enttäuschten die Landesliga-Handballerinnen der TSG Sprockhövel nur zwei Tage später im Nachholspiel gegen den TV Wanne auf ganzer Linie. Sprockhövel verlor verdient mit 12:17.

Zum ursprünglich angesetzten Termin konnte das Spiel nicht ausgetragen werden, da die Schiedsrichter aus gesundheitlichen Gründen passen mussten. Zum Nachholspiel erschien dann zwar auch nicht das eigentlich angesetzte Gespann, aber immerhin war ein Schiedsrichter erschienen, so dass die Partie stattfinden konnte.

„Wir hätten besser daran getan, diesem Termin nicht zuzustimmen“, sagte TSG-Trainer Ingo Wietzke. „Auswärtsspiele unter der Woche sind nichts für uns. Da kommen die Spielerinnen gerade von der Arbeit, und dann ist eigentlich klar, dass die Konzentration fehlt.“

Die Sprockhövelerinnen erwischten einen gebrauchten Tag. Obwohl die Auswechselbank deutlich besser besetzt war als noch im Spiel gegen Siegen, lief 60 Minuten lang überhaupt nichts zusammen. Schon beim Aufwärmen fehlte die Konzentration, und das Spiel bestand dann hauptsächlich aus einer Anein­anderreihung von Abspielfehlern, Offensivfouls, Fehlwürfen und Abwehrpatzern. Lediglich fünf geworfene Tore in den ersten 30 Minuten sprechen für sich.

Auch die zweite Hälfte bot wenig Stoff für Begeisterung. Statt die geplante Aufholjagd zu starten, geriet die TSG immer weiter ins Hintertreffen. Wanne spielte zwar auch keinen überragenden Handball, zeigte aber eine deutlich bessere Leistung als die TSG. In der Abwehr mussten sich die Gastgeberinnen allerdings kaum verausgaben, da die Sprockhövelerinnen die Bälle leichtfertig hergaben oder unvorbereitet und unplatziert abschlossen. „Das war schon erschreckend“, so Wietzke. „Viele leichte Bälle wurden gar nicht erst gefangen, da fehlte komplett die Konzentration.“

Beim Stand von 15:7 nach 45 Minuten sah es dann ganz böse aus, immerhin erwischte die TSG dann aber zwei gute Minuten und verkürzte noch einmal auf 12:16.

Danach verlief aber auch dieses kurze Aufbäumen im Sande, weil die Fehlerquote weiterhin enorm hoch blieb. In dieser Verfassung hätten die Sprockhövelerinnen wohl keinen Gegner aus der Liga geschlagen. Auch der ETSV Witten II, gegen den es am Wochenende geht, darf sich nun Hoffnungen auf Punkte machen, zumal die TSG das Hinspiel recht glücklich mit nur einem Tor gewann.

TSG: Thronicker; Laura Ascherfeld, Lena Ascherfeld (1), Beckendorf (3), Böhmer, Bugal, Ruthenbeck (3), Schmidt (1), Schneider, Valero, Weltzien (4/2).