Rugby auf die sanfte Tour

Bob Doughton (links) im Einsatz.  Beim TuS ist er mit seinen Söhnen Max und Liam als Trainer aktiv.Foto:Speckenwirth
Bob Doughton (links) im Einsatz. Beim TuS ist er mit seinen Söhnen Max und Liam als Trainer aktiv.Foto:Speckenwirth
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Hattingen.. Beim Rugby geht es hart zu. Denkt man zumindest. Doch beim TuS Hattingen ist das anders. Dort gibt es in der Turn-Abteilung ein Angebot für Jugendliche, die auf sanfte Weise an das 13er-Ruby herangeführt werden.

Zu dem Angebot kommen im Schnitt acht bis zehn Jugendliche – Jungen und Mädchen. Geht es auf der großen Sportbühne eher darum, die Gegner möglichst intensiv zu blocken, lernen die Rugby-Interessierten beim TuS die taktischen Grundzüge und die Regeln in abgeschwächter Form. „Wir spielen ohne Tackling. Fast körperlos“, betont Bob Doughton, der zusammen mit seinen beiden Söhnen Liam und Max die Stunde leitet. Mit dem Gespann stehen den Heranwachsenden drei erfahrene Akteure zur Seite, die ebenfalls im Jugendalter mit dem Rugby begannen.

Seit 25 Jahren in Hattingen

Da die Familie seit 25 Jahren in Hattingen wohnt, hat sie sich nun dazu entschlossen, ihren Lieblingssport in einem Verein anzubieten. „Wir wollten immer mal was machen, über das Sportamt haben wir den Kontakt zum TuS Hattingen bekommen“, erzählt Bob Doughton, der in jungen Jahren bei den Salford Red Devils in England spielte und zuletzt mit Sohn Max beim Dortmunder RC. Davor sammelte er mit seinen Jungs beim ASV Köln wertvolle Erfahrung, die er nun an die Jugendlichen in Hattingen weitergeben kann.

Die wollen natürlich viel spielen, und auch nur durch das Spielen lernen sie die Sportart nach und nach kennen. Sie lernen, wie sie den Ball werfen müssen, der nur nach hinten gepasst werden darf. Sie lernen, wie sie mit Körpertäuschungen in die Lücken laufen können und wie man den Ball sicher im Tor-Feld ablegt. Das Tackling wird nur simuliert, in dem ein Spieler mit beiden Händen seinen Gegner berührt und dieser stehen bleibt. Ganz ohne Härte, die auch erst mit Zustimmung der Eltern ins Spiel gebracht werden soll, wenn die Gruppe im Sommer draußen auf Rasen trainiert.

In der Halle lernen die Kinder, wie sie den Ball fangen und weitergeben. „Er wird mit den Fingerspitzen gehalten, um ihn besser zu kontrollieren“, sagt Bob Doughton. Die Übungen zum Passspiel, den Laufwegen und der taktischen Ausrichtung beim Verteidigen lernen die Jugendlichen anhand von Trainingsformen, die auch im Leistungsbereich angewendet werden. „Wir sind begeistert, wie sie sich entwickeln“, sagen die Doughtons, die von ihrem lernwilligen Nachwuchs als Vorbilder angesehen werden.

Feste Positionen haben die Doughtons noch nicht in das Training eingebaut. Das folgt später, wenn sie einschätzen können, wer sich wofür eignet. So wird dem Spiel später noch mehr Feinschliff verliehen. „Wir schauen, wer gut passen, fangen und laufen kann oder wer besser auf Kontakt geht“, sagt Bob Doughton.