Sprockhövel überrascht den Spitzenreiter

Auch Shari Bugal lieferte gegen Siegen eine Riesenleistung ab. Mit neun Treffern war sie erfolgreichste Schützin.Foto:Walter Fischer
Auch Shari Bugal lieferte gegen Siegen eine Riesenleistung ab. Mit neun Treffern war sie erfolgreichste Schützin.Foto:Walter Fischer
Foto: Fischer

Sprockhövel.. TSG Sprockhövel -
RSVE Siegen 23:23

Das war ein Ding. Völlig überraschend knöpften die Landesliga-Handballerinnen der TSG Sprockhövel dem Tabellenführer RSVE Siegen einen Punkt ab. Und das unter denkbar schlechten Voraussetzungen.

„Ich hätte nie gedacht, dass wir in diesem Spiel etwas reißen können“, sagte TSG-Trainer Ingo Wietzke mit Blick auf die sehr angespannte Personallage.

Die Vorzeichen waren nun wirklich nicht gut. Das fing schon ganz hinten an. Denn beide Torhüterinnen waren nicht dabei. Ina Thro­nicker war privat verhindert, und Nadine Heidholt fiel krankheitsbedingt aus.

Zum Glück für die TSG stellte sich dann aber Paula Nieland aus der zweiten Mannschaft zur Verfügung. Doch Probleme gab es nicht nur im Tor, auch bei den Feldspielerinnen war die personelle Situation nicht wirklich gut. Gerade einmal sieben gehörten zum Aufgebot, und mit Lena Ascherfeld gab es nur eine Akteurin, die etatmäßig für die rechte Seite zuständig ist.

„Das war wirklich heftig“, so Ingo Wietzke. „Aber die Ausfälle wurden durch unglaublichen Kampfgeist kompensiert, und Spielerinnen wie Lena und Laura Ascherfeld, die sonst nicht so lange auf dem Feld stehen, haben in diesem Spiel gezeigt, dass sie mehr Einsatzzeiten verdient haben.“

Die Sprockhövelerinnen setzten mit dem 1:0 durch Simone Weltzien gleich ein Zeichen. Siegen antwortete zwar, doch Shari Bugal brachte die TSG wieder mit 3:2 in Führung, ehe es dann aber doch einen kleinen Durchhänger gab.

Tolles Tor von Lena Ascherfeld

Siegen gelangen drei Tore in Folge. Doch danach waren auch die Gastgeberinnen wieder da. Jenny Schmidt setzte sich stark am Kreis durch, und Shari Bugal und Laura Ascherfeld ließen weitere Tore folgen. Kurz vor der Pause hämmerte dann Lena Ascherfeld mit einem sehenswerten Rückraumwurf den Ball zum 8:8 in den Winkel, im Gegenzug trafen aber nochmals die Gäste – und so ging es mit einem 8:9 in die Kabine.

Bis zu diesem Punkt war eigentlich alles gelaufen wie im Hinspiel. Auch im September war die TSG mit nur einer Auswechselspielerin in Siegen angetreten, hatte bis zur Pause gut mitgehalten und war dann am Ende aufgrund der mangelnden Wechselmöglichkeiten etwas eingebrochen.

Doch diesmal kam es anders. Wie schon in der ersten Halbzeit war es auch im zweiten Durchgang wiederum Simone Weltzien, die den ersten Treffer erzielte. Danach setzte sich der Tabellenführer dann aber erstmals etwas weiter ab. 10:13 hieß es nach 35 Minuten. Diesen Vorsprung konnten die Gäste dann auch eine ganze Weile halten. In dieser Phase waren es immer wieder Shari Bugal und Simone Weltzien, die Sprockhövel in Schlagdistanz hielten. In der 42. Minute verwandelte Simone Weltzien den einzigen Siebenmeter für die TSG und ließ knapp zwei Minuten später auch noch den nächsten Treffer folgen, so dass die Gastgeberinnen auf 15:16 verkürzt hatten.

Beim 16:19 sah es dann wieder so aus, als sollten die Gäste nun endgültig davonziehen, doch die TSG gab nicht auf. Zehn Minuten vor dem Ende brachte Shari Bugal die Sprockhövelerinnen wieder bis auf einen Treffer heran. Und danach ging es Schlag auf Schlag, Vier Siegener Treffer wurden durch Lisa Beckendorf und Shari Bugal gekontert. 22:23 stand es nach 56 Minuten. In der Abwehr hatte die TSG inzwischen auf eine 6:0-Formation umgestellt, um die noch verbliebenen Kräfte zu schonen. Diese Maßnahme zeigte Wirkung, denn es setzte keinen Gegentreffer mehr, und schließlich sorgte Lena Ascherfeld für den umjubelten Ausgleich.

TSG: Nieland;Laura Ascherfeld (2), Lena Ascherfeld (2), Beckendorf (2), Bugal (9), Schmidt (2), Valero, Weltzien (6/1).