Holger Aden bringt Hedefspor auf Touren

Holger Aden (links) und Torwart-Trainer Esad Muharemovic.
Holger Aden (links) und Torwart-Trainer Esad Muharemovic.
Foto: Funke Foto Services

Hattingen..  Er hat die Mannschaft in die Westfalenliga geführt, und jetzt will er auch dafür sorgen, dass sie da eine gute Rolle spielt. Holger Aden, Trainer von Hedefspor Hattingen, schaut der neuen Saison mit Optimismus und Selbstbewusstsein entgegen.

Aden war in seiner aktiven Zeit als Profi ein Vollblut-Stürmer. Ins Rampenlicht geriet er durch seine Auftritte bei Eintracht Braunschweig und beim VfL Bochum. In der Saison 1992/93, in der er den Verein und die Liga wechselte, erzielte er 28 Tore und war damit Deutschlands erfolgreichster Torjäger. Aden geht seine Ziele also offensiv an. Das hat er als Spieler so gehandhabt, und daran hat sich auch nichts geändert, seitdem er in den Trainer-Job eingestiegen ist. Auf die Frage, ob das vorrangige Ziel für Hedefspor der Klassenerhalt sei, winkt der 49-Jährige schnell ab. „Der Klassenerhalt ist für mich kein Ziel, das ist eine Selbstverständlichkeit.“

Allerdings weiß Aden auch, dass sich seine Mannschaft erst an die höhere Spielklasse gewöhnen muss. „So einfach wie in der Landesliga wird es nicht mehr, die Westfalenliga ist eine andere Nummer. Allein schon vom Tempo her“, sagt Aden.

Mannschaft soll weiter früh pressen

Zweimal hat der Trainer seine neu zusammengestellte Mannschaft jetzt in Testspielen gesehen - beim Turnier der TSG. Die Leistung in der Partie gegen den Ausrichter, die erst nach Verlängerung verloren wurde, hat ihm schon gut gefallen, das 1:5 gegen Niederwenigern dagegen weniger. Da war eine Halbzeit lang von der Offensive nichts zu sehen, und in der Defensive wurden zu viele Fehler produziert. „Das ist aber normal“, sagt Aden. „Die Mannschaft muss sich erst finden.“

Aden hatte zwischenzeitlich darüber nachgedacht, Hedefspor eine andere taktische Ausrichtung zu verpassen. „Ich habe gedacht, dass wir das Spiel auch von hinten heraus aufbauen könnten“, so Aden, der sich dann aber schnell wieder anders orientierte, weil er der Ansicht ist, dass er dafür nicht die richtigen Spieler hat. Also soll auch in Zukunft zeitig gepresst werden. „Dann ist bei Ballgewinn der Weg bis zum Abschluss kürzer, außerdem halten wir so den Gegner von unserem Tor weg“, so der Coach. „Um so zu spielen, braucht man aber eine gute Fitness, und die kann die Mannschaft zum jetzigen Zeitpunkt einfach noch nicht haben.“

Auch in Sachen Offensive macht sich der Trainer keine Sorgen. Zwar verfügt Hedefspor zurzeit nicht über einen richtigen Knipser, doch das ist für Aden nicht so wichtig. In der Hinrunde der vergangenen Saison hat Hedefspor mit Max Claus noch einen richtigen Torjäger gehabt, in der Rückserie, die dann unter der Regie von Holger Aden lief, nicht mehr. „Ich erwarte, dass jeder Spieler für Torgefahr sorgt“, so Aden. „Und wir haben in der Rückrunde ohne Torjäger mehr Treffer erzielt als in der Hinserie.“

Co-Trainer Kenan Osma

So ist es. In der Hinrunde der Saison 2014/2015 erzielte Hedefspor 30 Tore, wovon 14 auf das Konto des in der Winterpause zur TSG Sprockhövel abgewanderten Max Claus gingen. In der Rückrunde gab es dann 36 Tore - ohne Max Claus.

Holger Aden hat Hedefspor in der vergangenen Saison zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte geführt. Den großen Triumph erlebte er aber aus der Ferne mit. Denn Aden hatte vor dem letzten Spieltag einen lange geplanten Urlaub angetreten. „Das war aber nicht so tragisch. Ich bin inzwischen in einem Alter, in dem ich auch alleine feiern kann“, sagt Aden. „Ich habe mich dann halt auf Mallorca gefreut.“

Zur neuen Saison hat der Coach einen neuen Co-Trainer an seiner Seite – nämlich Kenan Osma. „Ich freue mich, dass er dazu gekommen ist. Wir kennen uns ja aus gemeinsamen Zeiten in Hordel und Schermbeck“, sagt Aden. „Kenan sorgt im Training noch einmal für neue Anreize, und Esad Muharemovic ist ja auch noch dabei. Und jetzt werden wir richtig arbeiten, damit die Mannschaft ihre Form findet. Nicht in drei, vier Tagen, aber in vier Wochen, wenn es wieder los geht.“