Pflichtaufgabe für Hedefspor gegen das Schlusslicht

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Am Sonntag kommt der abgeschlagene SC Husen/Kurl. Hedefspor-TrainerHolger Aden erwartet den Gegner defensiv und will technisch guten Fußball sehen.

„Keine Frage, von der Tabelle her sind wir klarer Favorit.“ Da kann und will Hedefspor-Trainer Holger Aden sich gar nicht herausreden. Am Sonntag ist der SC Husen/Kurl zu Gast bei Hedefspor Hattingen (Anstoß 15 Uhr) und alles andere als ein Heimsieg wäre für Hedef eine herbe Enttäuschung. Die Gäste aus dem Nordosten Dortmunds sind abgeschlagenes Schlusslicht der Landesligastaffel 3, konnten in den bisherigen 18 Spielen erst sechs Punkte sammeln. Besonders die desaströse Abwehrleistung (64 Gegentore) ist Markenzeichen eines Absteigers.

Im Hinspiel brauchte Hedefspor nur eine knappe halbe Stunde für einen 3:0-Vorsprung, am Ende stand ein 3:2-Sieg. Dass Husen auswärts etwas stärker als auf eigenem Platz ist (daheim noch punktlos) – geschenkt. Im Jahr 2015 setzte es ein 0:5 in Mühlhausen und ein 0:4 beim SV Brackel.

Sprung auf Platz zwei ist möglich

Hedefspor empfängt also einen Gegner nahezu ohne Selbstvertrauen, Trainer Holger Aden befürchtet ein zähes Spiel: „Ich gehe nicht davon aus, dass Husen uns vorne angreift. Die Gäste werden versuchen, sicher zu stehen, Konter zu setzen.“

Hedefspors Strategie ergibt sich also schon aus der erwarteten Passivität der Gegenseite wie von selbst: Aden: „Wir müssen den Ball laufen lassen, Husen mit technisch gutem Fußball ausspielen und dann Tore machen – auch wenn das zurzeit nicht gerade unsere Stärke ist.“

Husen/Kurl als Gegner dürfte ganz in Adens Sinne sein – seine Mannschaft ist damit genau zu der Spielweise gezwungen, die er zu entwickeln versucht: „Wir wollen weniger mit langen Bällen arbeiten, sondern uns mit schnellem Fußball und wenigen Kontakten viele Torchancen herausspielen.“ Aden hat also einen Plan, wie er die Mannschaft nach vorne bringen will – wie weit, will er gar nicht absehen. „Wir wollen jetzt ein, zwei Spiele gewinnen, damit wir garantiert nicht mehr unten reinrutschen.“

Die Realität der Tabelle bietet aber schon ganz andere Ziele an, Hedefspor könnte am Sonntagabend Zweiter sein, Patzer der Konkurrenz vorausgesetzt. Dieser würde wohl zur Aufstiegsrelegation berechtigen. Aden: „Wenn wir einen Lauf bekommen und die Konkurrenz patzt, nehmen wir das natürlich mit, das wäre schön für Verein und Mannschaft. Aber es gibt für uns kein Muss.“