Karriere-Start dank Mamas Taxi
17.02.2012 | 16:35 Uhr 2012-02-17T16:35:00+0100
Sprockhövel/Gera.Sprockhövel hat einen nationalen Vizemeister. Sebastian Haardt belegte bei der Deutschen Badminton-Meisterschaft in der Altersklasse U19 im Doppel den zweiten Platz.
Der 18-Jährige spielte in Gera (Thüringen) an der Seite von Malte Laibacher. Im Finale traf das Duo, das in der Meisterschaft für den BC Hohenburg aktiv ist, auf das Doppel Mark Byerly/Mark Lamsfuß. „Da hatten wir uns nicht viel ausgerechnet“, sagt Sebastian Haardt. „Mark Byerly und Mark Lamsfuß sind das beste Jugend-Doppel Deutschlands. Eigentlich mit Abstand. Wir hatten uns nur vorgenommen, im Finale nicht sang- und klanglos unterzugehen.“
Das ist ihnen nun wirklich nicht passiert: Denn Haardt/Laibacher zwangen das Favoriten-Doppel in den dritten Satz. Vielleicht wäre sogar eine große Überraschung möglich gewesen, doch beim Stand von 12:12 riss an Sebastian Haardts Schläger eine Saite. „Das war ein bisschen blöd“, sagt er. „Ich habe dann mit einem Schläger von Malte weitergespielt, doch danach lief es nicht mehr. Da war auch der Faden gerissen, nicht nur die Saite des Schlägers.“
Sebastian Haardt ging in Gera nicht nur im Doppel an den Start, er war auch im Einzel und im Mixed dabei. Im Einzel schied er aber zeitig aus. „Ich bin eher ein Doppel-Spezialist“, sagt Haardt, der die Gesamtschule Haßlinghausen besucht und bald in Bochum Sportwissenschaften studieren möchte. Im Mixed lief es dann wieder besser. Mit seiner Partnerin Lea Lyn-Stremlau (Sterkrade) kämpfte er sich bis ins Viertelfinale.
Seine Badminton-Karriere hat Sebastian Haardt als Elfjähriger bei der TSG Sprockhövel begonnen. Vater Helmut nahm in damals mit zum Training. Zuvor hatte es Sohn Sebastian auch bei den Fußballern versucht. „Das war aber nicht so mein Ding, das ist auch ganz lange her, da war ich noch ein Knirps“, sagt er.
Davon kann heute nicht mehr die Rede sein. Aus dem Knirps ist im Laufe der Jahre ein langer Schlacks geworden. Zwei Meter und einen Zentimeter misst Sebastian Haardt inzwischen, was im Badminton natürlich ein Vorteil ist. Und weil richtig große Jungs auch in anderen Sportarten gesucht werden, spielt Sebastian Haardt inzwischen auch Basketball bei den Hotshots aus Haßlinghausen.
Doch Basketball ist für ihn nur Ausgleichssport. Wie früher auch Tennis. In Sachen Badminton machte Sebastian Haardt dann schnell große Fortschritte. So schnell, dass er sich bald nach einem anderen Verein umsehen musste. Also ging es dann zweimal in der Woche nach Hohenlimburg und zudem noch an zwei weiteren Tagen zum Kader-Training nach Mülheim – jeweils in Mamas Taxi, denn Mutter Josephine kutschierte den Sohn zu den Trainingsstunden. „Da hat sie viel Zeit für mich geopfert“, sagt Sebastian Haardt. „Doch inzwischen bin ich ja 18. Jetzt kann ich allein fahren.“
Seine große Leidenschaft gehört weiterhin dem Badminton. Und nach Platz zwei bei der DM, seinem bisher größten Erfolg, gilt seine Konzentration nun den Mannschaftsmeisterschaften. Über Bezirksmeisterschaft und westdeutsche Meisterschaft soll der Weg dann wieder zu den „Deutschen“ führen. „Da wären wir nicht chancenlos, denn der BC Hohenlimburg hat eine richtig gute Jugendmannschaft“, sagt Sebastian Haardt. „Gerade bei den Herren sind wir mit Paul Sentek, Torben Trapp, Tim Porps und Malte Laibacher sehr gut besetzt.“
Und natürlich auch mit Sebastian Haardt.
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