Hattinger kalt erwischt

Skeptischer Blick: TuS-Trainer Frank Osterloh (rechts) hatte vor dem Spiel eindringlich vor Plettenberg/Werdohl gewarnt.Foto:Walter Fischer
Skeptischer Blick: TuS-Trainer Frank Osterloh (rechts) hatte vor dem Spiel eindringlich vor Plettenberg/Werdohl gewarnt.Foto:Walter Fischer
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Hattingen.. TuS Hattingen -
HSV Plettenberg/Werdohl 30:32

Nach zuletzt drei Siegen in Serie handelte sich Handball-Verbandsligist TuS Hattingen gegen den Tabellenvorletzten HSV Plettenberg/Werdohl eine überaus ärgerliche Heimniederlage ein.

Die Gäste kämpften um ihre wohl letzte Chance, den Anschluss an das rettende Ufer noch einmal herzustellen. Und das mit Erfolg.

„Plettenberg/Werdohl hat verdient gewonnen. Die Werdohler sind hier sehr geschickt und äußerst konsequent aufgetreten. Wir haben erst ganz zum Schluss mit der offenen Deckung noch einmal Druck aufbauen können. Da war es aber schon zu spät“, sagte der enttäuschte TuS-Trainer Frank Osterloh.

Osterloh traf den Nagel auf den Kopf. Die Gäste operierten mit einer robusten 6:0-Abwehrreihe und machten es dem TuS damit sehr schwer. Die Hattinger mussten nämlich neben Dominic Schimm auch auf Felix Osterloh verzichten, der als wurfgewaltiger Schütze aus dem Rückraum ausfiel. Da Sven Schmitz nicht wie zuletzt zum Zuge kam und Jakob Jäger und Linus Grossmann aus der zweiten Reihe nicht die nötige Durchschlagskraft entwickelten, versuchten es die Hausherren häufig über den Kreis. Die Anspiele auf Philipp Dobrodt und Luca Kuhnhenn blieben aber viel zu häufig im engmaschigen Abwehrnetz der clever und sehr einsatzfreudig verteidigenden Gäste hängen. Aber auch HSV-Torwart Marcel Kämmerer machte den Hattinger Angreifern das Leben mit zahlreichen Glanzparaden eminent schwer. So blieben die Gegenstöße des TuS die einzig richtige Gefahr für das Tor der Gäste.

Auf der anderen Seite bekamen die Hattinger den Plettenberger Torjäger Marc Bardischewski vor der Pause überhaupt nicht in den Griff. Bei seinen acht Toren (insgesamt zehn) traf der lange Rückraumschütze wie er wollte. Dabei glich meist eine Aktion der anderen. Denn immer wieder rauschte der Ball in den rechten oberen Torwinkel des machtlosen Sascha Monjé.

Nach dem Wechsel bekam der TuS mit Sven Wulf im Tor den Goalgetter zwar viel besser in den Griff, das Spielgeschehen insgesamt dagegen überhaupt nicht. Der mit aller Macht gegen den Abstieg kämpfende und vor dem Spiel erst mit vier Pluspunkten ausgestattete Gegner blieb tonangebend und trieb die TuS-Spieler in eine gewisse Hilflosigkeit. Das gipfelte dann darin, dass der zuvor und auch danach so treffsichere Matthias Sinnemann, als es beim 21:24 und 25:28 darauf ankam, noch einmal auf zwei Tore zu verkürzen, mit Siebenmetern scheiterte. Die von vielen lautstarken Anhängern aus dem Sauerland begleiteten Gäste zogen auf 32:26 davon und gestatteten dem TuS erst dann eine Ergebniskosmetik, als das Spiel quasi schon entschieden war.

„Spielfilm“: 3:0, 5:6, 9:9, 9:11, 10:13, 13:16 (Hz.), 13:17, 15:17, 19:21, 21:24, 24:28, 25:31, 26:32, 30:32.
TuS: Monjé, Wulf; Dobrodt (1), Grossmann (3), Jäger (4), Kuhnhenn (1), Pospiech (2), Schäffer (2), Schmitz (3), Sinnemann (13/7), Stecken (1).