Günter Ader schoss den SuS zum ersten Titel

Günter Ader (links) und Peter Berger mit dem Zeitungsbericht von der ersten Hallenfußball-Stadtmeisterschaft 1979.Foto:Jürgen Theobald
Günter Ader (links) und Peter Berger mit dem Zeitungsbericht von der ersten Hallenfußball-Stadtmeisterschaft 1979.Foto:Jürgen Theobald
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Hattingen..  Die Hattinger Fußballer suchen am kommenden Wochenende zum 37. Mal ihren Stadtmeister in der Halle. Den ersten Titel, der im März des Jahres 1979 vergeben wurde, holte sich der SuS Niederbonsfeld.

Günter Ader erzielte damals im Finale gegen den VfL Winz-Baak den Treffer zum 1:0 – ein Außenseiter hatte sich bei der Premiere durchgesetzt. „Wir waren damals Bezirksligist und hatten einige gute Spieler dabei“, erinnert sich der heute 65-Jährige, der das erste Finale unter dem Hallendach entschied. „Aber Favoriten waren der TuS Hattingen, die SG Welper oder der VfL Winz-Baak.“

Dabei verlor der SuS gleich seine erste Partie in der Vorrunde gegen den TuS Hattingen mit 0:2. „Da haben wir gedacht, wir fahren früh wieder nach Hause“, sagt Günter Ader mit einem Lachen. Aber es kam anders: Da die Hattinger noch drei Mal die Punkte teilten, hatte Niederbonsfeld am Ende die Nase in der Gruppe vorne und zog ins Finale ein. Es gab in der Gruppe nach der Pleite zum Auftakt drei Siege über den TuS Blankenstein (2:0), den SC Oberstüter (1:0) sowie die Sportfreunde Niederwenigern (1:0).

Glücklicher Siegtreffer

Das Endspiel gegen Winz-Baak entschied dann ein kurioser Treffer. „Ich habe zu der Zeit Verteidiger gespielt, die anderen auf dem Feld waren Offensivleute“, sagt Günter Ader. „Ich habe als Verteidiger normalerweise keine Freistöße geschossen, aber die anderen sagten: Halt einfach mal drauf.“ Und das tat Ader: „Der Torwart versuchte, den Ball aufzuhalten, aber er ging ihm durch die Beine ins Tor.“ Glücklich war für Niederbonsfeld, dass der TuS-Keeper den Ball auch noch berührte – ansonsten hätte das Tor nach einem indirekten Freistoß gar nicht gezählt.

So aber hatte er dem SuS einen Turniersieg gebracht, der historisch war. Dass auch unter dem Hallendach um den Stadtmeistertitel gespielt wurde, war bis dahin eigentlich nicht geplant gewesen. Doch dann gab es einen strengen Winter, monatelang ruhte der Ball auf dem Feld. Die meisten Kicker kannten den Hallenfußball aber schon. Der erste Stadtmeister zum Beispiel habe häufiger in der Halle in Nierenhof trainiert, sagt Niederbonsfelds Geschäftsführer Peter Berger. „Hallenturniere gab es aber nicht.“ Zwar wurde früher noch auf die kleinen Handballtore gespielt, eins hat sich aber bis heute nicht geändert: „Technisch starke Spieler sind im Vorteil.“

Einer von dieser Sorte war Günter Ader, der zu seiner aktiven Zeit mit dem SuS von der Kreisliga B bis in die Bezirksliga aufstieg und im Laufe der Jahre viele Positionen bekleidete. „Ich glaube, außer Torwart habe ich alles gespielt“, sagt er. Peter Berger nennt Ader den „Mann für die besonderen Tore“, denn er war auch maßgeblich am ersten Stadtmeistertitel auf dem Feld beteiligt. Im Jahr 1975 bezwang Niederbonsfeld im Finale auf dem Feld den TuS Hattingen mit 5:2. „Günter hat damals drei Tore gemacht: Zwei für uns, ein Selbsttor“, sagt er – und auch Günter Ader muss lachen.

Der Sieg-Torschütze von 1979 darf mittlerweile als SuS-Urgestein gelten: Nachdem er 1969 nach Niederbonsfeld gekommen war, blieb er dem Verein treu – bis heute. Viele Jahre lang betreute er die erste Mannschaft, heute pflegt er die Kunstrasenanlage an der Kohlenstraße. „Einmal in der Woche bin ich am Platz.“ Dort muss dann zum Beispiel Laub entfernt werden. Auch bei den Meisterschaftsspielen des SuS’ ist Ader zumeist unter den Zuschauern. Ihm gefällt der aktuelle Kurs des Vereins, den eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft zu bringen. „Das ist genau richtig“, sagt er. Gegenwärtig ist die Bezirksliga noch ein gutes Stück entfernt, aber dort will Ader „seinen“ SuS zu gerne noch einmal sehen.

„Im Winter 1978/79 konnte vier Monate lang nicht Fußball gespielt werden“, erinnert sich der heutige Fachschaftsleiter Wolfgang Waßerloos an die erste Stadtmeisterschaft. Sein Vorgänger Horst Dinter habe sich dann für die Öffnung der Hallen für die Fußballer stark gemacht. „Und ganz kurzfristig, innerhalb von nicht einmal 14 Tagen, wurde das Turnier aus dem Boden gestampft“, so Waßerloos. „Die Halle in Holthausen war voll, die Leute waren ja verrückt nach Fußball.“