Neu und aufregend
12.02.2010 | 15:59 Uhr 2010-02-12T15:59:00+0100
Die SG Welper hat bei ihrer Trainer-Suche eine Überraschung aus dem Hut gezaubert. Nachfolger von Ergbert Bursian wurde Andy Steinmann. Mit dem 25-Jährigen sprach Sportredakteur Heiner Wilms.
Sie haben Fußball bisher nur aus der Sicht des Spielers erlebt. Mit 25 Jahren sind Sie jetzt aber auf der anderen Seite – halt Trainer. Was ist das für ein Gefühl?
Steinmann: Es ist für mich auf jeden Fall etwas Neues. Und es ist sehr aufregend. Die ganze Sache war ja nicht so geplant. Das war sehr spontan.
Was wussten Sie denn zuvor über die SG Welper – haben Sie sich Spiele angeschaut?
Steinmann: Nicht viele. Aber die Klassiker habe ich mir schon angeschaut. Halt die Spiele gegen den TuS oder Hedef. Ich wohne ja auch noch nicht wieder so lange in Hattingen.
Wie man hört, ist der Kontakt in erster Linie über einige Spieler der SG Welper entstanden. Wen kannten Sie denn?
Steinmann: Michael Backhaus und Kai Kwiatkowski kenne ich zum Beispiel noch aus meiner Zeit in der Märkisch-Jugend. Michael Backhaus war damals sogar mein Trainer. Und mit Daniel Gerling und Mithat Aydin habe ich bei der TSG Sprockhövel gespielt oder trainiert.
Zu Ihrer persönlichen Karriere: Von der TSG ging's zu den Amateuren von Schalke 04. Wie ist es da gelaufen?
Steinmann: Im ersten halben Jahr sehr gut. Ich habe ja gleich gespielt.
Da wurden Sie zum Verteidiger umfunktioniert.
Steinmann: Genau. Und es lief ja auch wirklich gut.
Haben Sie damals davon geträumt, Profi zu werden? Wie schnell so etwas gehen kann, sieht man ja jetzt im Fall Lukas Schmitz.
Steinmann: Wenn man zu einem Verein wie Schalke 04 wechselt, dann hat man natürlich schon den Hintergedanken, dass es vielleicht in Richtung Profi-Fußball gehen könnte. Und es haben ja auch sehr viele aus der damaligen Mannschaft geschafft.
Wer denn?
Steinmann: Alexander Baumjohann etwa. Oder auch Tim Hoogland. Auch Manuel Neuer hat ein paar Spiele bei uns gemacht. Aber ich habe mir dann leider eine Meniskus-Verletzung zugezogen.
Und später dann, nach ihrem Wechsel nach Lotte, auch zwei Kreuzbandrisse. Ist an eine Fortsetzung der Karriere überhaupt noch zu denken?
Steinmann: Ich weiß es nicht. Fußball ist meine große Leidenschaft. Natürlich möchte ich wieder spielen. Aber ich muss jetzt erst einmal abwarten, ob es noch möglich ist.
Sie haben es mit einigen namhaften Trainern zu tun bekommen. Vom wem konnten Sie sich am meisten abschauen?
Steinmann: Rückblickend wohl von Mike Büskens bei Schalke 04. Damals habe ich das Training zwar auch als sehr hart und intensiv empfunden, doch es war mit Sicherheit ein richtig gutes Training.
In Sprockhövel haben Sie unter Jörg Silberbach trainiert.
„Andy” ist übrigens der richtige Vorname des neuen Welperaner Trainers – und nicht etwa eine Abkürzung.
„Meine Geschwister heißen Roy und Debby”, sagt der 25-Jährige, der bis zur B-Jugend bei der DJK Märkisch Hattingen spielte. Danach schloss er sich der TSG Sprockhövel an, wo er als Senior in 89 Spielen 20 Tore erzielte. Von der TSG wechselte Andy Steinmann zu den Amateuren von Schalke 04 und später zu den Sportfreunde Lotte.
Steinmann: Auch Jörg Silberbach hat ein gutes Training gemacht. Doch natürlich waren die Bedingungen in Schalke anders. Es wurde öfter trainiert, es war halt professioneller.
Wie ist der erste Eindruck von Ihrer neuen Mannschaft?
Steinmann: Sehr gut – ich hoffe, dass es im umgekehrten Fall auch so ist. Wir haben ja auch schon trainiert, und da war die Stimmung gut. Von einer Verunsicherung habe ich auf jeden Fall nichts gespürt.
Letzte Frage: Schafft Welper den Klassenerhalt?
Steinmann: Ja. In Welper gibt es wirklich gute Fußball-Spieler. Die Mannschaft hat Potenzial. Wenn es nicht so wäre, dann hätte ich es auch nicht gemacht.
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