Rugby ist sein Leben

Sein Länderspieldebüt hatte Liam Doughton  2008  gegen Tschechien.In diesem Jahr soll es gegen Holland und Spanien gehen.Foto:Speckenwirth
Sein Länderspieldebüt hatte Liam Doughton 2008 gegen Tschechien.In diesem Jahr soll es gegen Holland und Spanien gehen.Foto:Speckenwirth
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Hattingen..  Das Rugby-Ei wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt. Liam Doughton hat Rugby im Blut. Er ist erblich vorbelastet durch seinen Vater Bob – und seit 2008 ist er deutscher Nationalspieler.

Der Hattinger spielt im 13er-Rugby. Sein Vater war schon in England begeisterter Rugbyspieler. Mit dem Ball lernte Liam Doughton, wie auch sein älterer Bruder Max, also schon als Knirps umzugehen. Offiziell trat er mit 14 Jahren dem RC Hürth bei. Mit 15 Jahren spielte der talentierte Jugendliche dort bereits in der Herrenmannschaft und sammelte so schnell Erfahrung. „Irgendwann passte es bei Hürth nicht mehr so ganz, und ich wechselte zusammen mit meinem Vater und Bruder zum ASV Köln“, erzählt Liam Doughton. Dort schnupperte er zum ersten Mal Bundesligaluft, im Alter von 17 Jahren. Gemeinsam mit seinem Vater und Bruder spielte er in der Herrenmannschaft.

Das Spielverständnis des Sportlers mit britischen Wurzeln wuchs mehr und mehr, so dass er an einem Auswahltraining des Rugby-Verbandes teilnahm. Und es dort sogar in den Nationalkader schaffte, dem er nun seit sechs Jahren angehört. „Es gibt keine Stammspieler. Man muss sich jedes Jahr neu beweisen“, erklärt Liam Doughton. Was ihm bislang immer wieder gelang. Es ist seine Motivation, sich jedes Jahr aufs Neue für die Nationalmannschaft zu empfehlen, um dort auf dem höchsten Niveau innerhalb Deutschlands zu spielen. „In der Bundesliga ist das Niveau schon tiefer“, weiß der 24-Jährige, der aktuell aber in der Regionalliga beim RC Bochum/Witten aktiv ist.

Das schadet seiner Karriere jedoch nicht. „Es gibt für das Sichtungstraining keine Voraussetzungen. Dort kann jeder hingehen, wenn er ein bisschen spielen kann. Und natürlich muss man die Regeln kennen“, erklärt der Rugbyspieler. So hat er bereits mehrere Jahre lang internationale Luft geschnuppert. Als einen besonderen Moment nennt er sein erstes Länderspiel gegen Tschechien 2008. Aber auch an das Spiel 2011 gegen Malta erinnert er sich gerne zurück. „Ich habe die Gegner in jedem Tackling gestoppt“, freut sich Liam Doughton.

Etwa zweimal pro Jahr steht ein Länderspiel an. In 2015 warten Holland und Spanien und möglicherweise auch noch Irland auf den Hattinger, der im Team eine gute Position gefunden zu haben scheint. Nach dem letzten Spiel gegen Italien im Mai 2014 lobte ihn sein Nationaltrainer Dan Stocks für sein bislang bestes Spiel. Dabei agierte Liam Doughton als Rausspieler, der nach dem Einkick die Außenspieler bedient oder die Spielzüge für die Spielmacher einleitet.

Bei sich selbst erkennt Liam Doughton allerdings noch eine körperliche Schwäche, da er sehr schmächtig ist. Verletzungsanfälliger ist er deswegen nicht. Allerdings musste er auch schon einmal ein Jahr passen, weil ihm im Rücken ein Wirbel verrutscht war. Die heimischen Physiotherapeuten erkannten das erst nicht, erst ein Physiotherapeut des Nationalteams behob den Schaden.

Seitdem hat sich das Talent zurückgekämpft. „Ich bin sehr ehrgeizig im Sport. Rugby ist mein Leben“, sagt Liam Doughton, dem die ganz großen Erfolge wohl nicht vergönnt sein werden. „Dafür ist Deutschland in diesem Sport nicht gut genug“, gesteht er.