Gold für Jürgen Wagner bei den Weltspielen in den USA

In einem extrem spannenden Finale setzte sich Jürgen Wagner (2. von links) gegen den Niederländer Sebastiaan Swartjes (links) durch.Foto:Wagner
In einem extrem spannenden Finale setzte sich Jürgen Wagner (2. von links) gegen den Niederländer Sebastiaan Swartjes (links) durch.Foto:Wagner
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Hattingen..  Mit einer Goldmedaille kehrte Jürgen Wagner aus den USA zurück. Der Judo-Sportler vom 1. JJJC Hattingen nahm an den „World Police and Fire Games“ in Fairfax County (Washingten DC) teil und setzte sich in der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm durch.

Teilnehmer aus 70 Nationen

Alle zwei Jahre finden die „World Police and Fire Games“ statt. Dabei handelt es sich um eine der größten Sportveranstaltungen der Welt - 12 000 Starter waren diesmal dabei. Die Teilnehmer aus 70 Nationen kommen aus den Bereichen Polizei, Feuerwehr, Justiz und Zoll. Jürgen Wagner, Polizeibeamter aus Bochum, nahm zum sechsten Mal an den Weltspielen teil. Bereits im Jahr 2007 gewann er in Adelaide (Australien) eine Goldmedaille. An den Spielen 2013 in Belfast konnte er indes verletzungsbedingt nicht teilnehmen.

Jürgen Wagner startete optimal und beendete bereits nach 15 Sekunden nach einem Schulterwurf den Kampf gegen den US-Amerikaner Peter Benjamin von der Polizei New York. Im anschließenden Halbfinale traf er auf keinen Unbekannten. Denn Jorge Bocanegra von der Feuerwehr Bilbao (Spanien) hatte die Spiele in den Jahren 2003 und 2009 gewonnen. Gleich zu Beginn ließ sich Jürgen Wagner überraschen, wurde von Bocanegra mit einer Hüfttechnik geworfen und lag mit einer mittleren Wertung zurück. Danach setzte Wagner den Spanier unter Druck, so dass dieser vorzeitig mit einer Strafe als Verlierer die Matte verließ.

Im Finale traf Wagner auf Titelverteidiger Sebastiaan Swartjes aus den Niederlanden. Seinen Halbfinalkampf gewann der Arnheimer gegen den US-Amerikaner Themis Lonis.

Nun begann für die beiden Finalisten ein nervenaufreibendes Wartespiel. „Mehrfach wurde der Endkampf verschoben“, berichtete Jürgen Wagner. Nach über sechs Stunden Wartezeit standen sich dann endlich Sebastiaan Swartjes und Jürgen Wagner im allerletzten Kampf des Tages auf der Judomatte gegenüber.

Der Endkampf war nichts für schwache Nerven. Swartjes ging nach einem Fußstopper mit einer großen Wertung in Führung. Jürgen Wagner machte dann Druck und glich mit einer Gegenwurftechnik aus. Den ständigen Angriffen von Jürgen Wagner folgte eine Passivitätsstrafe gegen Swartjes, so dass Wagner erstmalig in Führung ging. Kurz vor Schluss warf Wagner Swartjes mit einem Schulterwurf und erreichte hierfür die gewinnbringende mittlere Wertung.

2017 geht es nach Montreal

Die Freude und die Erleichterung über den Gewinn der Goldmedaille waren enorm. Wie groß der Respekt und die Freundschaft zwischen den Kontrahenten ist, zeigte sich, als die gesamte holländische Fangemeinschaft Jürgen Wagner zum Gewinn der Goldmedaille gratulierte.

Der Spanier Bocanegra und der Amerikaner Lonis setzten sich in ihren Kämpfen um Platz drei gegen die Russen Koltsov und Kleshchev durch.

2017 finden die nächsten Weltspiele in Montreal (Kanada) statt. Vielleicht ist Jürgen Wagner dann ja wieder dabei.