Hallenkönige auch auf dem Feld im Soll

Eine der großen Stärken von Konstantin Konrad ist seine Schnelligkeit. Jetzt habe er sich aber auch fußballerisch stark verbessert, sagt sein Trainer.Foto:Svenja Hanusch
Eine der großen Stärken von Konstantin Konrad ist seine Schnelligkeit. Jetzt habe er sich aber auch fußballerisch stark verbessert, sagt sein Trainer.Foto:Svenja Hanusch
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Hattingen..  Fünf Siege, drei Unentschieden, fünf Niederlagen. Mit einer absolut ausgeglichenen Bilanz erreichte Fußball-Landesligist SF Niederwenigern die Winterpause. 18 Punkte stehen auf dem Konto. „Die hatten wir uns auch vorgenommen“, sagt Trainer Jürgen Margref, der mit den Sportfreunden in eine nicht ganz einfache Saison gegangen war.

Die Ausgangslage

Im Fußball-Verband Niederrhein sind die Landesligen direkt unter der Oberliga angesiedelt. Und diese Landesligen sollen jetzt noch einmal aufgewertet werden. Aus drei Staffeln werden zwei. Das heißt aber auch, dass viele Mannschaften absteigen werden. 16 Mannschaften umfasst die Staffel 3, in der Niederwenigern spielt. Und davon rutschen vier mit Sicherheit in die Bezirksliga ab. Womöglich sogar mehr. „Wir stellen uns dieser Herausforderung“, sagt Jürgen Margref. „Und es macht ja auch Spaß, wenn man für seine Ziele kämpft. Das ist doch besser, als wenn man nur im Mittelfeld herumdümpelt. Ich rechne damit, dass es bis zum Saisonende spannend bleibt.“

Der Start

Niederwenigern startete mit Siegen gegen Königshardt (4:3) und in Rellinghausen (2:1) in die Saison. Also richtig gut. Doch danach gab es eine Durststrecke, auf der die Schwarz--Gelben in vier Spielen sieglos blieben. Saisonsieg Nummer drei gab es erst am 5. Oktober mit dem 3:1 gegen den PSV Wesel-Lackhausen.

Die Höhepunkte

Dazu zählte natürlich der 2:1-Auswärtssieg am zweiten Spieltag in Rellinghausen. Aber auch beim 5:0 gegen den Duisburger SV ließen die Sportfreunde aufhorchen. Und richtig Freude kam dann in der Hallensaison auf. Niederwenigern gewann das Turnier um den WAZ-Pokal, die Hattinger Stadtmeisterschaft und als Krönung noch die Essener Stadtmeisterschaft. „In der Halle haben die Jungs auch körperlich dagegen gehalten“, sagt Margref. „Gut Fußball spielen konnten sie immer schon, doch jetzt können sie sich auch wehren.“

Die Tiefpunkte

Vor allem ein Spiel bleibt in Erinnerung. Nämlich das Derby gegen den SV Burgaltendorf, das mit 1:2 verloren wurde. „Das war ganz schwach, da haben wir uns angestellt wie eine Schülermannschaft“, sagt Jürgen Margref. „So habe ich die Mannschaft auch noch nicht gesehen, ohne jedes körperliches Engagement.“ Ach ja, und dann gab es da auch noch das 3:7 gegen Sterkrade-Nord, das Niederwenigerns Trainer aber mit Humor nimmt. „Das war das Übliche“, sagt er nur. „Gegen Sterkrade verlieren wir ja immer.“ Eindrucksvoll auf der anderen Seite aber, dass Niederwenigern auf dieses 3:7 mit einem 5:0 gegen den Duisburger SV antwortete.

Die Aufsteiger

Davon gibt es einige. Die Nachwuchsspieler Steffen Köfler und Marius Lünemann zum Beispiel. Und sicher ist auch Konstantin Konrad zu nennen, der in Niederwenigern fast schon zum Inventar gehört, dann aber lange in der zweiten Mannschaft spielte. „Früher war er in erster Linie schnell und in zweiter Linie auch“, sagt Margref. „Jetzt hat er sich aber unglaublich entwickelt. Schnell ist er immer noch. Jetzt hat er aber auch eine große Ruhe am Ball.“

Der Hoffnungsträger

Ohne Fabian Lümmer, der sicher einer der besten Torjäger der Landesliga ist, konnte man sich die Sportfreunde vor nicht allzu langer Vergangenheit nicht vorstellen. Lümmers durch einen Kreuzbandriss bedingter Ausfall wurde aber kompensiert. Jetzt ist der Angreifer wieder im Training, muss sich allerdings noch einmal einer Untersuchung am Knie unterziehen.

Die Aussichten

Niederwenigern will schnell die Klasse sicher, was eigentlich, wenn es denn halbwegs normal läuft, auch gelingen sollte. Allerdings ist die schwere Verletzung von Torwart Sebastian Langer natürlich ein herber Rückschlag. „Wir müssen mindestens noch einmal die gleiche Anzahl an Punkten holen wie in der Hinrunde“, sagt der Trainer, der aber auch noch Baustellen in der Mannschaft sieht. „In der Innenverteidigung haben wir Probleme“, so der Ex-Profi. „Ich hoffe, dass wir die mit Spielern aus dem aktuellen Kader lösen können. Aber ich bin eigentlich zuversichtlich, dass wir das hinbekommen, weil sich die Mannschaft immer weiter entwickelt.“