„Im Fußball zählt die Spielintelligenz“

Eingespieltes Team: Robert Wasilewski, Trainer des Oberligisten TSG Sprockhövel, und Co-Trainer Jan-Niklas Papenburg (vorne).Foto:MiSch
Eingespieltes Team: Robert Wasilewski, Trainer des Oberligisten TSG Sprockhövel, und Co-Trainer Jan-Niklas Papenburg (vorne).Foto:MiSch
Foto: Michael Scheuermann

Sprockhövel..  Trainingsarbeit ist beim Fußball-Oberlisten TSG Sprockhövel auch Teamarbeit. Klar, in der Verantwortung steht Robert Wasilewski, doch der 44-Jährige kann auf Unterstüzung setzen - durch Torwart-Trainer Eckhard Hülser und die beiden Co-Trainer Jörg Neumann und Jan-Niklas Papenburg. Papenburg stieß erst in dieser Saison zum Trainer-Team der Oberliga-Mannschaft.

Als Spieler war er früher im Siegerland unterwegs. Bei der SG Hicken­grund kickte er in der Bezirksliga. Zunächst als Libero, den es damals noch gab, und später dann auf der Sechser-Position oder vorne links in der Offensive.

Als Trainer war der 28-Jährige bisher im Jugendbereich aktiv. Am DFB-Stützpunkt in Siegen, bei Wattenscheid 09 und auch bei Rot-Weiss Essen, wo er sich jeweils um die C-Jugend-Mannschaften kümmerte. Der Kontakt zur TSG wurde dann schließlich über Sebastian Greitemann geknüpft. Greitemann, der die TSG vor dieser Saison in Richtung DSC Wanne-Eickel verlassen hat, studierte, ebenso wie Jan-Niklas Papenburg, Sportwissenschaften in Bochum. „Wir haben als Studenten in Bochum auch zusammen gewohnt“, sagt Papenburg, der heute als Lehrer für Sport und Mathematik arbeitet. In Sprockhövel stieg er dann zunächst als B-Jugend-Trainer ein.

Jeder Trainer hat natürlich eine ganz bestimmte Philosophie. Die hat auch Jan-Niklas Papenburg, der sagt: „Im Fußball ist die Spielintelligenz ganz wichtig. Es reicht nicht aus, einfach zu rennen, man muss auch gewisse Strukturen erkennen. Das ist sicherlich nicht immer einfach, so etwas ist ein Lernprozess.“

Die Sprockhöveler Trainer sind zurzeit bemüht, das Spielsystem etwas zu ändern. Früher war die Mannschaft eher defensiv eingestellt. In der Vorwärtsbewegung wurde dann auf die schnellen Außen vertraut. „Emre Yesilova, Hasan Ülker oder auch ganz vorne Xhino Kadiu waren ja schnell auf den Beinen“, sagt Jan-Niklas Papenburg. „Schnelle Spieler haben wir natürlich auch jetzt noch. Hasan Ülker ist noch da, und mit Christopher Antwi-Adjej ist ja jetzt noch ein schneller Mann hinzu gekommen. Doch grundsätzlich wollen wir unsere Spielweise ein wenig ändern. Wir wollen früh pressen. Aber klar ist auch, dass man sein System und seine Spielweise nach dem jeweiligen Gegner ausrichten muss.“

Eine Halbzeit lang gutes Pressing

Dass das nicht auf Anhieb gelingen kann, ist dem A-Lizenz-Inhaber natürlich bewusst. Zuletzt im Testspiel gegen den FC Brünninghausen klappte das Pressing eine Halbzeit lang sehr gut. Aber bei Brünninghausen handelt es sich um einen Westfalenligisten, der noch nicht allzu lange wieder im Training ist. „Die Frage ist, wie wir unser Spiel gegen Mannschaften umsetzen können, die besser Fußball spielen“, sagt Papenburg.

Die Zusammenarbeit mit Robert Wasilewski bezeichnet der 28-Jährrige als „sehr angenehm und sehr gut“. „Robert hat sicher mehr das Gesamte im Blick, ich kümmere mich mehr um die Detailarbeit“, so Papenburg. „Dazu gehört auch so etwas wie die taktische Schulung. Ich denke aber schon, dass wir sehr gut harmonieren.“

Sprockhövels Mannschaft sieht der Trainer auf einem guten Weg. Die Leistungen in den aktuellen Vorbereitungsspielen sind auf jeden Fall besser als noch in den Testspielen im Sommer, was aber eigentlich nicht verwunderlich ist. „Die Fluktuation war groß“, so Papenburg. „Die Situation im Sommer war sicherlich schwierig. Und natürlich war auch der Abgang von Sebastian Greitemann ein Verlust für uns.“

Greitemann war im zentralen Mittelfeld sicherlich eine der Führungsspieler der TSG. „Mit Raoul Meister und Christian Kalina haben wir natürlich immer noch Typen, die zeigen, wo es langgehen soll“, sagt Papenburg. Aber andere müssen noch nachwachsen.“

Die TSG setzt die Saison am 22. Februar mit dem Auswärtsspiel gegen Rheine fort. Überwintert haben die Sprockhöveler auf dem drittletzten Platz. „Wichtig wird der Start sein“, so Papenburg. „Wenn der gut ist, können wir uns vielleicht ins Mittelfeld absetzen. Doch wir müssen auch realistisch bleiben und wissen, dass wir in erster Linie gegen den Abstieg spielen.“